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Maria Callas

Maria Anna Cecilia Sofia Calogeropoulos wird am 3.September 1923 in New York geboren. Der Vater amerikanisiert den Familiennamen in Callas. 1937, nach der Trennung von ihrem Ehemann, zieht die Mutter mit ihren Kindern zurück nach Griechenland, wo die systematische Ausbildung der kleinen Maria beginnt.

Maria Callas und ihr Ehemann Giovanni Battista Meneghini in einem Luxus-Zugabteil. (Rechte: dpa)

Callas und ihr Mann Battista Meneghini

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"Falsche" Sängerin?

Marias Lehrerin ist die berühmte Koloratursopranistin Elvira de Hidalgo, die ihrer neuen Schülerin gegenüber anfänglich sehr skeptisch ist. Aber Maria singt, zwar noch unkontrolliert, aber voller Dramatik. Und sie erweist sich als ausgesprochen fleißig und ernsthaft. Folgerichtig erhält sie schon ein Jahr später ihre ersten Rollen an der Athener Oper.

Es folgen knapp zehn Jahre intensiven Rollenstudiums und gewissenhafter Ausbildung, bis Maria 1947 in Italien an der Arena di Verona engagiert wird. Der musikalische Leiter der Aufführung Tullio Serafin, Operndirigent von Rang und versierter Förderer junger Stimmen, wird auf ihr außergewöhnliches Talent aufmerksam, während sie in der Vorstellung selbst noch nicht beeindrucken kann. In Verona heiratet sie auch den wesentlich älteren Industriellen Gian Battista Meneghini. In den folgenden Jahren wird ihre Stimme immer besser, werden ihre Auftritte immer dramatischer und packender, bis sie sich bei den Florentiner Mai-Festspielen und im Dezember 1951 an der Mailänder Scala endgültig durchsetzen kann. Jetzt reißen sich die großen Bühnen der Welt förmlich um sie. Sie ist ein Star geworden: "La Divina", "die Göttliche".

Maria Callas mit ihrem langjährigen Liebhaber, dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis. (Rechte: dpa)

Ihre große Liebe: Aristoteles Onassis

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Die Diva

Die 50er Jahre sind das Jahrzehnt der Callas. An der Scala ist sie jetzt die Hauptattraktion. Sie nimmt eine Reihe von Schallplatten auf und singt überall auf der Welt: Die tragischen Heldinnen Verdis, die Priesterin "Norma", Puccinis "Tosca" werden zu ihren Markenzeichen. Und sie schafft es, ein Repertoire wiederzubeleben, das fast in Vergessenheit geraten war. Den Opern von Donizetti, Bellini und Rossini kann sie dank ihrer enorm beweglichen agilen Stimme und ihrer dramatischen Ausdruckskraft wieder Leben einhauchen. 1957 lernt sie den griechischen Reeder Aristoteles Onassis kennen: ein Skandal, heißt es damals, denn beide sind noch verheiratet und zeigen sich trotzdem ungeniert in aller Öffentlichkeit. Ab jetzt beherrscht sie eher die Klatschspalten, als die Feuilletons.

Interview mit der Opernsängerin Maria Callas anlässlich ihres Gastspiels in Köln. Aufnahme und Sendung: 06.07.1957, Länge 3:48, Autor: Hartwig Schmidt. Das Schwarzweiß-Foto zeigt die Callas in einem weißen Mantel. (Rechte: WDR/dpa)

Callas im Interview im Juli 1957 (3'50")

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1959 zieht sie sich vorläufig von der Bühne zurück. Ihre große Liebe Onassis wird ihr wichtiger als Musik und Karriere. 1968 dann der Schock: Onassis verlässt sie, um Jackie Kennedy zu heiraten. Die enttäuschte Liebende zieht sich in eine Wohnung in Paris zurück. Erst Jahre später taucht der Profi Maria Callas wieder auf: 1971/72 gibt sie Meisterkurse an der Juilliard School in New York, versucht sie sich 1973 an der Regie einer Verdi-Oper. 1973/74 feiert sie ihren endgültigen Abschied von der Bühne mit einer letzten Tournee um die Welt. Ihre Stimme, sagt die Kritik, ist nur noch ein schaler Abglanz dessen, was sie einst groß gemacht hatte. Am 16. September 1977 stirbt Maria Callas in Paris, wohin sie sich zurück gezogen hatte - einsam, so sagt man.

