Kuba – ein Naturparadies

Palmen und weißer Sand am Strand von Santa Maria auf Kuba

Inseln

Kuba – ein Naturparadies

Traumstrände mit schneeweißem Sand, unberührte Berge und alte Kolonialstädte - Kubas Charme bringt seit jeher Dichter, Reisende und Schriftsteller ins Schwärmen. Das angenehme Klima macht die größte Insel der Antillen nicht nur zu einem beliebten Reiseland für Sonnenanbeter, sondern lässt auch Tausende verschiedener Pflanzenarten gedeihen. Bekannt sind vor allem Zuckerrohr und Tabakpflanzen für die begehrten kubanischen Zigarren.

Geografische Lage

Blick von einem Berg aus in eine grüne Ebene, die im Hintergrund von Bergen begrenzt wird.

Kuba liegt in der tropischen Klimazone

Kuba, die mit 110.860 Quadratkilometern größte Insel der Karibik, liegt am Eingang des Golfs von Mexiko. Der Staat besteht aus der Hauptinsel, der im Südwesten liegenden Isla de la Juventud, zu deutsch "Jugendinsel", und etwa 1600 kleinen Inseln und Korallenriffen. Die Hauptinsel ist an der schmalsten Stelle nur 50 Kilometer breit, an der breitesten rund 200 Kilometer und etwa 1250 Kilometer lang.

Die Insel ist ungefähr so groß wie Baden-Württemberg und Bayern zusammen. Sie wird umrahmt von der Halbinsel Yucatan im Westen (210 Kilometer entfernt), von Florida im Norden (180 Kilometer entfernt), von Haiti im Osten (77 Kilometer entfernt), den Bahamas im Nordosten (140 Kilometer entfernt) und Jamaika im Süden (146 Kilometer entfernt).

Im Südosten des Landes befindet sich der US-Marinestützpunkt Guantánamo. Er liegt auf einem Gebiet, das ab 1903 vom kubanischen Staat an die USA verpachtet wurde.

Schmelztiegel Kuba

Den Umriss der Insel hat der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) mit einem Krokodil verglichen. Auf diesem "Krokodil" leben heute über elf Millionen Menschen, gut ein Fünftel davon in der Hauptstadt Havanna. Die Bevölkerung hat sich in den vergangenen 50 Jahren nahezu verdoppelt.

Rund elf Prozent sind Schwarze, 37 Prozent Weiße, 1 Prozent Chinesen und 51 Prozent der Kubaner haben Vorfahren unterschiedlicher Herkunft. Eine Trennung der einzelnen Bevölkerungsgruppen ist auf Kuba weniger stark ausgeprägt als auf anderen karibischen Inseln.

Klima und Temperaturen

zwei bunte Sonnenschirme an einem leeren Sandstrand, im Hintergrund ein Segelboot

Auf Kuba gibt es keinen Winter

Auf Kuba scheint an 330 Tagen im Jahr die Sonne. Das tropische Klima sorgt dafür, dass es auf der Insel so gut wie nie richtig kalt wird. In den Sommermonaten von Mai bis Oktober herrscht Regenzeit. Typisch für diese Zeit sind kurze, heftige Nachmittagsschauer, begleitet von Gewittern. Die Luftfeuchtigkeit beträgt dann bis zu 95 Prozent, es kann sehr schwül werden. Im Juli und August gibt es zwar auch trockenere Phasen, aber bei Temperaturen bis zu 35 Grad ist es zumindest in den Städten extrem heiß. Zwischen Juli und Oktober muss außerdem mit Hurrikans gerechnet werden.

Angenehmer ist es in der winterlichen Trockenzeit zwischen November und April. Dann wehen häufig Passatwinde und die durchschnittliche Temperatur liegt bei 25 Grad. Im Januar kann es auch deutlich kühler werden. Verantwortlich für Kubas Klima sind Meeresströme, die warmes Atlantikwasser in die Karibische See schieben. Die Wassertemperaturen laden das ganze Jahr über zum Baden ein, sie liegen immer zwischen 25 und 28 Grad.

Landschaft und Vegetation

Das Bild zeigt die hochgewachsenen Königspalmen, die Nationalbäume Kubas, am Rande eines Gewässers.

Königspalmen auf Kuba

Die Insel ist ein Naturparadies mit etwa 8000 verschiedenen Pflanzenarten. Der bekannteste Baum ist die silberfarbene Königspalme, die bis zu 40 Meter hoch werden kann. Sie ist der Nationalbaum der Insel. Für die Kubaner symbolisiert die Königspalme mit ihrem schlanken hohen Stamm, der auch heftigen Stürmen standhält, die Unbeugsamkeit des kubanischen Volkes. Das Holz, die Rinde und die Palmwedel werden zu Möbeln oder Dächern verarbeitet. Etwa ein Viertel der Insel ist mit Pinien- und Mahagoniwäldern bedeckt.

