Ski alpin

Ein Skifahrer springt über einen Vorsprung im Berg.

Sport

Ski alpin

Elegantes Tanzen im Schnee, leichtes Schwingen auf präparierten Pisten, rasante Abfahrten durch stiebenden Tiefschnee – beim alpinen Skilauf haben Winter für Winter Millionen von Freizeitläufern Spaß und genießen die pure Erholung im Hochgebirge. Aber Skilaufen kann auch ein gefährlicher Sport sein: Wetterkapriolen, unsichere Schneeverhältnisse und Verletzungsrisiken schrecken ab.


Der Hang zur Piste

Die Luft ist kalt und klar, es hat geschneit, die Sonne scheint auf die Piste. Ein Anblick, den über sieben Millionen deutsche Skiläufer lieben. Doch nicht nur diese weiße Aussicht. Sie genießen es auch, die Winterlandschaft an sich vorbeiziehen zu sehen, auf Skiern. Ebenso fasziniert sind weltweit etwa 100 Millionen Freizeitläufer von dem als spannend und dynamisch geltenden Sport.

Bereits in den 1950er Jahren wurde Skifahren zur Massenbewegung. Seitdem hat sich viel auf den Pisten getan. So ist früher eine große Gruppe dem Skilehrer hinterhergefahren. Heute finden sich die meisten Wintersportler in kleinen Gruppen zusammen oder sind ganz allein unterwegs. Doch noch immer ist die Faszination um die kalten Bretter ungebrochen.

Zwei Skifahrer

Ski fahren – für viele ein Genuss

Aus der Not geboren

Skifahren war in seinem Ursprung kein Freizeitsport und angenehm schon gar nicht. Vor Tausenden von Jahren mussten die Jäger mit Pfeil und Bogen in schneereichen Wintern vor allem schnell und behände sein, um das fliehende Wild zu erlegen. Wer das nicht beherrschte, dem drohte der Hungertod.

So verbreiteten sich vor etwa 5000 Jahren längliche Schneeschuhe, mit denen man gleiten konnte, ohne tief einzusinken. Reste von alten Schneeschuhen wurden in Zentralasien, der Mongolei, Sibirien und der Türkei gefunden.

Auch in Finnland und Schweden trug man vor etwa 4000 Jahren diese Vorläufer der Skier. In Norwegen stieß man auf uralte, gut erhaltene Steinzeichnungen eines jagenden Skiläufers.

Die Länge der Spezialschuhe variierte zwischen ein und drei Metern. Bereits während der Bronzezeit (etwa 2200 bis 800 vor Christus) erhielt der Ski die uns vertraute Form.

Erstaunt gaben antike Geschichtsschreiber aus Griechenland und Italien Berichte über wilde Völker weiter, die am Rande der Weltreiche im Schnee lebten und in eisiger Kälte auf Holzbrettern umherrutschten.

Die Skandinavier beteten zu dieser Zeit vor allem für ihr Jagdglück, guten Schnee und schnelle Skier zum Skigott "Ull" und der Göttin "Skadi". Wer gut Ski fuhr, war im Norden hoch angesehen.

Von den ersten Skiern Mitteleuropas wurde 1689 in Krain (Slowenien) berichtet: "Bauern flogen auf hültzernen Brettlein die Berge hinunter". In Deutschland wurde das Skifahren erstmals 1771 besungen – in einer Ode von Friedrich Gottlieb Klopstock.

Das Gemälde zeigt Friedrich Gottlieb Klopstock im Profil

Friedrich Gottlieb Klopstock schrieb eine Ode auf das Skifahren

Mit Pelzschuhen und Pumphosen

Der moderne Skilauf begann in Skandinavien. Um 1865 erschienen dort die ersten "Anleitungen für das Skilaufen". In Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde der Ski etwa um das Jahr 1880 populär.

Im völlig verschneiten Harz bewährte er sich erstmals im Dezember 1886, als waghalsige Postboten auf Schneeschuhen auch schwer erreichbare Dörfer belieferten. General von Hindenburg ließ 1892 Kriegsschulabsolventen mit Skiern ausstatten.

Zur gleichen Zeit wurde der Ski erstmals auch für Freizeit und Sport entdeckt: In München gründete sich 1893 der "Schneeschuh-Verein". Man trug dabei Pelzschuhe aus Hundehaut und Pumphosen aus steifem Loden oder Cord. Das ständige Umfallen auf den windschiefen, selbst gebastelten Brettern gehörte zum reinsten Vergnügen.

