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Youssou N'Dour - Die Stimme Senegals

"Seven Seconds", sein Duett mit Neneh Cherry, machte Youssou N'Dour 1994 weit über seine bisherigen Fan-Kreise hinaus bekannt. So wurde sein Name nicht nur der wachsenden Weltmusik-Gemeinde, sondern auch dem ganz normalen Pop-Konsumenten auf der europäischen Straße ein Begriff.

Youssou N'Dour singt in ein Mikrofon. (Rechte: dpa)

"Seven Seconds" machte ihn bekannt

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Die Anfänge in Dakar

Ein Jahr vor der Unabhängigkeit von Frankreich wurde die berühmteste Stimme des Senegals 1959 in der verarmten Medina von Dakar, der islamischen Altstadt der Hauptstadt, geboren. Von seiner Mutter, einer Griot-Sängerin, bekam er seinen ersten Gesangsunterricht. Schon als Teenager verbuchte er seine ersten öffentlichen Auftritte. Mit 19 Jahren schloss er sich der "Star Band de Dakar" an, einer der angesagtesten Bands der senegalesischen Szene jener Zeit. Nach zwei Jahren gründete er seine eigene Gruppe, "Ètoile de Dakar", die sich bald darauf in "Super Ètoile de Dakar" umbenannte. Den Status eines tatsächlichen Superstars erreichte Youssou N'Dour in den darauf folgenden Jahren, als er aus der Verbindung von karibischen Salsa-Arrangements und traditionellen Rhythmen des Senegals den Mbalax-Stil kreierte. Ab 1983 trat er regelmäßig, an sechs Abenden in der Woche, im Club Thiossane auf, den er selbst in Dakar eröffnet hatte.

Youssou N'Dour mit einer Trommel auf einem Konzert. (Rechte: dpa)

Ein wichtiges Element in der Musik von N'Dour

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Im internationalen Rampenlicht

Der Mbalax-Stil avancierte vom Ende der 70er Jahre an zum populärsten Musikstil des Senegals. Youssou N'Dour wurde zur Galionsfigur des Genres. So war es nur eine Frage der Zeit, bis man im Ausland auf ihn aufmerksam wurde. Mitte der 80er Jahre war es soweit: Weltmusik war das Schlagwort, unter dem immer mehr westliche Popstars begannen, sich für außereuropäische Stile zu interessieren. Paul Simon veröffentlichte sein in Südafrika aufgenommenes Album "Graceland", der britische Popstar Peter Gabriel sein Erfolgsalbum "So" und der japanische Soundtrack-Komponist Ryuchi Sakamoto das Album "Beauty". Auf allen drei Alben war Youssou N'Dour mit von der Partie. Peter Gabriel schwärmte von seiner Stimme, die er als "flüssiges Silber" bezeichnete, und betätigte sich als Mentor: 1987 hievte er Youssou N'Dour ins Vorprogramm seiner Welttournee, wodurch die meisten seiner Fans zum ersten Mal in Kontakt mit der Musik des Senegals kamen. Und als "Amnesty International" im Jahr 1988 eine Welttournee unter dem Titel "Human Rights Now" organisierte, stand er neben Peter Gabriel, Bruce Springsteen, Sting und Tracy Chapman auf der Bühne. So wurde Youssou N'Dour im Westen bekannt.

Youssou N'Dour eignet sich ganz gut für die Rolle des moralisches Gewissens, spricht er in seinen Liedern doch häufig Themen wie Frauenrechte und Verantwortung des Einzelne sowie die größten Probleme des Kontinents wie Kriege und Korruption, Umweltverschmutzung und Aids an. Auch das hat ihn zu einer der wichtigsten Stimmen Afrikas gemacht.

Youssou N'Dour beim Schlagerfestival von San Remo mit auffällig bedruckter Jacke. (Rechte: dpa)

Youssou N'Dour in San Remo

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Doppelt hält besser

Ende der 80er Jahre versuchte Youssou N'Dour erstmals, mit internationalen Produktionen auch auf dem westlichen Pop-Markt Fuß zu fassen. Noch immer gab die Tama, die westafrikanische "Talking Drum", dabei den Rhythmus vor. Aber Youssou N'Dour verfeinerte seinen Sound anfangs mit Jazz-Arrangements, später immer mehr mit Pop-Elementen. Seinen größten Erfolg bescherte ihm das Album "Womatt: The Guide", das 1994 erschien und das besagte Duett mit Neneh Cherry enthielt.

Nicht nur seine außerordentliche Stimme und seine besondere Musikalität, sondern auch sein ausgeprägter Geschäftssinn und seine eiserne Disziplin haben Youssou N'Dour zum wichtigsten afrikanischen Sänger der vergangenen Jahrzehnte werden lassen. Längst ist er nicht nur ein Vorbild, sondern selbst ein aktiver Mäzen und Förderer der afrikanischen Musik. Er besitzt das am besten ausgerüstete Studio des Senegals und mit seinem Jololi-Label protegiert er viel versprechende Talente. Zudem ist er am größten Kassettenpresswerk des Landes beteiligt und besitzt Anteile an einer wichtigen Radio-Station. Man könnte sagen, dass er an allen Gliedern der Produktionskette mitverdient. Daneben hat er sich auch für die Gründung des Festivals "Dakar 24" engagiert, das seit 1998 stattfindet und auch Newcomern der Szene eine Bühne bieten soll. Gleichzeitig gilt er im Senegal als moralische Autorität, bei der sich angeblich selbst Politiker gelegentlich Rat holen.

Musikalisch fährt Youssou N'Dour seit Anfang der 90er Jahre zweigleisig. Weil er bemerkte, dass manche seiner Rhythmen für europäische Ohren zu komplex waren, entschied er sich, für das Ausland etwas "entschärfte" Versionen seiner Songs aufzunehmen. Im Senegal erscheinen noch immer Kassetten, auf denen Youssou N'Dour seinen Fans gibt, was sie von ihm erwarten. Im Ausland aber ist Youssou N'Dour vor allem durch Pop-Alben wie "Joko: From Vilage to Town" (2000) oder "Nothing's in Vain" (2002) präsent, deren Exotik etwas geglättet wirkt. Mit dem Hip-Hop-Musiker Wyclef Jean entstand mit "Birima" der Remix eines seiner erfolgreichsten Songs der letzten Jahre. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich sang Youssou N'Dour mit der belgischen Sängerin Axelle Red den Titelsong. 2005 sang er auf dem Live-8-Konzert ein Duett mit Dido. Und auch beim Konzert "Deine Stimme gegen Armut", das 2007 anlässlich des G8-Gipfels in Rostock stattfand, stand er auf der Bühne.

Andrea Oster, Stand vom 01.06.2009

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