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Konflikte in Soaps

"Ein Leben ohne Soaps, das würd' ich gar nicht aushalten", sagt eine 15-Jährige. Für manche Jugendliche ist die tägliche Vorabendserie ein fester Bestandteil ihres Alltags. Besonders Mädchen finden hier einen Raum, um in der Zeit der Pubertät mit sich selbst in Kontakt zu bleiben. Denn die Fernsehfiguren in den Soaps erleben Krisen und Konflikte, die die Jugendlichen aus eigener Erfahrung kennen.

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Konflikte in den Soaps

Die Geschichten der Soaps leben von den Konflikten und Streitigkeiten der Figuren. Besonders der Wechsel von Erfolg und Misserfolg, von glücklichen und wieder zerstrittenen Beziehungen machen die Serien erst spannend. Ständig müssen die Hauptfiguren neue Konflikte und Probleme lösen. Ein durchschnittlicher Soap-Konflikt erstreckt sich über drei Folgen. In der ersten wird der Konflikt vorbereitet, in der zweiten bricht er aus, in der dritten kommt es zur Lösung. Da meist mehrere Geschichten überlagert werden, kann so in jeder Folge ein Konflikt im Mittelpunkt stehen, während der nächste mit anderen Figuren schon vorbereitet wird.

Zwei junge Männer stehen sich gegenüber, zwischen sich halten sie drohend einen Stuhl. (Rechte: ARD/Arvid Uhlig)

Zoff in der ARD-Serie "Marienhof"

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Streiten wie in den Soaps?

Die meisten Jugendlichen empfinden die Darstellung von Konflikten in den Soaps als eher unrealistisch. Die Figuren erleben viel zu viele Konflikte hintereinander und viel zu schnell können sie sie lösen. Im Alltag der Jugendlichen ist das nicht so. Auch sind die Streitgegner in den Serien schon nach kurzer Zeit bereit, miteinander zu reden. Alles wird besprochen, denn das Gespräch ist das wichtigste Mittel der Soaps, um Probleme zu lösen. Dies ist auch aus Kostengründen so, denn Dialoge sind preiswert zu produzieren. Für die meisten Menschen jedoch bedeutet gerade der Schritt, mit dem Streitgegner zu reden, das größte Hindernis. Ebenso unrealistisch ist die vereinfachte Darstellung des sozialen Netzwerkes der Fernsehhelden. Nicht nur die Figuren sind klischeehaft, sondern auch die Situationen und Probleme verzichten auf komplizierte und tiefgründige Verstrickungen vieler Menschen und Ereignisse, wie es bei echten Konflikten meist der Fall ist.

Ein Paar steht eng umschlungen auf einem Boot. (Rechte: ARD/ Anja Glitsch)

Alles in Butter in der "Verbotenen Liebe"

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Dialog, aber keine Selbstreflexion

Dennoch mögen gerade junge Frauen die Soaps. Überdurchschnittlich oft sind in ihnen die Frauen als eigenständige und aktive Mitglieder der Gesellschaft vertreten. Sie begegnen ständig neuen Problemen und lösen sie aus eigener Kraft. Und sie treffen dabei auf gesprächsbereite Männer, die sich auf Kommunikation und Dialog als Lösungsweg einlassen. Die Soaps zeigen auch, dass es immer wieder notwendig ist, Energie in Beziehungsarbeit zu stecken. Viele junge Frauen können sich in diesen Problemen wiederfinden.

Ein typisches Merkmal der Soaps sind die starren Charaktere. Die Figuren machen kaum Veränderungen durch, es findet wenig Selbstreflexion statt. Die Soaps vermitteln daher den Eindruck, dass Menschen sich oder ihre Verhalten in Beziehungen nicht wirklich verändern können. Der wichtigste Aspekt für eine erfolgreiche Konfliktlösung wird dadurch leider ausgeblendet.

Fernsehwirkung

Es bleibt die Frage, wie groß tatsächlich der Einfluss des Fernsehens und speziell der Soaps auf die Jugendlichen ist. Mit diesem Problem befasst sich die Medienwirkungsforschung. Es gibt dabei ganz unterschiedliche Ergebnisse. Viele Jugendliche gelten als aktive, aufgeklärte und kritische Zuschauer. Sie durchschauen zum Beispiel die Produktionszwänge der Soaps, die Idealisierungen und die spannungserzeugenden Mittel wie die sogenannte Cliffhanger-Dramaturgie: Die Folge bricht am spannendsten Punkt ab, damit man am nächsten Tag wieder einschaltet. Mehr Einfluss hat das Fernsehen auf Jugendliche mit sehr niedrigem Bildungsniveau, die sehr viel konsumieren und wenige soziale Kontakte haben. Einig sind sich die Forscher jedoch, dass die Wirkung des Fernsehens auf Jugendliche von vielen Faktoren abhängt.

Julia Lohrmann, Stand vom 06.09.2007

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