Schulbildung in Südkorea

In einer koreanischen Schulklasse sitzen Jugendliche mit Schuluniform, vor ihnen steht eine Lehrerin mit einem Headset.

Korea

Schulbildung in Südkorea

Obwohl Südkorea bei den PISA-Tests in den vergangenen Jahren vordere Plätze einnahm, wird das koreanische Lernsystem strikter Faktenorientierung und gnadenloser Auslese auch im eigenen Land immer stärker kritisiert.

Lernen, lernen, arbeiten

Es gibt zahlreiche Studien, die den Siegeszug des (koreanischen) konfuzianischen Kapitalismus in Südkorea oft als das "Wunder vom Han-Fluss" beschreiben. Unbestritten waren die Führer der koereanischen Großunternehmen dynamisch, zielstrebig und risikobereit zu Werke gegangen. Sie konnten sich auf eine Arbeiterschaft verlassen, die Anteil am Ausweg des Landes aus der Armut haben wollte. 

Dass jede Kritik am Wirtschaftswunder dazu führen konnte, als Agent Nordkoreas ins Gefängnis zu wandern, steht auf einem anderen Blatt. Das konfuzianische Bildungs- und Gesellschaftssystem wurde zum Garanten der Industrialisierung. Es beruhte auf dem Ideal des fleißigen, opferbereiten, gebildeten und mit tatkräftiger Entschlossenheit ausgestatteten Arbeiters. So konnten die nach 1961 importierten Technologien schnell adaptiert und später selbstständig weiterentwickelt werden.

Tugendhafte Disziplin

Traditionelle konfuzianische Tugenden wie Achtung des Älteren, Vorgesetzten, der Familie, der Gemeinschaft ergaben einen Rahmen sicheren, bestätigten Handelns, der Erfolge organisieren ließ und Innovationen möglich machte. 

Experten sprechen heute davon, Südkorea sei die einzige funktionierende Planwirtschaft gewesen, gerade weil die ethnische Homogenität, der Nationalismus und hohe sprachliche Bildung feste Punkte in einem flexiblen Rahmen veränderter Lebensbedingungen waren.

Das Ende der Diktatur, die große Wirtschaftskrise von 1997 und die auch in Korea zunehmend spürbare Globalisierung aller Lebensbereiche wird das Land vor neue Herausforderungen stellen, damit es auchkünftig zwischen China und Japan zu besteht. 

Autor: Michael Hänel

Stand: 27.07.2016, 09:30

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