Börse für Anfänger: Was sind Zähler und Punkte?

Bulle und Bär stehen auf einem steigenden Pfeil.

Börse

Börse für Anfänger: Was sind Zähler und Punkte?

Zähler, Punkte, Dax und Derivate – können Sie auch kein Börsenlatein? Wir haben die wichtigsten Begriffe zusammengestellt und erklärt. Machen Sie mit beim Börsenlatein für Anfänger.

Aktie

Wenn ich an der Börse eine Aktie kaufe, dann kaufe ich einen Anteil an einem Unternehmen. Der ist natürlich klitzeklein, trotzdem sind Rechte damit verbunden. Zum Beispiel wird man prozentual am Unternehmensgewinn beteiligt und darf zur Hauptversammlung.

Wenn man eine Aktie verkauft, gehen die Rechte auf den neuen Besitzer über. Noch wichtig zu wissen: Es gibt verschiedene Aktientypen.

Aktiengesellschaft

Unternehmen müssen sich eine juristische Form geben, wenn sie sich gründen. Aktiengesellschaften zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie vielen tausend Menschen gehören. Als Beleg für diesen Besitz dient die Aktie.

Aktiengesellschaften sind gesetzlich dazu verpflichtet, im Sinne ihrer Eigentümer zu handeln, das heißt: möglichst viel Profit machen.

Bär

Der Bär symbolisiert die schlechte Zeit an der Börse. Es gibt viele Verkäufer, aber wenig Käufer; die Preise für die Wertpapiere sinken. Wenn es ganz schlimm kommt, bricht die Börse zusammen. Als Eselsbrücke kann man sich merken, dass der Bär den Kopf eher unten trägt. Das Fachwort beginnt ebenfalls mit einem B: Baisse.

Bulle

Der Bulle steht für die gute Zeit an der Börse. Alle kaufen und verkaufen wie verrückt, die Preise für die Wertpapiere steigen. Als Eselsbrücke kann man sich merken, dass der Bulle den Kopf eher oben trägt. Das Fachwort lautet Hausse.

DAX

Dax steht für Deutscher Aktienindex. In einem Index werden Aktiengesellschaften nach bestimmten Kategorien gebündelt. Beim DAX sind es die 30 deutschen Unternehmen, die den höchsten Wert an der Börse besitzen und deren Aktien am stärksten nachgefragt sind.

Die gezackte Kurve, die man in den Börsennachrichten sieht, zeigt den Wert der Aktien an, wobei die Unternehmen unterschiedlich gewichtet werden. Dieser Wert wird im Sekundentakt ermittelt.

Depot

Depots sind virtuelle Sammelmappen für Aktien, die von Banken eingerichtet werden. Diese Dienstleistungen lassen sich die Banken natürlich bezahlen. Das Problem: Ohne ein Depot kann man keine Aktien kaufen.

Deutsche Börse

Die Deutsche Börse in Frankfurt am Main zählt zu den weltweit größten Wertpapierbörsen. Sie gehört der Deutschen Börse AG, die noch zahlreiche weitere Tochterunternehmen hat und im Dax gelistet ist. Wie alle Börsen wird auch die Deutsche Börse von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) kontrolliert.

Hochfrequenzhandel

Beim Hochfrequenzhandel kaufen und verkaufen Computer Wertpapiere ganz ohne Menschen. Die Computer sind so programmiert, dass sie in Sekundenbruchteilen auf kleinste Kursschwankungen reagieren. Die Gewinne betragen zwar meist nur ein paar Zehntelcent, aber durch die Masse lohnt es sich für die Betreiber.

Index

Von einem Index spricht man, wenn mehrere Unternehmen zusammengefasst und ihre Aktienwerte als ein gemeinsamer Wert dargestellt werden. Die großen Indizes bezeichnet man auch als Leitindizes. Dazu gehören der Dax, ebenso der Dow Jones in den USA, der Euro STOXX in Westeuropa und der Nikkei in Japan.

Auf diese Leitindizes können sich wiederum kleinere Indizes beziehen. Wie viele Indizes an den Börsen registriert sind, ist nicht bekannt, es dürften aber mehrere Zehntausend sein. Erfunden werden Indizes meist von Börsen und Banken.

Investmentfonds

Ein Fonds ist wie ein Korb, in dem viele verschiedene Wertpapiere liegen, neben Aktien vor allem Staatsanleihen. Die Vielfalt soll das Verlustrisiko mindern, frei nach dem Motto: Irgendein Papier gewinnt immer. Fonds werden meist von Bankmitarbeitern gemanagt, die sich diese Leistung bezahlen lassen.

Kurs

Wenn Börsianer vom Kurs sprechen, dann meinen sie den Preis, den die Wertpapiere gerade an der Börse erzielen. Die Preise werden von den Börsenhändlern ermittelt und ändern sich oft im Sekundentakt. Die Aktiencharts mit ihren gezackten Kurven zeigen, wie sich die Preise entwickelt haben.

Punkte (Zähler)

An den Punkten erkennt man, wie sich der Wert des Dax im Verhältnis zu seinem Ausgangswert 1987 entwickelt hat. Den Ausgangswert hat man damals (willkürlich) mit 1000 Punkten gleichgesetzt. Schließt die Börse heute also bei 800 Punkten, liegt der Dax unter dem Wert von 1987. Sind es 10.000 Punkte, hat sich der Dax-Wert verzehnfacht.

Bislang ist der Wert des Dax gestiegen. Punkte und Zähler meinen dasselbe. Wenn in den Börsennachrichten die Rede davon ist, dass der Dax im Vergleich zum Vortag um zwei Prozent gestiegen ist, bezieht sich das auf den Punktestand des Vortags.

Staatsanleihe

Staaten brauchen ständig Geld, um die Staatsausgaben zu finanzieren. Unter anderem leihen sie es sich von Investoren. Die Schuldscheine, die die Investoren bekommen, werden Staatsanleihen genannt.

Die Zinsen orientieren sich an der Wahrscheinlichkeit, mit der die Staaten das Geld zurückzahlen. Staatsanleihen haben feste und meist längere Laufzeiten, können aber trotzdem an der Börse gehandelt werden.

Wertpapier

Aktien, Fonds, Anleihen und Derivate lassen sich auch unter dem Oberbegriff Wertpapier zusammenfassen. Das Wort stammt noch aus der Zeit, als die Investoren tatsächlich Papiere ausgehändigt bekamen.

Xetra

Xetra ist als Schriftzug dauerpräsent in den Börsennachrichten. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus Exchange Electronic Trading und steht für das Computersystem, über das an der Frankfurter Börse nahezu alle Käufe und Verkäufe von Wertpapieren laufen.

Autorin: Beate Krol

Stand: 09.02.2017, 10:00

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