• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen Startseite

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Mitmachen
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Kultur & Medien
  • Literatur
  • Krimis

Krimis - Faszination Verbrechen

Im Prinzip ist es immer wieder das Gleiche: Ein Mord ist geschehen und die Frage lautet "Wer hat es getan und warum?". Doch so einfach dieses Grundkonzept ist, so erfolgreich ist es auch. Denn seit dem Erscheinen der ersten Krimis im 19. Jahrhundert fanden sich bis heute unzählige Autoren, die das Rätsel um einen Mord immer wieder neu und spannend zu gestalten wussten. Und die große Zahl von Krimifans beweist, dass dieses Genre der Literatur noch lange nicht am Ende ist.

Schemenhafter Umriss eines Mannes mit Mantel und Hut im Gegenlicht. Das Bild soll das Gefühl von Angst und Bedrohung vermitteln. (Rechte: Mauritius)

Die Jagd nach dem Täter

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Krimis
Agatha Christie
Minette Walters
Wissensfrage
Fernsehkrimis
Autor Horst Eckert
Interview
Skandinavische Krimis
Literatur & Co
Link-Tipps

Literatur oder Schund?

Noch in den 1970er Jahren galt der Krimi in der Literaturwissenschaft als suspekt. Hauptkritikpunkt war, dass der Krimi den Leser nicht durch die Kraft oder Schönheit seiner Sprache fesselt, sondern ihn in ein Rätsel einbindet. Der Leser soll permanent "logisch denken". Deshalb stellten einige Kritiker den Krimi auf die Stufe von Kreuzwort-Rätseln. In einem literaturwissenschaftlichen Buch zum Kriminalroman aus dem Jahr 1971 ging ein besorgter Krimigegner sogar davon aus, dass der Kriminalromanleser "für das gute Buch von literarischem Wert verloren ist". Über so etwas werden Krimifans nur schmunzeln können. Denn bis heute haben zahlreiche Autorinnen und Autoren ausreichend bewiesen, dass ihre Sprache mehr ist als nur Funktionsträger für ein Rätsel.

Blick von unten nach oben: Das Namensschild 'New Scotland Yard' vor dem heutigen Hochhaus in London. (Rechte: Mauritius)

Der heutige Sitz der berühmten Londoner Polizei

Vergrößern

Die ersten Krimis im 19. Jahrhundert

Der Kriminalroman ist ein noch relativ junges Genre, dessen Anfänge im 19. Jahrhundert liegen. Natürlich gab es auch davor schon Morde in der Literatur. Aber erst das Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft in jener Zeit machte den Krimi als solchen erst möglich. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in keiner Kultur einen Polizeiapparat, der sich überhaupt um die beweissichere Aufklärung von Verbrechen bemühte. In Frankreich wurde 1810 die erste ermittelnde Polizei gegründet - bezeichnenderweise von einem früheren Berufsverbrecher, der somit eine gute Kenntnis der Szene hatte. In England wurde ab 1829 "Scotland Yard" aufgebaut. In Deutschland verfügten die großen deutschen Städte gegen Ende des 19. Jahrhunderts über eine eigene Kriminalpolizei.

Erst in einer Gesellschaft, die Verbrechen als solche zu ergründen und aufzuklären suchte, konnte der Kriminalroman entstehen. Krimiforscher wie der Kölner Buchhändler Manfred Sarrazin belegen diese Theorie damit, dass in Staaten mit geringem Rechtsbewusstsein und wenig Demokratie auch keine Krimis geschrieben oder gelesen wurden. Selbst in West-Deutschland dauerte es bis in die 1960er Jahre, bis eine eigene "Krimikultur" entstand. Auch in der Sowjetunion kam der Detektivroman erst nach der Einführung demokratischer Strukturen in Mode. Da Länder wie Frankreich, England und die USA in Sachen Rechtsstaat weit voraus waren, stammt die frühe und bedeutende Krimiliteratur vorwiegend aus diesen Ländern.

Dabei ist nicht ganz eindeutig, wer den Titel des ersten Krimis für sich beanspruchen kann. Immer wieder genannt wird "Die Frau in Weiß" (1860) von Colin Wilkie. Ebenso ein Anwärter für den ersten Krimi ist Edgar Allen Poes Kurzgeschichte "Der Doppelmord in der Rue Morgue" von 1841. Einige Literaturwissenschaftler datieren den ersten Krimi sogar noch ein Jahrhundert früher und bezeichnen Friedrich Schillers "Verbrecher aus Infamie - eine wahre Geschichte" von 1786 als ersten Krimi.

