Frankfurt – die europäische Wolkenkratzer-Metropole

Viele verschieden große Wolkenkratzer drängen sich in der Frankfurter Skyline.

Wolkenkratzer

Frankfurt – die europäische Wolkenkratzer-Metropole

Deutschland hat nur eine wirkliche Hochhaus-"Skyline" vorzuweisen: die von Frankfurt am Main. In Europa muss sie nur mit Paris, London und Moskau konkurrieren. Bis zu 300 Meter hoch ragen die Türme der Wolkenkratzer in den Himmel von "Mainhattan".

Stolz auf Mainhattan

Nach dem Krieg wurde Frankfurt zur Stadt der Banken und dadurch in der Folge auch zur Stadt der Hochhäuser. Nachdem das Rennen um den Regierungssitz 1949 zugunsten von Bonn entschieden worden war, bekam Frankfurt gewissermaßen "zum Trost" den Sitz der Deutschen Bundesbank zugesprochen.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte ließen sich mehr als 550 in- und ausländische Banken und Versicherungen sowie weitere 2000 Finanzdienstleiter in Frankfurt nieder. Nicht wenige von ihnen wollten ihre Bedeutung mit einem repräsentativen Hochhausbau auch nach außen hin unterstreichen, abgesehen davon, dass der Platz für Büroraum in der City knapper wurde.

Proteste gegen die Hochhäuser

So entstand von den 70er Jahren an das Bankenviertel in der City, zwischen Hauptwache, Alter Oper und Hauptbahnhof. Auch im Stadtteil Westend wurden viele alte Häuser abgerissen, wogegen viele Bewohner protestierten. Frankfurts autonome und linke Gruppen organisierten schließlich mit Hausbesetzungen den "Frankfurter Häuserkampf". Er hatte nur teilweise Erfolg: Einerseits konnten viele vom Abriss bedrohte Gründerzeitvillen gerettet werden, andererseits wurden viele andere Bewohner durch Büros vertrieben.

Frankfurter Skyline durch die Scheibe einer Toilette in einem Hochhaus.

Toiletten mit Blick auf die Skyline

Mit der Entscheidung, die Deutsche Bundesbank nach der Wiedervereinigung in Frankfurt zu belassen und mit der Wahl Frankfurts zum Sitz der Europäischen Zentralbank setzte in den 1990er Jahren ein zweiter Bauboom ein. Proteste gegen den Ausbau der Skyline gibt es auch heute noch, sie sind aber längst nicht mehr so vehement wie in den 1970er Jahren.

Wolkenkratzer-Festivals für die Öffentlichkeit

Inzwischen flanieren bei sogenannten Wolkenkratzer-Festivals jeweils mehrere Hunderttausend Menschen durch die City, um sich über die Bauten zu informieren und eventuell eine Fahrt in die oberen Etagen machen zu dürfen. Denn anders als viele Wolkenkratzer in New York City sind Frankfurts Hochhäuser nicht öffentlich zugänglich.

Erste Ausnahme: der im Jahr 2000 eröffnete "Maintower" der Landesbank Hessen-Thüringen, der in 200 Metern Höhe eine Aussichtsplattform bietet. Ein weiteres Novum ist das im Jahr 1999 fertiggestellte "Eurotheum" als erstes kombiniertes Büro- und Wohnhochhaus.

Mit Frankfurts Wolkenkratzern geht es derweil weiter voran, in der Anzahl und auch in die Höhe: Im "Hochhausrahmenplan" der Stadt sind für die nächsten Jahre 22 neue Bauten verzeichnet. Der höchste von ihnen soll der "Millennium-Tower" mit 369 Metern Höhe werden. Nach der Wirtschaftskrise 2008 ist aber nicht klar, ob er überhaupt gebaut wird. Die Stadt bekennt sich mittlerweile offensiv dazu, die Metropole der Wolkenkratzer zu sein: 2004 verlieh sie erstmals den Internationalen Hochhauspreis.

Autorin: Hildegard Knoop

Stand: 05.08.2013, 13:00

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