Fünf Nationalparks

Das Bild zeigt einen See in einer Berglandschaft.

Neuseelands Natur

Fünf Nationalparks

  • Neuseelands Nationalparks stehen für eine abwechslungsreiche Tier- und Pflanzenwelt
  • Sie sollen zeigen, wie Neuseelands Natur vor der Ankunft der Siedler aussah
  • Wir stellen hier exemplarisch fünf der zwölf Nationalparks vor

Erst seit weniger als 1000 Jahren ist das "Land der langen weißen Wolke" besiedelt. Dementsprechend war die Natur Neuseelands so lange unberührt wie die kaum eines anderen Landes. Auch heute noch ist der Inselstaat für seine einzigartigen, ursprünglichen Landschaften bekannt - doch längst ist deren Bestand wie in allen Industrieländern der Erde nicht mehr selbstverständlich. 14 Nationalparks, die zusammen etwa zehn Prozent der Landfläche ausmachen, schützen das natürliche Erbe Neuseelands. Planet Wissen stellt fünf von ihnen vor. Alle gehören zum Unesco-Weltnaturerbe.

Tongariro-Nationalpark

Er ist einer von vier Nationalparks auf der Nordinsel und der älteste des Landes: 1887 schenkte der Maori-Häuptling Te Heu Heu Tukino IV. das Gebiet dem neuseeländischen Volk, das es zu geschütztem Terrain erklärte. Benannt ist der Park nach dem 1968 Meter hohen gleichnamigen Vulkan.

Daneben gibt es zwei weitere lavaspuckende Berge: Sie heißen Ruapehu (2979 Meter hoch) und Ngauruhoe (2291 Meter hoch), der streng genommenen ein zweiter Kegel des Tongariro ist.

In Peter Jacksons Filmtrilogie "Der Herr der Ringe", die zu einem großen Teil in Neuseeland gedreht wurde, spielt der Ngauruhoe die Rolle des "Schicksalsbergs"

Der Vulkan Mount Ngauruhoe.

Mount Ngauruhoe im Tongariro-Nationalpark

Alle Vulkane sind aktiv; ein Frühwarnsystem sorgt dafür, dass das beliebte Ski- und Wandergebiet bei einem Ausbruch rechtzeitig geräumt wird.

Für die Maori, die Ureinwohner Neuseelands, haben die Berge des Tongariro-Nationalparks eine besondere spirituelle Bedeutung: Nach einer Maori-Legende geriet der Priester Ngatoroirangiin im Gebiet um Tongariro in einen Schneesturm.

Daraufhin bat er die Götter um Feuer – und sein Gebet wurde erhört: Ihm wurde Wärme geschickt, und der Berg brach aus. Deshalb soll man Tongariro und den anderen Vulkanen besonderen Respekt zollen.

Rakiura-Nationalpark

Im Februar 2002 sind 85 Prozent der Fläche der Insel Rakiura – englisch: Stewart Island – zum geschützten Gebiet erklärt worden.

Das 2000 Quadratkilometer große Eiland (Neuseelands drittgrößte Insel) liegt 30 Kilometer südwestlich der Südinsel und beheimatet den südlichsten Regenwald der Erde, der nur per Boot oder Kleinflugzeug erreicht werden kann.

Das Bild zeigt einen Regenwald, durch den ein Bach fließt.

Auf Rakiura findet man den südlichsten Regenwald der Erde

Das Wetter ist oft feucht, wechselhaft und wegen des Einflusses der Antarktis recht kühl. Hier findet man Neuseelands Natur in ihrer ursprünglichsten Form und ihrer ganzen Vielfalt – acht verschiedene Ökosysteme zwischen Küstenwald und alpinem Grasland in den Bergen.

Auf Rakiura lebt auch der Kiwi noch massenhaft in freier Wildbahn: über 60.000 Exemplare schätzt das für die Nationalparks verantwortliche "Department of Conservation".