Maria Callas bei der Eröffnung der Wintersaison in der Mailänder Scala, rechts daneben sitzt Wally Toscanini, die Tochter des Dirigenten Arturo Toscanini. (Rechte: dpa)

Am Ende zeigte sie sich nur selten in der Öffentlichkeit

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Das Opfer der Presse

Hysterisch, egozentrisch, unberechenbar: Das ist in etwa das Bild, das in der Presse von Maria Callas gezeichnet wurde. So wurde sie zu einer Diva stilisiert, einer, die man auch hassen durfte. Es gab einen Schnappschuss, der sie mit gefletschten Zähnen zeigte, eigentlich erregt über ein exorbitante Forderung ihres ehemaligen Managers. Aber das Bild ging um die Welt und formte die öffentliche Meinung: Das war keine normale Frau, sondern eine gefährliche Tigerin. Vielleicht, so nimmt man heute an, war es ja die enorme Stärke, die sie auf der Bühne wie im Leben gezeigt hatte, die ihr hier, ins Negative verkehrt, entgegen schlug. Starke Frauen entsprachen damals sicherlich nicht dem Ideal.

Zum zweiten großen Skandal weitete sich eine abgesagte Vorstellung 1958 in Rom aus. Sie sollte vor glanzvollem Publikum die Saison eröffnen. Alles was Rang und Namen hatte war angereist, einschließlich des italienischen Staatspräsidenten. Maria Callas aber war erkältet, wollte eigentlich ganz absagen, mochte aber auch das Publikum nicht enttäuschen. Mitten in der Vorführung musste sie dann doch abbrechen. In der Presse wurde sie dafür diffamiert: Das sei typisch für diese Diva, hieß es damals. Auch als Jahre später ihre Liaison mit Onassis zerbrach, weidete sich die Öffentlichkeit noch an ihrem Schicksal, obwohl sie sich lange von der Bühne zurückgezogen hatte.

Maria Callas als Medea in einem langen dunklen Gewand. (Rechte: dpa)

Callas als Medea

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Die Sängerin

Die Skandale werden zwar nicht so schnell in Vergessenheit geraten, aber sie spielen heute keine Rolle mehr. Wer die Callas heute kennen lernen will, begegnet ihr nur noch auf CD - nicht als Diva, sondern als Künstlerin. So lässt sich nachhören, wie sie die Tiefenschichten eines Charakters allein mit den Mitteln des Gesangs freilegen konnte. Sie verfügte über eine enorme Palette von Klangfarben und Schattierungen, die sie scheinbar immer mit der allergrößten Sicherheit einzusetzen wusste. Allein schon dadurch konnte sie ihren Figuren immer ein Höchstmaß an Glaubwürdigkeit verleihen: Bei ihr klingen auch die wildesten Ausbrüche nicht gestelzt oder übertrieben, sondern immer dramatisch und plausibel.

Außerdem war sie eine Virtuosin ersten Ranges, konnte auch schnelle und reich verzierte Passagen mit vollkommener Sicherheit singen. Und: Sie klingen bei ihr nicht nach schmückendem Beiwerk. Maria Callas hat unermüdlich an ihren Partien gearbeitet und lange an den Details herum gefeilt. Sie hielt das für selbstverständlich, für ihre Aufgabe als Künstlerin. Aber sie war deshalb auch nur selten ganz mit sich zufrieden. Vielleicht hat auch das den Umgang mit ihr schwierig gemacht, und ihr letztlich den schlechten Ruf einer Diva im negativen Sinn eingebracht.

Salim Butt, Stand vom 15.06.2010

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