Bildmanipulation

Geschichte der Fotografie

Bildmanipulation

Seit wann spielt die Bildmanipulation im Fotojournalismus eine Rolle?

Auf dem Foto sind Gerhard Schröder und Wladimir Putin bei einem demonstrativen Händedruck zu sehen (Rechte: dpa)

Händedruck: Verbundenheit oder gezielte Inszenierung?

Bildbearbeitung zum Zwecke der Qualitätsverbesserung – zum Beispiel Nachschärfen oder Aufhellen – wird betrieben, seit es professionelle Fotografie gibt. Die Frage ist, wann eine Bearbeitung die Grenze zur Fälschung überschreitet.

Die politische Propaganda hat dafür einige Beispiele hervor gebracht. Sobald sich nämlich Regierende der Wirkung der Massenpresse bewusst geworden waren, ließen sie gezielt Fotos manipulieren und lancieren.

Eines der berühmtesten Beispiele ist G.P. Goldsteins Aufnahme von 1920, die Lenin bei einer Rede zeigt. Waren auf dem Original noch Trotzki und Kamenew zu sehen, wurden diese, nachdem sie in Ungnade gefallen waren, wegretouchiert.

Auch die Nationalsozialisten setzten Bildmanipulation gezielt als Mittel der Propaganda ein. Die Gleichschaltung der deutschen Presse schaffte dafür die idealen Voraussetzungen. Selbst die Auslandspresse war, wollte sie über Deutschland berichten, auf Bildmaterial des Reichspropagandaministeriums angewiesen.

Es scheint eine andere Form der Manipulation zu geben, die weitgehend unbemerkt bleibt, obwohl sie eine große Rolle spielt: Die Inszenierung. Es ist heutzutage selbstverständlich, dass Ereignisse für die Reporter "gestellt" werden. Ein Beispiel ist der demonstrative Händedruck zweier Politiker. Die Fotografen fangen keine Momentaufnahme ein, sondern eine Szene, die nur für sie – und die Zuschauer in aller Welt – gespielt wurde.

Autor: Salim Butt

Stand: 22.06.2017, 16:00

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