Das neue Schloss Tettnang
Tettnang war die Residenz der Grafen von Montfort. Sie residierten von 1260 bis 1780 in der schwäbischen Stadt am Bodensee. Um sich ihre Träume von einem schwäbischen Versailles zu verwirklichen, verschuldeten sie sich bis in den Bankrott. Finanziell zur Seite standen den Montforter Grafen lange Zeit die Habsburger, die letztendlich von dem Ruin der Grafen profitierten. Zunächst bewohnte das Grafengeschlecht das spätmittelalterliche Torschloss, später eine Burg auf einem Bergsporn über dem Bodensee.
Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. An ihre Stelle ließ der Graf von Montfort 1667 stadteinwärts das heutige "Alte Schloss" bauen. Aber damit hatte die Bauwut noch kein Ende. An Stelle der zerstörten Burg wurde ab 1713 die neue, dreigeschossige, mit Türmen bewehrte Anlage errichtet, deren kostbare Ausstattung Bewunderung hervorrufen sollte. Obwohl nach fünfzehnjähriger Bauzeit das Schloss noch nicht vollendet war, ließ Graf Anton die Arbeiten einstellen. Die Schulden drückten ihn zu sehr. Zu allem Überfluss brannte das Schloss 1753 ab.
Das neue Schloss
Ein neues, noch schöneres Schloss sollte unter der Regie von Graf Franz Xaver von Montfort gebaut werden. Seinen kunsthistorisch bedeutenden Rang erhält das Schloss durch die aufwändige Innenausstattung und die Wandmalereien. Daran beteiligt waren die Künstler und Stuckateure Feuchtmayr, Dirr, Moosbrugger, Gigl, Kuen, Brugger und J.J. Kaufmann und seine Tochter Angelika, die die Porträts malte.
Sabine Kaufmann, Stand vom 01.06.2009





