Schaumweine - die feinen Unterschiede

Champagner

Schaumweine - die feinen Unterschiede

Champagner darf sich nur der Schaumwein nennen, der aus den Anbaugebieten der Champagne stammt. Aber was zeichnet eigentlich einen Schaumwein aus? Und wie heißen die Schaumweine außerhalb der Champagne?

Sekt, Spumante und andere

Schaumwein ist der Oberbegriff für alle perlenden Weine. Schaumweine, die nach der sogenannten "méthode champenoise" hergestellt werden, aber aus anderen französischen Regionen stammen, heißen "Crémant". Bekannt sind der Crémant d´Alsace aus dem Elsass, der Crémant de Bourgogne aus dem Burgund und der Crémant de Loire aus der Weinbauregion des gleichnamigen Flusses. Im Großherzogtum Luxemburg gibt es den Crémant de Luxembourg. Ein Schaumwein muss mindestens zehn Prozent Alkohol haben und der Kohlensäuredruck muss mindestens drei Bar betragen. Auch das Anbaugebiet muss auf dem Etikett stehen.

Kommt ein Schaumwein aus einem deutschen Weinanbaugebiet, wird er als Sekt bezeichnet. Der Name leitet sich von dem lateinischen Wort "siccus" ab und heißt trocken. In Spanien ist es der Cava und in Italien der Spumante. Prosecco ist nicht, wie oft angenommen, ein italienischer Schaumwein, sondern der Name einer weißen Rebsorte, die in der Region Veneto sowohl zu Wein als auch zu Perl- und Schaumwein verarbeitet wird. Das Herstellungsverfahren spielt bei all diesen Schaumweinen wie beim Champagner eine wesentliche Rolle. Da gibt es die aufwendige Flaschengärung und die Vergärung in großen Tanks. Die unterschiedlichen Qualitäten zeigen sich nicht zuletzt im Preis für den Verbraucher.

"Fingerabdruck" gegen Etikettenschwindel

Champagnerflaschen in einem Weinkeller

Champagner sollte nicht lange gelagert werden

Spanische Wissenschaftler der Universität Sevilla haben herausgefunden, wie man billige Fälschungen von echtem Champagner unterscheiden kann. Sie entdeckten, dass jeder Schaumwein einen "individuellen Fingerabdruck" aus Spurenelementen besitzt. Daraus lässt sich genau ablesen, aus welcher Region er stammt. So hat man in Tests mit einem spanischen Cava und einem französischen Champagner herausgefunden, dass sie unterschiedliche Konzentrationen von Spurenelementen wie Zink und Strontium haben. Der Test zeigte, dass die Konzentration dieser Metalle so typisch war wie der Fingerabdruck eines Menschen. Etikettenschwindel hat theoretisch keine Chance mehr. Ein solches Verfahren lohnt sich aber erst, wenn man das nötige Kleingeld hat und vielleicht einen sündhaft teuren Jahrgangschampagner sein Eigen nennt.

Autor/in: Bärbel Heidenreich

Stand: 13.07.2012, 13:00