Die richtige Schuhpflege

Schuhe

Die richtige Schuhpflege

Richtige Schuhpflege ist gar nicht so schwer. Vor allem, wenn man es regelmäßig und unter Beachtung der folgenden Tipps tut. Dann macht es am Ende vielleicht sogar Spaß und ist nicht leidige Pflicht. Denn nur wenig bietet ein schnelleres und befriedigenderes Erfolgserlebnis als das Schuhe putzen: Man sieht sofort, was man gemacht hat.

Gehen Sie sorgfältig mit ihren Schuhen um

Ein alter Mann an einer Häuserwand beim Schuhe putzen. Vor ihm stehen viele Paar Schuhe.

Regelmäßiges Putzen ist wichtig

Ziehen Sie Schuhe am besten mit einem Schuhlöffel an. Der Fersenteil des Schuhs wird dadurch sehr stark entlastet und bricht nicht so schnell aus. Haben Sie einmal keinen Schuhlöffel zur Hand, tut es auch ein Taschentuch (es sollte natürlich nicht aus Papier sein) oder das Ende eines Gürtels. Versuchen Sie bei der Schuhwahl auch an mögliche Wetterwechsel zu denken. Eine Ledersohle ist im Winter schnell zerstört.

Wechseln Sie Ihre Schuhe täglich

Was für Frauen ganz normal ist, fällt Männern um einiges schwerer. Zu einfach ist es, morgens die am vorigen Abend locker abgestellten Schuhe einfach wieder anzuziehen. Das ist aber leider ganz schlecht für den Schuh. Bedenken Sie, dass ein Schuh im Laufe eines Tages ein Schnapsglas voll Feuchtigkeit aufnehmen muss.

Spannen Sie ihre Schuhe immer auf

Zwei Schuhspanner nebeneinander.

Schuhspanner erleichtern das Putzen

Schuhspanner, möglichst aus Holz, sind ein absolutes Muss. Sie verlängern die Lebensdauer ihrer Schuhe um ein Vielfaches, verhindern das Brüchigwerden des Leders, sie sorgen für die Beibehaltung der Schuhform und erleichtern das Putzen, kurz sie sind einfach unerlässlich. Es gibt übrigens auch kleine Spanner für zierliche Damenschuhe oder Pumps. Schuhspanner sind auch nicht teuer. Sie müssen nicht unbedingt aus Holz sein. Für wenig Geld sind schon die Plastikausführungen zu kaufen.

Vor der Pflege kommt die Reinigung

Tragen Sie keinesfalls Schuhcreme auf einen dreckigen Schuh auf! Abgesehen davon, dass der Schuh vermutlich fleckig wirken wird, weil die Deckkraft der Creme nicht ausreicht, verhindert der Dreck das Eindringen der lederpflegenden Creme. Das Leder trocknet mit der Zeit aus und wird spröde. Die Folge sind Risse. Der Schuh geht kaputt.

Zwei Schuhbürsten liegen nebeneinander.

Zuerst kommt das Bürsten

Reinigen Sie lieber den Schuh folgendermaßen: Entfernen Sie mit einer Bürste vorsichtig den gröbsten Dreck. Danach waschen Sie die Schuhe unter wenig lauwarmen Wasser ab. Aber Achtung: Nicht alle Leder sind wasserverträglich. Am besten erkundigen Sie sich vorher bei ihrem Schuhmacher oder probieren es vorsichtig an einer unsichtbaren Stelle aus. Wenn Sie vor dem Trocknen ein wenig Terpentinwachs auf dem ganzen Schuh auftragen, werden Trocknungsflecken wirkungsvoll verhindert.

Zum Trocknen stopfen Sie die Schuhe am besten mit einer Zeitung aus (ein altes, aber wirkungsvolles Hausmittel). Legen Sie die Schuhe auf die Seite, das fördert den Trocknungsprozess und bringen Sie nicht zu nah an die Heizung. Das ist Gift für das Leder.

Falls Sie nicht so viel Zeit haben und wenn die Schuhe nicht zu stark verschmutzt sind, können Sie auch einen Lederreiniger benutzen, der den Vorteil hat, dass die Schuhcreme sofort aufgetragen werden kann. Verwenden Sie nicht zuviel Creme und lassen Sie sie gut einziehen. Dann können Sie entweder mit dem Politurtuch oder der Bürste polieren.

Wildleder bedarf der besonderen Pflege

Wasserflecken lassen sich auf unempfindlichem (Glatt)-Leder leicht mit ein wenig Petroleumwachs reinigen. Wildleder können davon jedoch nur durch ein komplettes Wasserbad gesäubert werden. Sie legen den ganzen Schuh in lauwarmes Wasser, lassen in zehn Minuten durchfeuchten, reiben dann mit wenig Sattelseife den Schuh gleichmäßig ab und spülen ihn mindestens drei Minuten unter kaltem Wasser ab. Dann lassen sie ihn vortrocknen und spannen ihn auf. Noch vor dem Trocknen sollte der Strich des Leders mit einer speziellen Wildlederbürste ausgerichtet werden. Dann sollte der Schuh mindestens zwölf Stunden trocknen. Anschließend wird der Schuh mit einem sandhaltigen Radiergummi aufgerauht und dann wieder mit der Wildlederbürste frisiert. Schließlich sprühen Sie den Schuh mit einer speziellen Wildlederimprägnierung ein.

Gehen Sie rechtzeitig zum Schuhmacher

Ein Schumacher klopft mit einem Hammer einen Absatz fest.

Letzte Instanz: der Schuhmacher

Sollten Ihre Schuhe trotz regelmäßiger Pflege die ersten Abnutzungserscheinungen zeigen, gehen Sie zum Schuhmacher. Er kann sich lösende Nähte, aufplatzende Klebestellen und durchgelaufene Sohlen viel besser (und damit günstiger) reparieren, wenn die Abnutzung noch nicht zu massiv ist. Sollte der Schuh dennoch starke Verschleißerscheinungen zeigen: Wegwerfen ist nicht notwendig. Fast jeder gute Lederschuh ist reparabel.

Autor/in: Rolf Stephan

Stand: 30.08.2012, 06:00

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