Die kubanische Landschaft ist abwechslungsreich und vielfältig. Die Nordküste ist felsig, zum Teil mit Steilküsten, die Südküste ist eher flach und sumpfig. Im Landesinneren ist das Bild geprägt von vielen weiten Ebenen. Der höchste Gebirgszug ist die Sierra Maestra, die kurz vor dem östlichen Küstenzipfel ausläuft. Mehr als 200 Flüsse, von denen keiner länger als 250 Kilometer ist, bewässern und begrünen das Land.

Durchlässige und sandige Böden wie im Westen Kubas sind ideal zum Tabakanbau. Die Grundlage für den Anbau des wohl besten Tabaks der Welt sind die aus fruchtbarem Schwemmland bestehenden Flusstäler. Tabak- und Zuckerrohranbau sind neben dem Tourismus die wichtigsten Wirtschaftsfaktoren.

Der Naturschutz wird auf Kuba sehr ernst genommen. Es gibt zahlreiche Schutzgebiete, Biosphärenreservate und Nationalparks. Der über 50.000 Hektar große "Parque Nacional Alejandro Humboldt", der mit deutscher Hilfe eingerichtet wurde, schützt die letzten tropischen Regenwälder der Insel. Eine Attraktion für Besucher ist auch der Orchideengarten in Soroa, der mehr als 700 verschiedene Orchideenarten zeigt.

Kubas Tierwelt

Das Foto zeigt eine Seekuh, die sich die Nase an einer Glasscheibe plattdrückt.

Seekühe gibt es auf Kuba noch in freier Wildbahn

Rund 13.000 verschiedene Tierarten zählt man auf Kuba, darunter einige besondere Spezies. So leben in der Nähe von Flussmündungen die vom Aussterben bedrohten "manatí"-Seekühe, die als "hässliche Meerjungfrauen" bezeichnet werden. Das seltene kubanische Krokodil ist in den Zapata-Sümpfen im Westen der Insel zu Hause. Die Jagd auf diese bis zu 3,50 Meter großen Tiere wird inzwischen mit Gefängnis bestraft.

Auch vom kubanischen "Almiqui", einem Ameisen fressenden Schlitzrüssler, glaubte man lange Zeit, dass er ausgestorben sei, bis in den 1970er Jahren ein weibliches Exemplar entdeckt wurde. Das kleine Säugetier lebt im Gebirge am südwestlichen und südöstlichen Ende von Kuba. Es ist mit dem Elefanten verwandt und soll schon vor 70 Millionen Jahren gelebt haben.

Außerdem finden sich in der kubanischen Tierwelt der kleinste Frosch der Welt, der nur zwölf Millimeter große kubanische Pygmäenfrosch, und der kleinste Vogel der Welt, der 63 Millimeter große Kolibri "zunzuncito", der auch Bienenelfe genannt wird und entfernt mit unserem Kanarienvogel verwandt ist. Nationalvogel ist der Tocororo (Priotelus Temnurus), dessen Gefieder die Farben der kubanischen Flagge rot, blau und weiß aufweist.

Nur auf einige der über 10.000 Insektenarten würde so mancher Reisende oder Einwohner wohl gerne verzichten. Es vergeht fast kein Sommer ohne Mückenplagen. Mückenabweisende Mittel oder Moskitonetze sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Reichtum unter dem Meeresspiegel

Die Unterwasseraufnahme zeigt zwei Taucher am Meeresgrund

Kuba ist ein Taucherparadies

Kuba zieht Taucher aus aller Welt an. Die können im Meer nicht nur farbenfrohe Fische wie Papageien-, Doktor-, Kugel- oder Nadelfische entdecken, sondern auch verborgene Schätze. Etwa 400 Schiffe sollen im und vor dem Hafen von Havanna auf dem Meeresgrund liegen, darunter auch unentdeckte Schiffswracks entlang der ehemaligen "Silberroute".

Im Jahre 1519 hatte der Entdecker Hernán Cortés das Reich der Azteken eingenommen und damit das Tor zu einer Schatzkammer aufgestoßen. Zu Hunderten folgten Abenteurer seiner Fährte, der sogenannten "Silberroute", und plünderten die Schätze der Maya und Azteken. Die "Silberroute" führte die Eroberer vor die Ufer Kubas, doch dort war das Meer unberechenbar. Wirbelstürme und Piraten überraschten die Galeonen und sie sanken mitsamt ihren Schätzen.

Wie ein Echo aus vergangenen Zeiten locken die gesunkenen Wracks die Taucher in die Tiefe. Die bekanntesten Tauchregionen sind die von Cayo Largo, etwa 50 Kilometer südlich vor der Küste der Hauptinsel Kuba mitten im Karibischen Meer, und die Region vor der Isla de la Juventud.

Autorin: Annette Holtmeyer

Stand: 28.06.2016, 11:38

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