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Wissensfrage: Glasfenster

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Wissensfrage

Stimmt es, dass sich wohlhabende Zeitgenossen auf den Glasfenstern des Doms verewigen ließen?

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Mittelalterliche Kunst war in der Regel Auftragskunst. Jedes Werk wurde von einem Auftraggeber bestellt und bezahlt. Dabei richteten sich die Bildinhalte nach seinen Wünschen und Vorstellungen. In der reichen Handelsstadt Köln gab es reichlich Auftraggeber. Sie kamen aus dem reichen Bürgertum der Stadt, dem Adel und dem Landadel des Umlandes. Auf zahlreichen Bildern und Altartafeln ließen sich die Stifter zunächst noch bescheiden als beobachtende Assistenzfigur, später jedoch sehr selbstbewusst und dementsprechend größer darstellen.

Buntes Glasfenster mit zwei Personen (Rechte: WDR/Gummich)

Der Heilige Mauritius und sein Stifter

Vergrößern

Heute sind Stifterfiguren eine Primärquelle für Kleidung und Sachkultur aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Ihre Darstellung verrät viel über die soziale Wirklichkeit der mittelalterlichen Menschen, denn die Kunstwerke mussten neben ihrer religiösen und ästhetischen Funktion auch der politischen Präsentation genügen.

Im Kölner Dom hat sich im Leiden-Jesu-Fenster (1508) der Stifter Erzbischof Phillip von Daun mit seinen Eltern und Wappen selbst verewigt. Ein weiterer Stifter hat sich neben dem Heiligen Mauritius im Geburt-Christi-Fenster platziert. Die geläufige Praxis sich im Denkmal ein Denkmal zu setzen, findet sich auch im Petrus- und Wurzel-Jesse-Fenster, dem Geburt-Christi-Fenster, dem Anbetungsfenster und dem Marienkrönungsfenster.

Sven Gummich, Stand vom 29.12.2010

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Collage mehrerer Bauwerke (Rechte: SWR)

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