Smart Clothes

Ärmel

Hightech-Kleidung

Smart Clothes

Vor ein paar Jahren war es noch undenkbar, Elektronik oder gar einen ganzen Computer in die Kleidung zu integrieren. Die elektronische Geräte und Rechner waren viel zu groß und unhandlich. Mittlerweile hat der Trend zur Miniaturisierung ein Niveau erreicht, das es erlaubt, erste elektronische Funktionen in Kleidung einzuarbeiten. Der Markt der intelligenten textilen Produkte, auch "wearable electronics" genannt, hat in fünf großen Anwendungsfeldern eine Zukunft.


1. Gesundheit

Gesundheitliche Überwachungsfunktionen übernehmen meistens eher unbequeme Apparate. Wer über eine längere Zeit seinen Blutdruck oder die Herzfrequenz überwachen muss, kann dies auch mit spezieller Kleidung tun.

Smarte T-Shirts messen die Körperfunktionen und können bei Bedarf sogar Warnungen und Notrufe absenden. Von diesen Funktionen könnten vor allem ältere Menschen oder Patienten in der Rehabilitation profitieren – zum Beispiel bei Herzinfarktgefahr.

Für junge Eltern könnte die Gefahr des plötzlichen Kindstodes ihren Schrecken verlieren. Und Frühgeborene auf Intensivstationen ließen sich so auch ohne extreme Verkabelung überwachen.

2. Sicherheit und Schutz

Elektronik findet man inzwischen auch in Motorradbekleidung. Ein integriertes Airbagsystem soll bei einem Unfall den Sturz abfedern und lebenswichtige Körperregionen schützen.

Bewegungssensoren erspüren dabei ungewöhnliche Beschleunigungen und lösen eine Druckluftkartusche aus. Bei einem Unfall blasen sich die Airbags in Helm und Jacke auf.

Motorradrennfahrer Stefan Bradl in der Kurve

Motorradrennfahrer sind schon länger mit Airbags ausgestattet

Reiß- und strapazierfähigere Schutzkleidung für Waldarbeiter wäre außerdem denkbar – und nicht zuletzt GPS-Funktionen, die das Auffinden von Vermissten erleichtern würden.

3. Information und Kommunikation

Im Laufe der vergangenen Jahre gab es eine Reihe von innovativen Kleidungsstücken, die mit Zusatzfunktionen für Kommunikation, Information und Unterhaltung ausgestattet waren. Nicht alle konnten sich durchsetzen.

Entwickelt wurden schon Lederhosen mit Bedienfunktionen fürs Mobiltelefon, aber auch Multimedia-Jacken mit MP3-Playern oder mit eingebauten GPS-Geräten.

Eine extravagantes Beispiel bieten die Seven Mile Boots, die den Träger gleichzeitig in der realen und in einer virtuellen Welt spazieren lassen. Während er sich in der realen Welt ganz normal fortbewegt, kann er in der virtuellen zum Beipsiel auf einen Chatroom treffen. Aus den Stiefeln heraus kann er dann die Chats der anderen als gesprochenen Text hören.

Tragbarer Mini- computer im Ärmel

Jacke mit integriertem MP3-Player und Mobiltelefon

4. Sport und Freizeit

1979 spielte Robert Redford im Film einen ehemaligen Rodeo-Reiter, der sich für einen Lebensmittelkonzern als Werbefigur verdingt: Er gibt den "elektrischen Reiter" – mit einer leuchtenden Uniform aus zahlreichen Glühlampen.

Was Ende der 1970er Jahre noch ein Werbegag war, ist heute dank Leuchtdiodentechnik und Reflektionsmaterialien fast schon Alltag.

Die Designer und Textiltechniker entwerfen leuchtende Funktionskleidung teils aus modischen, vor allem aber aus sicherheitstechnischen Gründen. Im Straßenverkehr heißt es Aufmerksamkeit erregen, um größere Sicherheit zu bekommen.

Interessant für den Alltagsgebrauch sind auch "intelligente Sportschuhe". Sie können etwa die zurückgelegte Distanz, Zeit, durchschnittliche Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch des Läufers errechnen und speichern.

5. Beruf und Kontrolle

In diese Kategorie gehört elektronische Kleidung, die bestimmte Arbeitsprozesse schneller und effizienter gestalten kann. Sehr verbreitet sind inzwischen die sogenannten Handgelenk-Computer, die dem Träger bei der Verrichtung seiner Arbeit die nötigen Informationen zukommen lassen.

Bremer Informatiker rüsteten einen Arbeits- zum Datenhandschuh um. Mit dazu gehört ein Head Mounted Display, eine Art Mini-Bildschirm, der wie eine Brille über einem Augen platziert ist und dem Träger wichtige Arbeits-Informationen direkt in sein Blickfeld einspeist.

Presst man Mittelfinger und Daumen des Handschuhs zusammen, können Menüpunkte des Mini-Bildschirms aktiviert werden.

Ein großes Einsatzgebiet könnten Wartungsarbeiten und Kontrollinspektionen sein. Ein weiterer Vorteil: Anwender könnten je nach System und Einsatz auch mehr Bewegungsfreiheit für die Hände bekommen.

Autorin: Marion Werner

Stand: 11.10.2017, 16:13

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