Literatur & Co.
Bücher
Mühlen im Wandel der Zeiten
Ein toller Bildband von Eugen Ernst, der die Geschichte und das Brauchtum der Mühlen nahe bringt, aber auch in die Mühlentechnik einführt und den Mahlgang erklärt. Ein Standardwerk über die Welt der Mühlen, bis vor 200 Jahren die gängigen Energielieferanten landauf, landab. Mühlen gab es in jedem Landstrich, in jedem Dorf, sie prägten das Alltagsleben der Menschen, aber auch Kunst, Kultur und Brauchtum. Das Buch widmet sich den Einflüssen der verschiedenen Mühlentypen auf Menschen und Landschaft, erzählt die Kulturgeschichte der historischen Maschinen bis zum großflächigen Mühlensterben und sucht nach Belegen, die die Mühlen in unserer Sprache, Literatur, in der Malerei und der Musik hinterlassen haben.
Krabat
Ganz besonders spannend! Krabat – der Waisenjunge, der in der unheimlichen Mühle von Schwarzkollm in die Lehre geht und eines Tages entdeckt, dass etwas Grauenhaftes in dieser Mühle vor sich geht… Viele Jahre hat der berühmte Kinderbuchautor Otfried Preußler darauf verwandt, die Sage aus dem Volk der Sorben, einem westslawischen Stamm aus dem Gebiet zwischen Elbe und Oder jugendgerecht aufzuarbeiten. Herausgekommen ist ein Spitzenbuch zum Vorlesen und Selberlesen – für Kinder und für Erwachsene. 2007 kommt Krabat sogar in die Kinos
Alte Mühlen - Bilder eines Abschieds
Säumten früher unzählige Wassermühlen und Mahlwerke den Süden und Osten Deutschlands, sind sie inzwischen eine Rarität und kulturelle Attraktion. Denn die Zeit der gewerblichen Nutzung dieser eindrucksvollen Maschinen ist unwiederbringlich vorbei. Übrig geblieben sind einige wenige Exemplare, die sich trotzig den modernen Zeiten entgegenstellen. Ihre romantische Wirkung auf den Betrachter und Wanderer, der auf diese besonderen Orte einer vergangenen Epoche stößt, ist beträchtlich. Genau das vermittelt der Bildband von Helmut Dollhopf und Herbert Liedel mit seinen großformatigen Fotos. Zu den beeindruckenden Momentaufnahmen der Wassermühlen haben die Autoren die berühmtesten Geschichten und Anekdoten rund um Mühle und Müller zusammengetragen. Herausgekommen ist dabei ein sehr hübsches Buch zu einem sehr erschwinglichen Preis.
Historische Mühlen und ihre Technik
Das bibliophile Werk Rüdiger Hagens ist etwas für echte Mühlenliebhaber. Mit großem technischem und künstlerischem Verständnis hat sich der gelernte Mühlenbautechniker Rüdiger Hagen auf Spurensuche begeben und Wind- und Wassermühlen aus Nord- und Mitteldeutschland gezeichnet, die zum Teil heute nicht mehr oder nur noch in heruntergekommenem Zustand existieren. Die Zeichnungen, maßstabgerecht und koloriert, bilden Quer- und Längsschnitte durch die Objekte. Hagen bedient sich dabei der künstlerischen Zeichentechnik alter Mühlenbaumeister. Dadurch werden die Mühlen "gläsern" und dem Betrachter erschließt sich detailgetreu der Aufbau und die Arbeitsweise der Mühlen. Fazit: Ein wunderschöner Bildband, an dem kein Mühleninteressierter vorbei kommt.
Alte Mühlen - Neu entdeckt
In der niedersächsischen Mühlenszene ist der Autor Heinz Thiemann ein bekanntes Gesicht. Fast zehn Jahre war er Vorsitzender des niedersächsischen Windmühlenverein Bardowick e.V., im Internet betreibt er unter der Seite www.kleiekotzer.com ein eigenes Mühlenmagazin. Mit seinem Bildband zur Niedersächsischen Mühlenstraße unterstreicht der Herausgeber einmal mehr die Bedeutung der vielerorts gut erhaltenen niedersächsischen Mühlen als regionale Attraktion. Die Niedersächsische Mühlenstraße umfasst Reisewege zu 80 erhaltenen Mühlen zwischen Elbe und Aller. Sie führt durch die Landkreise Celle, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Harburg. In Wort und Bild gibt Thiemann den Mühlen als stummen Zeitzeugen ein eindrucksvolles Forum. Doch es werden nicht nur die Mühlen selbst vorgestellt. Besprochen werden Mahlverfahren, die der Erfindung der Mühle vorausgingen. Sozial- und rechtsgeschichtliche Betrachtungen geben Aufschluss darüber, unter welchen Umständen der Müller sein Handwerk in früheren Zeiten ausübte, worauf sich sein oft schlechter Ruf begründete und warum Mühle und Müllerei Eingang in so viele Sagen, Märchen und Lieder gehalten haben. Herausgekommen ist dabei ein Lese- und Bilderbuch, bereichernd für den Mühlenkundigen und aufschlussreich für den Mühlenlaien.