Der Name der Insel ist maorischen Ursprungs: "Rakiura" bedeutet "Land des glühenden Himmels" – was auf das Polarlicht der südlichen Hemisphäre anspielt, das man auf der Insel nachts bewundern kann.

Fjordland

Mit mehr als 1,2 Millionen Hektar ist der im äußersten Südwesten der Südinsel gelegene Park bei Weitem der größte des Landes. Wie schon sein Name sagt, wird er landschaftlich von Fjorden dominiert:

Auf der dem Meer zugewandten Seite des Nationalparks findet man 14 dieser Einschnitte, die innerhalb von 100.000 Jahren während der verschiedenen Eiszeiten entstanden sind.

Milford Sound, Südinsel, Neuseeland

Milford Sound - Fjord auf der Südinsel Neuseelands

Der Hintergrund: Ein Fjord ist ein U-förmiges, durch einen Gletscher ausgewaschenes Tal, das vom Meer überschwemmt wurde. Eine eher spirituelle Erklärung haben die Maoris für Entstehung der Fjorde:

Sie schreiben diese dem gigantischen Steinmetz Tute Rakiwhanoa zu, der die tiefen Täler mit seinem Beil in das Land geschlagen hat. Neben den Fjorden gibt es viele Bäume im größten Nationalpark Neuseelands: Zwei Drittel der Fläche sind überwiegend mit Wald bedeckt.

Mount-Cook-Nationalpark

Er beheimatet den höchsten Berg Neuseelands, der ihm auch den Namen gab: den Mount Cook (3754 Meter). Bei dessen Besteigung hat sich Sir Edmund Hillary fit für den Mount Everest gemacht und sich die dafür notwendige Klettertechnik angeeignet. Hillary war 1953 der erste Mensch, der den höchsten Berg der Welt bezwang.

Neuseeland, Mount Cook - See und schneebedeckte Berge

Typische Landschaft des Mount-Cook-Nationalparks

Neben dem Mount Cook gibt es einen weiteren Superlativ im Nationalpark: den längsten Gletscher Neuseelands, den Tasman-Gletscher, der beeindruckende 27 Kilometer misst.

Der Park, der zentral auf der Südinsel liegt, ist eine alpine Region mit 19 Bergen, die über 3000 Meter hoch sind und deren Gipfel ständig schneebedeckt sind. Die Maori nennen den höchsten Berg ihrer Heimat Aoraki – was "Wolken-Durchstecher" bedeutet.

Westland-Nationalpark

Auch dieses geschützte Gebiet beheimatet Gletscher – und zwar einige: Mehr als 60 gibt es im Westland-Nationalpark, der sich als schmaler Streifen an der Westküste der Südinsel entlang erstreckt.

Aber wer denkt, dass dieses Gebiet ein rein alpines ist, der irrt: Zwei der Gletscher, der Fox- und der Franz-Josef-Gletscher, reichen bis an den Regenwald heran – eine weltweit einzigartige landschaftliche Konstellation.

See, Baäume und Vulkan Mount Egmont, auch Mount Taranaki, Südinsel, Neuseeland

Zwischen Regenwald und Bergen

Eine weitere Besonderheit dieser beiden Gletscher: Ihre Abflüsse bewegen sich mit einer Fließgeschwindigkeit von bis zu einem halben Meter pro Tag. Neben den Gletschern beeindruckt der immergrüne Regenwald der Region mit seiner vielfältigen Vogelwelt. Dort findet man zahlreiche selten gewordene einheimische Arten.

Die Maori nennen die von Gletschern geprägte Gegend des Nationalparks "Ka Roimata o Hinehukatere" – "die Tränen Hinehukateres". So erzählt eine Maori-Legende vom Mädchen Hinehukatere, das seinen Liebhaber Tawe dazu ermutigte, mit ihr die Berge zu besteigen. Tawe stürzte dabei zu Tode, und Hinehukateres Tränen formten die Gletscher.

Autorin: Alexandra Stober

Stand: 19.04.2017, 15:02

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