Im Berner Oberland wagten reiche, verrückte Engländer die ersten halsbrecherischen Abfahrten, um sich anschließend wieder stundenlang und Schritt für Schritt die Hänge hinauf zu quälen – denn bequeme Sessellifte und präparierte Pisten gab es noch nicht. Jede noch so kleine Bergtour auf Skiern war anstrengend, manchmal sogar ein Abenteuer.

Schwarzweiß-Bild: Skifahrer in den 1930er Jahren

Skifahren in den 1930er Jahren

Profis der Abfahrt

Ski Alpin ist nicht nur Freizeitsport. Auf speziell präparierten Skipisten messen Profiläufer ihr Können und vor allem ihre Schnelligkeit. Entlang einer Rennstrecke werden Fangnetze aufgestellt, Polsterungen angebracht und spezielle Sturzzonen eingerichtet, denn die Fahrer sind mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde unterwegs und das Verletzungsrisiko ist hoch.

Neben den Skiern gehört auch eine gute Schutzkleidung zur Ausrüstung: Schienbeinschoner, Handschoner, Helme und Gesichtsschutz sind Pflicht.

Die beiden bekanntesten internationalen Wettkämpfe sind der "Alpine Skiweltcup" und alle zwei Jahre die "Alpine Skiweltmeisterschaft".

Ski Alpin gehört seit den Olympischen Winterspielen 1936 zu Olympia. Seitdem dürfen auch Frauen an den Wettkämpfen teilnehmen. Die ersten Winter-Paralympics wurden im Anschluss an die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville (Frankreich) austragen.

Ein Ski-Rennläufer  während eines Sprungs

Waghalsiger Sport

Außer Skifahren

Neben den Zwillingsbrettern wird das Snowboard immer beliebter. Vom Surfboard inspiriert, wird 1972 das erste Schneebrett gebaut. 1985 messen sich die Snowboarder bei der ersten Europameisterschaft im Bayerischen Schliersee und beim ersten Weltcup im Österreichischen Zürs. Und schließlich findet 1993 die erste Snowboardweltmeisterschaft in Ischgl (Österreich) statt.

Snowboarden wird 1995 ins olympische Programm aufgenommen. Die Sportart wird über die Jahre immer populärer. So sind die Snowboardwettkämpfe bei den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City als erste ausverkauft.

Besonders beliebt bei den Zuschauern sind die Wettbewerbe in der Halfpipe. In Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Skiverbandes mehr als zwei Millionen Einbrettfahrer aktiv.

Ein Snowboarder beim Sprung

Das Snowboard erobert immer mehr die Pisten

Problemsport Ski Alpin

Der Skitourismus sichert zehntausende Arbeitsplätze in den Alpen. Er schafft Modernität. Eine ganze Skiindustrie profitiert vom Boom, denn neue Produkte wie Carving-Ski oder Snowboards bewähren sich auf dem Markt.

Aber der Wintersport gilt längst nicht mehr nur als Wirtschaftsmotor, er brachte in der Vergangenheit auch Struktur- und Umweltprobleme: Planierte und platt gewalzte "Ski-Autobahnen" und moderne Sessellifte führen durch zuvor unberührte Landschaften.

Hotels ersetzen abgelegene Pensionen und 80 Prozent aller Wintersportler reisen mit dem Auto an. Ein Umweltbewusstsein ist nur langsam gewachsen.

Heute wird zunehmend umgedacht. So müssen massive Eingriffe in die Landschaft genehmigt werden, beim Pistenbau gerodete Büsche und Bäume müssen neu angepflanzt werden.

Auch für die Skitouristen bedeutet der Sport im Schnee nicht immer nur Vergnügen. Nach Angaben der Auswertungsstelle für Skiunfälle verletzten sich in der Saison 2015/16 etwa 42.000 der Ski- und Snowboardfahrer. Für mehr als 7.000 Deutsche endete der Winterurlaub mit Knie- oder Schulterverletzungen im Krankenhaus.

Menschenmassen vor und in Sesselliften

Problem Massentourismus

Autorinnen: Claudia Kracht/Claudia Kynast

Stand: 09.11.2017, 13:36

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