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Geräuschemacher

Kein Film kommt ohne Geräuschemacher aus. Oft sind die Originaltöne des Drehs unbrauchbar, gestört oder müssen aus dramaturgischen Gründen aufgepeppt werden. Der Geräuschemacher verfügt in der Regel über ein eigenes Studio mit einem ganzen Arsenal an Requisiten, das ihm erlaubt, alle möglichen Geräusche vom einfachen Türenklappen bis hin zur Massenkarambolage zu simulieren. Jack Foley, Tonmeister der Universal Studios, entwickelte das System, mit dem Geräusche einem Film nach dem Dreh hinzugefügt werden können. Ihm zu Ehren heißt der Geräuschemacher in Amerika "Foley Artist".

Mikrofon in einem Tonstudio. (Rechte: Mauritius)

Vom Türenklappen bis zum Massenunfall

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Sounddesign vom Flohmarkt

Ein Geräuschemacher ist immer auf der Suche nach neuen Klangquellen. Er sammelt Töne und Klänge wie andere Leute Briefmarken. Nicht selten wird er dabei auf Flohmärkten fündig. Ein besonderes Paar Schuhe für eine ganz bestimmte Gangart, alte Schlüssel, Goldkettchen, Besteck, Quitscheentchen – es gibt kaum einen Gegenstand, der nicht irgendwann einmal das passende Filmgeräusch abgeben könnte. In seinem Studio sitzt der Geräuschemacher vor einem Monitor oder einer Leinwand und versucht, synchron zu einer Filmszene, die entsprechenden Töne zu machen. Das erfordert viel Erfahrung, Fantasie und Experimentierfreudigkeit.

Nahaufnahme von Frauenbeinen mit hochhackigen Schuhen. (Rechte: dpa)

Pumps klingen anders als Sportschuhe

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Schüsse aus dem Plastiklineal

Jeder Geräuschemacher hat seine eigenen, streng geheim gehaltenen Methoden der Geräuscherzeugung. Aber ein paar Beispiele kann man ganz gut selbst ausprobieren. Zellophanfolie erzeugt zusammengeknüllt loderndes Feuerknistern oder Brutzeln von Fett in einer Pfanne. Ein langes Plastiklineal auf eine leere Zigarrenkiste geschlagen, klingt wie ein Pistolenschuss. Zwei Kokosnussschalen, nackt oder in Stoff gewickelt aneinander geschlagen, und schon ertönt lupenreines Pferdegetrappel. Und ein kleines mit Mehl gefülltes Stoffsäckchen ergibt rhythmisch zusammengedrückt Schritte im Schnee. Aufgenommen wird das Ganze mit einem empfindlichen Mikrofon, das möglichst nah an der Geräuschquelle platziert werden muss, damit die Töne schön präsent sind. Zum Knirschen und Knarren oder für die Synchronisation von Schritten benutzt der Geräuschemacher verschiedene Boden-Materialien, zum Beispiel Linoleum, Holz, Kork, Stein, Marmor, Sand, Stahl, Borsten und Teppichboden. Für den richtigen Sound von Schritten muss er sich allerdings auch den Charakter und die Physiognomie des Schauspielers aneignen. Ein junger Mensch geht anders als ein Alter, und für den perfekten Klang ist entscheidend, ob der Mensch dick, dünn, groß oder klein ist. So braucht der Geräuschemacher allein dafür ein ganzes Arsenal an Schuhwerk.

Die Schauspieler Kate Winslet und Leonardo DiCaprio im Film 'Titanic'. (Rechte: dpa)

Oscar-prämierter Ton: Titanic

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Nachbearbeitung

Ein Grund für die Nachvertonung kann sein, dass das am Film-Set aufgenommene Geräusch nicht der Realität entspricht. Bekommt zum Beispiel ein Schauspieler eine Flasche auf den Kopf, klingt das im Original gar nicht nach zersplitterndem Glas. Das liegt daran, dass ein spezielles "Filmglas" verwendet wird, das zwar echt aussieht, aber keinerlei Verletzungsgefahr birgt.

Zusätzlich kommen auch immer mehr elektronische Effektgeräte zum Einsatz. Ganz gleich, ob die Drohung des fiesen Erpressers zur verzerrten Telefonstimme werde soll oder der Schrei des Bösewichts, der vom Wolkenkratzer stürzt, mit Hall versehen wird: Effektgeräte gehören zur Postproduktion beinahe jeden Films. Viele Geräusche lassen sich nur elektronisch erzeugen oder müssen zumindest elektronisch verfremdet werden. Ein ausgefeiltes Sounddesign ist für die psychologische Wirkung einer Filmszene oft entscheidend und Hollywood vergibt auch in dieser Kategorie jedes Jahr einen Oscar. Bekannte Beispiele hierfür sind "Titanic", "Matrix" oder "Jurassic Park".

Harald Brenner, Stand vom 13.12.2011
Sendung: Die Physik von Star Trek - Von Zeitreisen, Phasern und Wurmlöchern, 19.07.2011

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