Ein Schwarzweiß-Foto von 1958 zeigt den britischen Schauspieler Peter Cushing als Sherlock Holmes, im Profil mit Pfeife und Hut. (Rechte: dpa)

Peter Cushing spielte 1958 Sherlock Holmes

Vergrößern

Die Detektive sind los

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass es in vielen frühen Krimis oft Privatdetektive waren, die sich auf die Suche nach dem Täter begaben. Dieses Phänomen erklärt sich zum Teil daraus, dass die frühe Polizei als sehr korrupt und auch nicht sonderlich gut ausgebildet galt. Ebenso lässt die Figur eines Privatdetektivs mehr gestalterische Möglichkeiten zu. Anders als ein Polizeikommissar kann der Detektiv den Täter sogar laufen lassen, wenn seine Tat einer wie auch immer definierten höheren Gerechtigkeit dient - zum Beispiel wenn der Täter einen Massenmörder getötet hat, der bis dahin von der Justiz völlig unbehelligt blieb.

Eine der wohl bekanntesten Detektivfiguren des Kriminalromans ist der Ermittler Sherlock Holmes. Erfunden hat ihn der Londoner Arzt Arthur Conan Doyle (1859-1930). 1887 tauchte diese Figur erstmals in einer von Doyle geschriebenen Erzählung auf. Eigentlich hatte der Arzt nicht vor, daraus eine Serienfigur zu machen. Ein amerikanischer Verleger konnte ihn jedoch dazu überreden, die Figur des Sherlock Holmes weiterzuentwickeln und ganze Romane mit ihm zu gestalten.

Ein altes Schwarzweiß-Filmplakat von 1957 zum Kinofilm 'Maigret stellt eine Falle'. Das Plakat besteht im Wesentlichen aus einem Porträtfoto des Schauspielers Jean Gabin als Kommissar Maigret, der mit dem Finger auf den Betrachter zeigt und ihn anstarrt. (Rechte: AKG)

Jean Gabin als Kommissar Maigret

Vergrößern

Die ersten Starautoren der Krimiszene

Der absolute Star unter allen Krimiautoren ist bis heute Agatha Christie (1890-1976). Zwischen 1920 und 1973 schrieb sie 66 Romane und mehrere Sammlungen mit Kurzgeschichten. Nach Schätzungen soll sie weltweit über zwei Milliarden Bücher verkauft haben. Vor allem zwei Figuren machten Agatha Christie berühmt: die schrullige Miss Marple und der belgische Detektiv Hercule Poirot. Dennoch wurde auch ihr eigener Name zu einem Markenzeichen. Denn bei "Agatha Christie" konnte sich der Leser immer darauf verlassen, dass die Geschichten einen gewissen Witz haben und voller überraschender Wendungen stecken.

Die Krimis von Agatha Christie spielen meist in so genannten "besseren gesellschaftlichen Kreisen", ähnlich wie die des französischen Erfolgsautors Georges Simenon (1903-1989). Seine berühmteste Figur wurde der ständig Pfeife rauchende Kommissar Maigret, der im Unterschied zu vielen anderen Detektiven ein Polizeikommissar war - und der seine Fälle dennoch meist im Stil eines Privatdetektivs alleine löste. Ähnlich wie Agatha Christie hatte auch Simenon ein Talent, Situationen und Landschaften so zu beschreiben, dass der Leser mehr geboten bekam als nur ein reines Mordrätsel.

Literarisch weniger anspruchsvoll und trotzdem sehr erfolgreich waren die Krimis von Edgar Wallace (1875-1932). Eines seiner berühmtesten Werke ist "Der Hexer". Wallace beherrschte die Kunst, den Leser sehr schnell in seine Geschichte einzubinden und hielt auch den Kreis der beteiligten Personen überschaubar. Dennoch wirkt sein "Hexer" aus heutiger Sicht sehr konstruiert und - ohne die Auflösung verraten zu wollen - recht unglaubwürdig. Wallace setzte offensichtlich mehr darauf, den Leser möglichst zu überraschen, selbst wenn die Lösung geradezu absurd war. Wallace galt als Fließbandautor, der seine Krimis möglichst schnell schrieb und dabei sogar selbst die Namen seiner Charaktere vergaß und immer wieder änderte - was seine Sekretärin dann korrigieren durfte.

Eine Zusammenstellung verschiedener Tatwaffen, darunter Messer, Pistolen, Schlagstöcke und Elektroschocker. (Rechte: WDR/Klaus Küpper)

Eine Sammlung von Tatwaffen, unverzichtbar in einem Krimi

Vergrößern

Der moderne Krimi

Inzwischen hat sich das Krimigenre deutlich weiterentwickelt. Längst regieren nicht mehr die schrulligen Privatdetektive, die in der feinen Gesellschaft einen Mord aus Habgier aufdecken. Krimis spielen heute in allen möglichen gesellschaftlichen Kreisen. Autoren wie der Schwede Henning Mankell haben dazu beigetragen, dass der Krimi zu einem Abbild der Gesellschaft wurde. Mankell sieht seine Rolle als "Autor, der den Puls seiner Epoche misst, indem er über Gewalt schreibt und die Gesellschaft wie in einem zerbrochenen Spiegel betrachtet".

