Ein Flußbarsch beißt an

Angeln

Angelfischarten in Deutschland

Im Süßwasser lassen sich allein in Nordrhein-Westfalen mehr als 30 Fischarten mit der Angel erbeuten, viele davon sind hervorragende Speisefische. Aber auch im Meer gibt es schmackhafte Fische. Hier eine Auswahl der beliebtesten Arten.

Von Vladimir Rydl


Forelle

Wo die heimische Bachforelle (salmo trutta fario) noch selbst laichend ihren Bestand erhalten kann, ist ein Fluss noch in Ordnung. Leider ist dies durch Verschlammung und Begradigung der Gewässer nicht mehr oft möglich.

In der Regel erreicht die Bachforelle ein Gewicht von zwei Kilogramm. Ausgewachsene Meer- oder Seeforellen können hingegen bis zu 15 Kilogramm schwer werden.

Zwei Forellen.

Die Forelle ist ein beliebter Speisefisch

Wels

Ursprünglich kam der europäische Wels (silurus glanis) in Osteuropa bis zur Elbe und im Donaugebiet vor. Inzwischen ist er auch im Einzugsgebiet des Rheins heimisch und wurde in viele Seen eingesetzt. Mit Längen von zwei bis drei Metern und einem Gewicht von mehr als 80 Kilogramm ist er der Traum vieler Angler.

Der Wels ist ein Raubfisch, der eigentlich alles frisst, was in seine beeindruckende Mundhöhle passt. Dies können durchaus auch ausgewachsene Enten sein.

Trotz der beeindruckenden Größe brauchen sich Schwimmer und Badegäste nicht zu ängstigen, Welse sind harmlos. Beim Schnorcheln kann man sich diesen scheuen, aber neugierigen Tieren bis auf Streichelentfernung nähern.

Präparierter Wels

Der präparierte Wels "Kuno": Er wog 79 Kilo bei 1,62 Metern Länge

Hecht

Hechte (esox lucius) sind durch ihren torpedoförmigen Körper mit weit hinten liegenden Flossen absolute Kurzstreckensprinter. Sie lauern in Pflanzenwäldern oder in versunkenen Bäumen auf vorbeischwimmende Beute.

Bei möglichen Längen von mehr als 1,50 Metern und einem Gewicht von mehr als 30 Kilogramm kann diese Beute bei großen Hechten ebenfalls sehr groß sein. Trotz der beeindruckenden Zähne sind auch Hechte keine Gefahr für Badegäste.

Ein Hechtkopf

Ausgewachsene Hechte haben keine natürlichen Feinde

Zander

Der Zander (sander lucioperca), auch Hechtbarsch genannt, kam wie der Wels früher nur in der Elbe und weiter östlich vor. Heute ist er ebenfalls im Rheingebiet und durch Besatz in vielen Seen heimisch geworden. Als die Seen durch Überdüngung und Algenwuchs immer trüber wurden, sollte er den zurückgehenden Hechtbestand ersetzen.

Als hervorragender Speisefisch erreicht der Zander Längen bis 1,20 Meter bei einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm.

Ein gefangener Zander liegt am Ufer auf Steinen. Hinter ihm kniet der Angler, die Angel in der Hand.

Ein Zander aus der Oder

Flussbarsch

Der Flussbarsch (perca fluvialis) kommt überall in West- und Osteuropa vor. In vielen Seen gehört er zu den häufigsten Fischen. Gigantische Schwärme von Jungbarschen ernähren nicht nur die großen Barsche, sondern auch alle anderen Raubfische eines Gewässers während des Jahres.

Wirklich große Exemplare sind selten, aber mit 60 Zentimetern Länge bei 3,5 Kilogramm Gewicht sind sie schon beeindruckende Räuber und hervorragende Speisefische.

Beim Schnorcheln oder Tauchen lassen sich mitunter Trupps mittelgroßer Barsche beobachten, die Wolfsrudeln ähnlich Jungfischschwärme zusammentreiben und dadurch sehr erfolgreich jagen.

Flussbarsch

Der Flussbarsch ist durch seine charakteristische Rückenflosse leicht zu erkennen

Karpfen

Schon die Römer züchteten den ursprünglich aus dem Einzugsgebiet des Kaspischen Meeres stammenden Karpfen (cyprinus carpio). Er kommt in hiesigen Gewässern sowohl als längliche Wildform mit vollständigem Schuppenkleid vor als auch in seinen Zuchtformen bis zum schuppenlosen Lederkarpfen.

Völlig ausgewachsen erreicht er bei 1,20 Metern Länge ein beeindruckendes Gewicht von mehr als 50 Kilogramm. Da Karpfen ziemlich anspruchslose Allesfresser sind, lassen sie sich sehr gut in Teichen züchten.

Angler hält einen großen Karpfen.

Große Karpfen werden auch "Wasserschweine" genannt

Barbe

Die Barbe (barbus barbus) sieht man oft in Flüssen, wenn sie sich am Grund um die Längsachse dreht und ihr goldschimmernder Bauch aufblinkt. Sie nimmt ihre Nahrung vom Grund auf und gilt als wilder, ausdauernder Kämpfer an der Angel.

An der Fliegenrute kann sie bei einer Länge von mehr als 80 Zentimetern und einem Gewicht von mehr als acht Kilogramm für Probleme sorgen.

Barbe unter Wasser

Die Barbe spürt mit ihren Bartfäden Grundtiere auf

Aal

Der Aal (anguilla anguilla) laicht in der Sargassosee östlich der Karibischen Inseln. Seine Larven treiben mit dem Golfstrom an unsere Küsten und steigen in die Flüsse auf. Nach zehn bis zwölf Jahren wandern die erwachsenen Tiere dann wieder zur Sargassosee, um zu laichen.

Aale, die in Seen keine Möglichkeit haben zurückzuwandern, können bis zu 1,50 Meter lang und circa acht Kilogramm schwer werden.

Aal an Land

Der Bestand der Aale nimmt immer mehr ab

Dorsch (Kabeljau)

Der Dorsch (gadus morrhua) ist wohl der beliebteste Fisch unserer Küsten. Er wird etwa 1,50 Meter lang, bei mehr als 35 Kilogramm Gewicht.

Dorsche gelten als hervorragende Speisefische. Darum hat die Berufsfischerei über viele Jahre Raubbau an den Beständen geübt, so dass der Dorsch kaum noch gefischt werden darf.

Dorsch im Aquarium.

Dorsche sind stark überfischt

Makrele

Die Makrele (scomber scombrus) ist nicht wegen ihrer Rekordgrößen beliebt. Sie wird bis zu 60 Zentimeter lang und 2,5 Kilogramm schwer.

Da sie in großen Schwärmen vorkommt, sind wahre Massenfänge möglich. Mitunter beißen gleich mehrere Makrelen auf die mit Natur- oder Kunstködern versehene Angel.

Mehrere Makrelen unter Wasser

Makrelen treten in großen Schwärmen auf

(Erstveröffentlichung 2006. Letzte Aktualisierung 18.06.2019)

Quelle: WDR

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