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Was haben Vampir und Fledermaus miteinander zu tun?

Seit Menschengedenken erscheint uns das Böse in Tiergestalt. Kulturgeschichtler und Mythologen beschäftigen sich mit den tierischen Nachtschwärmern, die schon seit langem als Helfer des Teufels angesehen werden: Auf Tiere wie Wölfe, Eulen oder eben auch Fledermäuse überträgt der Mensch bis heute Ängste und böse Seiten des Menschen und bekämpft diese. Teilweise unterscheiden sich diese mythologischen Zuordnungen nach Zeitalter oder Region. So ist zum Beispiel der Wolf bei nordamerikanischen Indianern ein angesehenes Tier, während er in Europa lange der Inbegriff des Bösen war.

Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln fliegt durch Dunkelheit vor Vollmond (Rechte: Mauritius)

Ein Wesen der Dunkelheit

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Auch Fledermäuse gehören zu den mythischen Tieren, um die sich zahlreiche Legenden ranken. So wurden schon früh Teufel und andere Dämonen mit Fledermausflügeln dargestellt. Und auch Vampire verwandeln sich in Fledermäuse, um sich wie sie unauffällig, wie unsichtbar, fortzubewegen und durch die Nacht zu fliegen. Fledermäuse lieben die Dunkelheit und hausen in düsteren Höhlen, weshalb sie schon bei unseren Vorfahren unheimliche Geschichten provozierten. Ihr ungewöhnliches Aussehen flößte den Menschen Furcht ein - und tut es bis heute. Unerklärbar waren ihre besonderen Zähne und Krallen sowie - wie man im Vergleich der beiden Skelette sehen kann - ihre menschenähnliche Figur. Die großen Ohren, unheimlichen Flügel und vielen Falten weckten Phantasien und machten das Tier noch schreckenerregender.

Fledermäuse, die nachts unterwegs sind und schon früh als unreine Tiere galten, wurden zum Symbol der Unsichtbarkeit, der Lautlosigkeit und der Ruhelosigkeit. Nicht zuletzt hat dies auch mit ihrer Fähigkeit zu tun, sich durch eine spezielle Ultraschallorientierung auch in tiefster Dunkelheit problemlos zurechtfinden zu können. Da diese Fähigkeit lange nicht umfassend erforscht war, wurden den Tieren deshalb auch magische Kräfte zugesprochen. Sie wurden für unsichtbar gehalten, galten als ruhelose Seelen und somit als Todesorakel.

Seit 1897, als Stokers Roman "Dracula" erschien, trägt nun der Vampir einen Umhang, der Fledermausflügeln ähnelt. Vampire und Fledermäuse, die legendären Teufelsgestalten, die sich nun auch körperlich ähnlich sehen, sind nicht nur lichtscheue Wesen, die an Wänden hinauflaufen können, sondern sie können zudem fliegen und sich anscheinend unsichtbar machen. Bram Stoker ließ sich für Dracula von den zahlreichen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Teufelsgestalten inspirieren, aber wohl auch von den lateinamerikanischen Fledermausarten, die sich tatsächlich vom Blut anderer Tiere ernähren.

Andrea Schultens, Stand vom 01.06.2009

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