Die Krimiszene hat sich in die unterschiedlichsten Richtungen entwickelt. Neben dem klassischen Detektivroman findet man diverse Untergenres wie "Medizin-Thriller" oder "Wirtschaftskrimis". Selbst im Tierreich werden Kriminalfälle angelegt und dann zum Beispiel von Katzen gelöst ("Felidae" von Akif Pirinçci). Auch ist der Leser längst nicht mehr nur Begleiter des Ermittlers. Er kann auch aus Sicht des Täters am Mord teilhaben. Die Motive kennen ebenfalls keine Grenzen mehr und gehen bis ins Dunkelste der menschlichen Seele.

Dreharbeiten zu einem Tatort mit Dietmar Bär, der vor der Kamera für seine nächste Szene bereitsteht, während ein Assistent die typische Filmklappe vor ihm betätigt. (Rechte: WDR/Michael Böhme)

Dreharbeiten zu einem Tatort

Vergrößern

Frühe Krimis waren meist in den allseits bekannten Großstädten angesiedelt. Das ergab schon deshalb Sinn, weil diese Orte einem großen Lesepublikum bekannt waren. Doch während allgemein eine Globalisierung stattfindet, entwickelt sich der deutsche Krimi seit Jahren in die gegenläufige Richtung. Mittlerweile haben sich einige Verlage darauf spezialisiert, Krimis gezielt in bestimmten Regionen Deutschlands anzusiedeln, um die jeweilige Bevölkerung als feste Kundschaft zu erobern. Die Rechnung scheint aufzugehen, der Regionalkrimi erfreut sich steigender Beliebtheit. Der Leser kann den Krimi nun auf eine besondere Weise "miterleben". Die Tat- und Spielorte sind zum Teil persönlich vertraut. Kommissare sowie Täter bleiben unterwegs in dem Stau stecken, den man selbst täglich erlebt. Somit entsteht eine besondere Form von Nähe zur Geschichte, die - sofern gut gemacht - aber auch für den ortsunkundigen Leser spannend bleibt wie jeder andere Krimi. Denn streng genommen spielt ja jeder Krimi in irgendeiner Region.

Eine große Krimiabteilung in einem Buchladen. (Rechte: dpa)

Ein Paradies für Krimifans

Vergrößern

Der Krimimarkt

Gut jedes fünfte Buch, das in Deutschland gelesen wird, ist ein Krimi. Nach Angaben des Börsenvereins des deutschen Buchhandels betrug im Jahr 2010 der Krimianteil in der Warengruppe Belletristik 28 Prozent. Damit liegt der Krimi an zweiter Stelle hinter den Romanen, die 49,7 Prozent des Marktes ausmachen. Diese Zahlen sind seit Jahren relativ konstant. Entsprechend der Nachfrage ist das Angebot sehr groß. In einigen Städten findet man inzwischen sogar reine Krimibuchhandlungen mit spezialisiertem Personal, das einen genau zu dem Krimi führen kann, den man gerne lesen möchte. Auch im Internet gibt es Seiten, wo man per Suchmaschine gezielt nach einem Krimi seiner Wahl suchen kann. Dazu kann man bestimmte Kriterien wie Schauplatz oder Zeitraum der Handlung und selbst stilistische Eigenschaften wie Humor oder Grad der Brutalität bestimmen.

Helmut Brasse, Stand vom 31.07.2012

Verwandte Themen bei Planet Wissen

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes ist der wohl bekannteste Detektiv der Literaturgeschichte. Als Titelheld der bekannten Romane von Arthur Conan Doyle löste er so manchen kniffligen Fall mit logischem Kombinationstalent.

http://www.planet-wissen.de

Detektive

Die Arbeit eines Detektivs ist zwar nicht so spektakulär wie die von Hercule Poirot oder Sherlock Holmes. Trotzdem erlebt ein Detektiv in seinem Berufsalltag allerlei Interessantes bei abwechslungsreichen Aufgaben.

http://www.planet-wissen.de

Seite teilen

Über Social Bookmarks
  • Facebook LogoFacebook
  • Twitter LogoTwitter
  • VZ-Gruppe LogoVZ-Gruppe
  • Wer-Kennt-Wen LogoWer-Kennt-Wen
  • Delicious LogoDelicious
  • Mr. Wong LogoMr. Wong

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Literatur

Literatur


  • Karl May
  • Vampire
  • Märchen
  • Romantik
  • Thomas Mann

Wissen interaktiv

Bildcollage zum Experiment Krimi (Rechte: WDR/SWR)

Krimi

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: /kultur_medien/literatur/krimis/index.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2013

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.