Ein Besuch im Erotikgeschäft

Ein Besuch im Erotikgeschäft

Für Planet Wissen hat Inhaberin Claudia Kreymann die Türen ihres Erotikgeschäfts "Mon Plaisir" in Dortmund geöffnet.

Eine Frau lacht in die Kamera

Claudia Kreymann besitzt ein Erotikgeschäft in Dortmund. Ihre Freunde und Verwandte haben sich mittlerweile daran gewöhnt; ihr Ehemann wusste immer schon von diesem Traum. "Manche ziehen ihn ins Lustige, um nicht zu zeigen, dass ihnen das Thema peinlich ist."

Claudia Kreymann besitzt ein Erotikgeschäft in Dortmund. Ihre Freunde und Verwandte haben sich mittlerweile daran gewöhnt; ihr Ehemann wusste immer schon von diesem Traum. "Manche ziehen ihn ins Lustige, um nicht zu zeigen, dass ihnen das Thema peinlich ist."

"Sex ist etwas Tolles, etwas Spannendes", sagt Kreymann. Manche steigern diese Spannung durchs Verkleiden, etwa mit Masken. Einige Kunden sind aber erst mal gehemmt, den Laden zu betreten: "Ich hatte schon Kundinnen, die erzählt haben, dass sie schon fünfmal da waren, sich aber nicht reingetraut haben." Aber Claudia Kreymann verspricht: "Ich vergesse die Gesichter und auch, was sie gekauft haben."

Ein Eis am Stiel? Nein, ein Dildo. Dildos und Vibratoren kommen in den unterschiedlichsten Farben und Formen daher. Auch ein vermeintlicher Lippenstift kann sich als Sexspielzeug entpuppen. Damit die Privatsphäre geschützt wird, verkauft Kreymann ihre Ware in neutralen Tüten.

Ein Renner bei den Frauen ist dieser unscheinbar aussehende Auflegevibrator. "Die wenigsten Frauen wollen sich bei der Selbstbefriedigung etwas einführen", sagt Kreymann. Der Auflegevibrator aus Silikon stimuliert die Klitoris.

Liebeskugeln dagegen werden von der Frau eingeführt. Sie sollen die Beckenbodenmuskulatur trainieren und das Inkontinenzrisikio verringern. Gleichzeitig sollen sie sogar dafür sorgen, dass die Frau besser zum Orgasmus kommt. Es gibt Liebeskugeln in verschiedenen Größen und aus verschiedenen Materialen wie Glas und Metall. Mittlerweile können einige sogar mit einer App verwendet werden, die die Kugeln per Bluetooth zum Vibrieren bringt. "Man muss mit den Liebeskugeln wirklich trainieren. Sonst ist es so, als ob man im Fitnessstudio nur an der Theke steht", sagt Kreymann.

Ein Raum des Erotikgeschäfts in Dortmund ist Dessous und erotischer Wäsche vorbehalten. Schwarz und rot sind dabei die Farben der Wahl. Kreymann vermutet, dass sie so beliebt sind, weil sie elegant und edel aussehen. Knallfarben gibt es hingegen fast nie, anders als beim bunten Sexspielzeug.

Auch für "untenrum" gibt es Wäsche, die "nicht unbedingt alltagstauglich", sondern erotisch ist, so Kreymann. Viele ihrer Kundinnen kommen wegen der Dessous. Erotische Wäsche für Männer sei hingegen schwerer zu finden: "Dabei wollen sie auch etwas Schönes." Meistens gebe es erotische Wäsche für Männer nur in Lack, Leder und Latex.

Für das männliche Vergnügen gibt es unter anderem Tenga-Eggs. Von außen sehen sie aus wie Ostereier, innen wartet die Überraschung: ein dehnbarer Masturbator. Kreymann bietet auch Workshops für Männer und Frauen an. Männer lernen unter anderem, wie die weibliche Intim-Massage funktioniert.

Ebenfalls für Männer: Penisringe. Sie werden über den Penis gestreift und dieser damit abgeschnürt. Der Blutstau kann zu einer längeren und stärkeren Erektion führen. Ergänzt werden können die Penisringe durch Hodenringe. Die Kundinnen und Kunden können sich von Kreymann beraten lassen. "Je offener ich bin, desto offener werden die Kunden."

Dieser Paarvibrator wird während des Geschlechtsverkehrs von der Frau getragen. Das schmale Ende wird zusammen mit dem Penis eingeführt, das breite Ende liegt auf der Klitoris. Paarvibratoren stimulieren somit den G-Punkt, die Klitoris und den Penis gleichzeitig.

Bücher wie "Fifty Shades of Grey" machten die Menschen offener, etwa auch für Peitschen, so Kreymann. Sie verkauft beispielsweise auch Halsbänder. Trotzdem denkt sie, dass der Trend bei Jugendlichen eher wieder zu Prüderie gehe. Jugendliche würden überfrachtet mit Pornografie. "Die Seele kommt nicht hinterher."

Stand: 20.06.2017, 13:33 Uhr

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