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Berühmte Türme

Schon früh begann der Mensch mit dem Versuch, durch Bauwerke dem Himmel und damit auch den Göttern näher zu kommen. Doch es dauerte seine Zeit, bis die Konstruktionen nicht nur hoch, sondern auch "schlank" wurden. Wir haben hier noch einmal ein paar der wichtigsten Türme für Sie aufgelistet.

Gemälde von Lucas van Valckenborch 'Der Turmbau zu Babel'. (Rechte: akg-images)

Der Turm zu Babel war eigentlich eine Stufenpyramide

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Der Turm zu Babel (Höhe: 77 Meter)

Der Turm zu Babel war genau genommen eigentlich gar kein richtiger Turm. Es handelte sich dabei um eine Stufenpyramide, auf deren oberster Plattform ein Tempel errichtet wurde. Solche Zikkurate wurden in den Hochkulturen Mesopotamiens erbaut, um den Göttern möglichst nahe sein zu können (wörtlich übersetzt bedeutet Zikkurat: "himmlischer Berg"). Um 600 vor Christus ließ König Nebukadnezar II. in Babylon ein gigantisches Zikkurat errichten. Es hatte eine Grundfläche von 90 mal 90 Metern und war zirka 77 Meter hoch. In der Bibel wird der Turm zu Babel als Symbol für die Überheblichkeit des Menschen beschrieben - Gott bestrafte diese Hybris indem er Sprachverwirrung unter die Menschen brachte.

Der Pharos von Alexandria auf einem Holzstich aus dem 19. Jahrhundert. (Rechte: akg-images)

Über 1600 Jahre das Wahrzeichen von Alexandria: der Pharos

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Pharos von Alexandria (Höhe: 140 Meter)

Dieser gigantische Leuchtturm, der den Schiffen den Weg zum Haupthafen der ägyptischen Stadt Alexandria wies, war eines der sieben Weltwunder der Antike. Er wurde 280 vor Christus auf der dem Hafen vorgelagerten Insel Pharos erbaut. Etwa 140 Meter hoch war dieser mit weißem Marmor verkleidete Turm und damit bis zum Zeitalter der gotischen Kathedralen der höchste Turm der Welt. Auf dem wuchtigen, viereckigen Turmschaft war ein weiterer achteckiger Schaft aufgesetzt, darauf ein zylindriges Obergeschoss. Dort brannte ein großes Leuchtfeuer, dessen Licht mit Hohlspiegeln reflektiert wurde und das sogar noch aus über 55 Kilometern Entfernung von den Schiffsmannschaften gesehen werden konnte. Im 14. Jahrhundert wurde der Turm von einem Erdbeben vollständig zerstört. Über 1600 Jahre lang war er das Wahrzeichen Alexandrias.

Der schiefe Turm von Pisa und der Dom, West-Ansicht. (Rechte: akg-images)

Wurde wieder 'gerade' gerückt: der schiefe Turm von Pisa

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Schiefer Turm von Pisa (Höhe: 55 Meter)

Der schiefe Turm von Pisa lockt seit jeher Scharen von Touristen aus aller Welt auf die "Piazza dei miracoli", den "Platz der Wunder", der zur Blütezeit der Seerepublik Pisa vom 11. bis zum 14. Jahrhundert angelegt wurde. Geplant war damals auch ein "Campanile", ein freistehender Glockenturm, für den Dom von Pisa. Filigran und ganz aus weißem Marmor sollte er sein. Im Jahr 1173 wurde mit dem Bau des Turmes begonnen. Schon bald mussten die Arbeiten vorerst aber eingestellt werden. Der Turm begann wegen des weichen Untergrundes in den Boden einzusacken und zu kippen. Erst 100 Jahre später wurde weitergemacht. Man versuchte der Neigung entgegenzubauen. Trotzdem kippte der Turm wieder ein Stückchen weiter. Nochmals fast 100 Jahre lang musste der Turm dann auf seine "Krönung" warten. 1350 wurde er mit dem Bau der Glockenstube vollendet. Die Kippgefahr war damit allerdings noch lange nicht gebannt. 1990 musste der Turm sogar für Besucher gesperrt werden. 1999 dann wurde er in einer spektakulären Rettungsaktion von Bauingenieuren um 44 Zentimeter gerade gerückt. Seit Dezember 2001 können Touristen den Turm auch wieder betreten.

Der hell beleuchtete Eiffelturm bei Nacht. (Rechte: Mauritius)

Mit dem Eiffelturm begann der Fortschritt im Ingenieurbauwesen

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Eiffelturm (Höhe: 320 m)

Paris ohne Eiffelturm... heute unvorstellbar! Jährlich bis zu sechs Millionen Touristen besuchen das Wahrzeichen der Stadt. Als der Unternehmer und Ingenieur Gustave Eiffel allerdings mit seinen Plänen zum Bau eines Stahlfachwerk-Turmes, anlässlich der Weltausstellung 1889, an die Öffentlichkeit trat, versuchte die Pariser Künstlerszene mit massivem Protest das Bauvorhaben zu stoppen. Als "lächerliche merkantile Idee eines Maschinenbauers" und "Schande von Paris" schmähte man so ein bis dahin noch nie da gewesenes Bauvorhaben. Gustave Eiffel war nicht verwundert über diesen Protest. Für ihn war diese Auseinandersetzung eine unvermeidliche Erscheinung des Aufbruchs in ein neues Zeitalter der Naturwissenschaften und Technik. Innerhalb von nur zwei Jahren und vier Monaten (von Januar 1887 bis Mai 1889) wurde der Turm gebaut und danach auch nicht, wie zunächst geplant, nach der Weltausstellung wieder abgerissen. Bis heute symbolisiert der Eiffelturm den Beginn der Epoche des Industriezeitalters und damit den Fortschritt im Ingenieurbauwesen und der Kunst des Metallbaus.

Susanne Decker, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Türme - Dem Himmel entgegen, 22.05.2007

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Collage mehrerer Bauwerke (Rechte: SWR)

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