Wissensfrage
Als die Norwegerin Kirsten Flagstad 1952 ins Tonstudio kam, um unter dem legendären Dirigenten Wilhelm Furtwängler Wagners "Tristan und Isolde" aufzunehmen, war sie schon 57 Jahre alt. 1932 hatte sie die "Isolde" zum ersten Mal auf der Bühne gesungen, war daraufhin nach Bayreuth engagiert worden, und entwickelte sich in der Folge zur herausragenden Wagnerinterpretin. Besonders als Isolde wurde sie weltberühmt. Mehr als verständlich war daher der Wunsch von Produzent und Dirigent im Jahre 1952, Kirsten Flagstad in ihrer bedeutendsten Rolle auch in guter Klangqualität auf Schallplatte aufzunehmen.
Tatsächlich gilt diese Einspielung bis heute als eine Art Meilenstein der Schallplattengeschichte und auch immer noch als eine der hörenswertesten Aufnahmen dieser Oper. Und das nicht zuletzt wegen des außergewöhnlichen Rollenportraits, das Kirsten Flagstad gegeben hat. Nur leider war sie wegen ihres Alters nicht mehr in der Lage, einige der extrem hohen Spitzentöne in der geforderten Intensität zu singen. Also bat der Produzent seine Ehefrau, Elisabeth Schwarzkopf, auszuhelfen. Welche der Töne sie gesungen hat, ist allerdings bis heute ein Geheimnis geblieben. Kirsten Flagstad starb zehn Jahre nach der legendären Plattenaufnahme in Oslo.
Salim Butt, Stand vom 15.06.2010






