Meilensteine des Fernsehens
Erste Live-Übertragung in Deutschland
Das erste Mal, dass ein Großereignis live im Fernsehen übertragen wurde, war bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Bilder der Sportveranstaltung wurden in Echtzeit an andere Orten übertragen. Geschätzte 150.000 Zuschauer verfolgten das Geschehen in sogenannten Fernsehstuben, denn Fernseher im heimischen Wohnzimmer gab es damals noch nicht. Das erste Fernsehereignis, das einem weltweiten Millionenpublikum live präsentiert wurde, war die Krönung der englischen Königin Elizabeth II. am 2. Juni 1953. In Bonn saßen sogar Bundeskanzler Adenauer und die Kabinettsmitglieder vor dem Fernsehgerät. In Zeiten großer Live-Übertragungen stiegen die Verkaufszahlen für Fernsehgeräte deutlich an.
Erste Tagesschau
Die erste Tagesschau wurde am 26. Dezember 1952 gesendet. Am Tag zuvor war das Fernsehen des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) gestartet. Anfangs gab es wöchentlich drei Sendungen – am Montag, Mittwoch und Freitag. An den darauffolgenden Tagen wurden die Sendungen vom Vortag wiederholt. Die erste Tagesschau im Deutschen Fernsehen berichtete von US-Präsident Eisenhowers Rückkehr aus Korea, dem Richtfest für das Hamburger Fernsehstudio, der Eisrevue Baier und dem Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Jugoslawien. Seit Oktober 1956 sendete die Tagesschau täglich montags bis samstags, seit September 1961 auch am Sonntag.
Erste direkte Fernsehübertragung per Satellit
Die erste direkte Fernsehübertragung per Satellit verfolgten am 23.7.1962 rund 200 Millionen Menschen in Europa, den USA und Kanada. Die Live-Schalte mit Bildern unter anderem aus New York, San Francisco und Washington war auch im Ersten Deutschen Fernsehen zu sehen.
Erste Sendung in Farbe
Die erste Sendung in Farbe war "Der Goldene Schuss" – eine Spielshow mit Showmaster Vico Torriani. Sie wurde ausgestrahlt, als Williy Brandt am 25. August 1967 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin offiziell das Farbfernsehen in Deutschland startete.
Erste Talkshow
"Je später der Abend" mit Dietmar Schönherr war die erste Talkshow im deutschen Fernsehen. Mit den Worten: "Wir machen heute eine sogenannte Talkshow. Was sie ist, das wissen Sie nicht - und wir auch nicht so genau", eröffnete Dietmar Schönherr die Sendung am 18. März 1973 im WDR-Fernsehen. Das Fernsehformat "Talkshow" war aus den USA übernommen, wo es bereits seit den 50er Jahren verbreitet war. Dem deutschen Publikum war die Talkshow jedoch weitgehend unbekannt und es bedurfte einer kleinen Erklärungshilfe des Moderators "Denken Sie nicht, dass eine Talkshow das Gegenteil einer Nachtshow ist", warnte Talkmaster Schönherr nur halb im Spaß, "talk kommt von to talk - reden – das Ganze ist also eine Rederei."
Publikumshits
Die bisher höchste Einschaltquote erreichte die Übertragung vom Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Italien am 4. Juli 2006 im ZDF. 29,66 Millionen Zuschauer verfolgten das Spiel am eigenen Fernseher über die gesamte Sendezeit, in der Verlängerung waren es sogar 31,31 Millionen. Das entsprach einem Marktanteil von 91,2 Prozent - der höchste jemals gemessene Zuschauerwert seit Beginn des Verfahrens im Jahr 1985. Da die Zuschauer bei "Public-Viewing"-Veranstaltungen in Biergärten, Kneipen und Restaurants nicht mitgerechnet werden, lag die tatsächliche Zahl der Zuschauer noch wesentlich höher. Zuvor hielt den Quoten-Rekord das Fußball-WM-Finale Deutschland gegen Argentinien im Jahr 1990. Hier schauten 28,66 Millionen Menschen zu.
Josefine Fehr, Stand vom 01.06.2009










