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Warum heißt der Jugendstil "Jugendstil"?

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Die französische Bezeichnung "Art Nouveau" ist der internationale Name einer Stilperiode, die vom letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 reichte. Im englischen Sprachraum hieß diese neue Kunst "Modern Style". Der Stil brach mit der Nachahmung historischer Stile. Motive aus der Natur spielten eine große Rolle, florale Motive als Ornamente in Malerei, Kunsthandwerk und Architektur, oder geometrisch strenge, sachliche Formen. Dieser Stil hat - obwohl es ihn nur rund 20 Jahre gab - die Stilwende bewirkt: weg von historischen Imitationen und hin zur Moderne, vor allem im Kunsthandwerk, in der Inneneinrichtung und der Architektur.

Drei Zeitschriften liegen aufgefächert übereinander. Das Titelblatt der obersten Zeitschrift zeigt eine 100, denn es ist die hundertste Nummer der Zeitschrift. Darunter sechs Karikaturen: zwei Kinder, ein Teufel mit Pferdefüßen, eine Frau mit kurzem Rock und Federhut, ein Mann mit Sonnenbrille und einer, der einen jungen Baum hält. (Rechte: Bärbel Heidenreich)

Diese Zeitschrift stand Pate

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In Deutschland nannte man diese Stilperiode Jahre später "Jugendstil". Das kam so: Die Münchener Kunst- und Literaturszene am Ende des 19. Jahrhunderts war bunt und vorwärts gerichtet. Es zeigten sich die unterschiedlichsten Strömungen. Ab Januar 1896 erschien eine Wochenzeitschrift namens "Jugend". Diese Münchener Illustrierte für "Kunst und Leben" verstand sich als eine Zeitschrift, die jegliche Form der Spießigkeit ablehnte und dabei unterhaltsam sein sollte. Sie ähnelte darin dem ebenfalls 1896 gegründeten "Simplicissisimus" und der seit 1895 erschienenen Zeitschrift "PAN", allerdings ohne deren scharfe politische Satire. Schon in den ersten sieben Jahrgängen der Zeitschrift "Jugend" wurden mehr als 250 Künstler mit ihren Werken vorgestellt. Viele waren noch unbekannt und erlangten erst später Berühmtheit wie Henry van de Velde, Aubrey Beardsley, Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich, Louis Comfort Tiffany und Gustav Klimt. Da sich die Zeitschrift besonders der neuen Kunst, der Art Nouveau widmete, kam es in Deutschland allmählich zu einer neuen Bezeichnung dieses neuen Stils. Es war der Stil, der in der "Jugend" propagiert wurde, der "Jugendstil". So wurde die "Jugend" gegen den Willen ihres Herausgebers zur Namensgeberin einer Stilrichtung.

Bärbel Heidenreich, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Praktischer Wohnen – das Bauhaus, 23.01.2007

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Collage mehrerer Bauwerke (Rechte: SWR)

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