Handwerk am Bach
Wie der Schwarzwald war auch die Landschaft Tirols einst reich an Wassermühlen. In seinem kleinen, reich bebilderten Bändchen über das Müller-Handwerk am Bach vermittelt Karl Wiesauer präzise Einblicke in die Kultur und Technik der Wassermühlen. Ausgehend von der elementaren Bedeutung des Wassers für den Menschen, geht der Autor auf die Grundlagen der Wassermühlentechnik ein und bespricht die vielfältigen Formen der mechanischen Wasserkraftnutzung: Getreidemühlen, Sägemühlen, Hammer- und Schmiedemühlen, Stampfen und Pressen. Ohne mit Fachwissen überfrachtet zu werden, bekommt der Leser einen guten Überblick über die verschiedenen Nutzbereiche der Allroundmaschine Wassermühle. Fazit: Ein Schnupperkurs für den Mühlenlaien.
Mühlenbau
Der Autor Werner Schnelle lernte in der Nachkriegszeit 1945 - 1948 den Handwerksberuf des Mühlenbauers, als die alten Wasser- und Windmühlen zur allgemeinen Versorgung mit Mehl wieder lebensnotwendig waren. Anhand detaillierter Zeichnungen, Fotografien und ausführlicher Erläuterungen macht Schnelle sein umfangreiches Wissen um diese alte Handwerkskunst einem breiten Publikum zugänglich. Technisch interessierte Leser, Hobbymüller und Bastler finden in dem Band einen Fundus an fachkompetenter Anleitung und Beratung. Die einzelnen Bauteile von Windmühlen und Wasserrädern lassen sich originalgetreu nachbauen. Ausführlich bespricht der Autor die komplexe Holzkunde, die dem Mühlenbau zugrunde liegt, erklärt Aufbau und Arbeitsweise von Mühlenantrieb, Mahlgängen, Sichtmaschinen und Sackaufzügen. Fazit: Ein gehaltvolles Werk für alle Mühleninteressierten, die ihre Kenntnisse über den Mühlenbau vertiefen wollen.
Windmühlen im Braunschweiger Land. Mit einem Mühlen-ABC
Als "Orientierungshilfe für Mühlenfreunde und Heimatwanderer" präsentiert sich das von Heinz Eichhorn herausgegebene Buch "Windmühlen im Braunschweiger Land". Der erste Teil des Buches ist in Form von Reportagen und Essays dem Kulturträger Mühle in seiner regionalen Ausprägung rund um Braunschweig vorbehalten, ergänzt durch ein kleines "Fotoalbum" mit den bekanntesten alten Mühlen in der Region, sowie einer Übersichtskarte der Mühlenstandorte. Doch die Darstellung beschränkt sich nicht auf Braunschweig allein. Der zweite Buchteil befasst sich allgemein mit dem Mühlenwesen und versucht in einem ausführlichen Mühlenlexikon, dem Laien Fachbegriffe der Mühlensprache näherzubringen. An das kleine Nachschlagewerk schließt sich sogar noch eine Sammlung von Mühlensprichwörtern an. Schließlich macht Eichhorn sich die Mühe, mit einer gut recherchierten und umfangreichen Mühlen-Bibliographie das Buch abzuschließen.
Mit der Kraft von Wind und Wasser. Alte Mühlen in Niedersachsen und Bremen
Der großformatige Bildband von Hartmut Weßling bietet beeindruckende Aufnahmen, kombiniert mit einer Fülle von Hintergrundinformationen. Seit mindestens 1200 Jahren prägten Wasser- und Windmühlen die niedersächsische Landschaft. Die Mühlen waren unverzichtbarer, universeller Antrieb für unterschiedlichste technische Anwendungen. Wind- und Wasserräder drehten sich für Getreidemühlen, Ölmühlen, Papiermühlen, Sägemühlen, Pulvermühlen, Walkmühlen, Kreidemühlen und Wasserschöpfmühlen, die in großer Anzahl zur Trockenlegung des Landes gebraucht wurden. Die Vielfalt der technischen Anwendungen und unterschiedlichen Mühlentypen und ihre beeindruckende Erscheinung gibt das Buch anschaulich wieder. Weßling arbeitet deutlich heraus, wie tief die seit Jahrhunderten tradierte Mühlentechnik kulturell und landschaftlich in der Region verwurzelt ist.
Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 20.02.2007




