Historie der Schmalfilmformate
1923: 16mm und 9,5mm
Im Jahr 1923 kamen gleichzeitig das 16mm-Format der Firma Eastman Kodak und das 9,5mm-Format der Firma Pathé auf den Markt. Beide Formate setzten sich als Standard durch. Das Einzelbild des 9,5mm-Formats war allerdings nur wenig kleiner als das seines 16mm-Konkurrenten, da das Perforationsloch in der Mitte zwischen zwei Bildern lag und so die gesamte Breite des Filmstreifens für ein Bild zur Verfügung stand. Revolutionierend war bei beiden Systemen - Cine-Kodak und Pathé-Baby - die Verwendung von Umkehrfilm: das selbe Material wurde nicht mehr erst als Negativ entwickelt sondern direkt zum Positiv - damit entfiel die kostspielige Herstellung einer weiteren Vorführkopie. Damit wurden die Amateure zusätzlich ermutigt, auch wirklich selbst zu filmen.
Kodak setzte den Standard - andere Firmen folgten
1932: 8mm
Das Jahr 1932 wartet mit einem neuen Standard auf: Kodak kommt mit dem 8mm-System - auch Normal-8 genannt - auf den Markt. Die Normal-8-Filme wurden in 16mm breiten Spulen geliefert: Zuerst wurde in der Kamera die eine Längshälfte des Films belichtet, danach musste die Spule umständlich umgelegt werden, um die andere Hälfte zu belichten. Erst nach der Entwicklung wurde der Film in der Mitte geteilt und konnte als acht Millimeter breiter Streifen projiziert werden.
1965: Super-8
1965 ist es wieder die Firma Kodak, die mit einem neuen Format auf den Markt kommt: Super-8. Kodak hatte im Vergleich zu seinen Mitstreitern einen großen Erfahrungsvorsprung bei Filmemulsionen, so dass es der Firma zuerst gelang, das Format zu reduzieren ohne große Verluste bei der Bildauflösung zu erleiden. Die Kosten konnten so entscheidend gesenkt werden. Die Bildauflösung war beim neuen Welt-Standard Super-8 50 Prozent höher als bei Normal-8, weil das Perforationsloch verkleinert wurde. Die maximale Bedienerfreundlichkeit - Filmspulen in kleinen handlichen Kassetten - verhalf dem Super-8-Format zum endgültigen Durchbruch zum Massenmedium. Gleichzeitig war Super-8 auch ein technologischer Endpunkt. Seitdem hat es kein neues Amateurfilmformat auf Zelluloidbasis gegeben. Der Schmalfilm wurde durch die Videotechnik abgelöst.
Natalie Muntermann, Stand vom 07.12.2006






