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Wissensfrage: Kopfschütteln

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Ist das Kopfschütteln überall auf der Welt das Zeichen für "Nein" und das Nicken des Kopfes das Signal für "Ja"?

Ein Säugling dreht den Kopf von der Mutterbrust weg zur Seite, wenn er gesättigt ist. Man vermutet, dass diese Geste nachgeahmt und verstärkt wurde und so das verneinende Kopfschütteln entstand. Durch eine Vergrößerung der Kopfdrehung um die Mittelachse des Körpers und durch Wiederholung der Bewegung wurde das Signal eindeutiger. Es gilt in nahezu allen Kulturen der Welt als ein Zeichen der Ablehnung. Allerdings sollte man genau hinsehen, denn es gibt eine Geste, die dem Nein sehr ähnlich ist, aber das Gegenteil meint: Das Wiegen des Kopfes bedeutet in Bulgarien und in einigen Gegenden Indiens ein eindeutiges "Ja". Im Unterschied zum Kopfschütteln bleibt aber beim Wiegen das Gesicht nach vorn gerichtet und die Bewegung wird meist etwas langsamer ausgeführt.

Gerhard Schröder verzieht am Rednerpult das Gesicht und neigt den Kopf zur Seite. Zustimmung oder Ablehnung ist aus seiner Gestik schlecht zu erkennen. (Rechte: dpa)

Gerhard Schröder zwischen "Ja" und "Nein"

Vergrößern

In diesen Ländern sowie in Griechenland wird das "Nein" durch ein Hochwerfen des Kopfes ausgedrückt. Dabei werden manchmal zusätzlich die Augen geschlossen und die Nase gerümpft. Augen und Nase werden von dem abgelehnten Reiz wegbewegt und geschützt - ebenso wie beim verneinenden Kopfschütteln. Doch leider ähnelt diese Bewegung wiederum sehr stark dem in den anderen Kulturen üblichen Zeichen für "Ja" und verwirrt daher viele Besucher dieser Länder. Denn das Kopfnicken ist fast überall auf der Welt ein Signal der Zustimmung. Vermutlich entstand das nickende Senken des Kopfes als Unterwerfungs- oder Demutsgeste. Man beugt sich der Vorstellung des anderen Menschen. Die Wiederholung der Bewegung verstärkte das Signal und heute ist die senkrechte Auf- und Abbewegung des Kopfes ein deutliches Zeichen der Zustimmung. Kulturell unterschiedlich sind die Schärfe der Bewegung und die Stärke der Neigung des Kopfes.

Julia Lohrmann, Stand vom 01.06.2009

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