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Fernsehnachrichten

An einem normalen Wochentag sendet allein die ARD fast drei Stunden Fernsehnachrichten. Nimmt man die Magazinsendungen hinzu, liegt der Informationsanteil bei mehr als acht Stunden. Für die Nachrichtenmacher bedeutet das jeden Tag eine neue Herausforderung. Wie arbeitet eine Nachrichtenredaktion? Und wie wird ein Ereignis zur Nachricht?

Das Tagesschau-Studio: Links im Bild steht eine große Studiokamera mit ARD-Aufkleber, die auf den Tagesschau-Moderator hinter einem halbrunden, großen Schreibtisch gerichtet ist. (Rechte: dpa)

Die wichtigste Informationsquelle

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Eigene Recherchen

Die Arbeit in einer Nachrichtenredaktion hat mit dem weitverbreiteten Berufsbild des investigativen Journalisten wenig gemein. Investigativ, also aufdeckend und fast detektivisch zu arbeiten, verlangt viel Zeit, die im aktuellen Tagesgeschäft selten vorhanden ist. Die Recherche der Nachrichtenredakteure beschränkt sich meist darauf, den Wahrheitsgehalt der eingehenden Meldungen zu überprüfen. Der investigative Journalismus bleibt den monatlichen Magazinsendungen und Dokumentationen vorbehalten.

Eine zuverlässige Quelle?

Trotz des Internets sind die Fernsehnachrichten für die meisten Deutschen immer noch die wichtigste Informationsquelle. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, haben die Nachrichtenmacher ein hochkomplexes, national und international agierendes Netzwerk aufgebaut. Knotenpunkte dieses Netzes sind die einzelnen Nachrichtenredaktionen. Sie bedienen sich aus einer Vielzahl von Quellen und treffen eine Auswahl der Themen.

Blick von oben in den großen Redaktionsraum des Senders CNN in Atlanta, der mit Schreibtischen und Computern gefüllt ist. (Rechte: dpa)

Auf Agenturen angewiesen

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Die Nachrichtenagenturen

Die wichtigsten Partner der großen Nachrichtenredaktionen sind die internationalen Nachrichtenagenturen. Sie liefern jeden Tag aktuelle Meldungen und mehrere Stunden Filmmaterial. Da keine Redaktion in der Lage ist, in jedes Land der Welt eigene Korrespondenten zu entsenden, wird besonders bei der Auslandsberichterstattung Agenturmaterial benutzt. Die Agenturen haben ein weltweites Netz freier und festangestellter Journalisten. Sie liefern den Rohstoff für die Nachrichten. Allein die Agentur Reuters ist in mehr als 150 Ländern vertreten. Per Sattelitenüberspielung werden den Redaktionen rund um die Uhr Bilder und Informationen aus aller Welt übermittel.

Die wichtigsten Agenturen für den deutschen Fernsehmarkt sind APTN (Associated Press Television News) und Reuters TV. Öffentlich-rechtliche Sender bestreiten rund ein Viertel ihres Nachrichtenangebots mit Agenturbildern, bei den privaten Sendern besteht fast die Hälfte der Nachrichten-Sendungen aus Agenturmaterial. Die Übernahme von Agenturbildern ist zwar unumgänglich, bei den Nachrichtenmachern jedoch nicht unumstritten. Die Herkunft der Bilder können sie letztlich meist nicht überprüfen, da auch die Agenturen selbst viel Material ankaufen. Bilder kommen von freien Kamerateams und von englischen oder amerikanischen Bildagenturen, die ihre Kamerateams an die Brennpunkte des Geschehens in aller Welt schicken. Durch die Auswahl der Drehorte und Bilder setzen die Anbieter Themenschwerpunkte, die die redaktionelle Eigenständigkeit der Nachrichtenmacher einschränken.

Der Senderverband

Die dritte Quelle der Nachrichtenmacher für Bilder und Informationen aus dem Ausland sind internationale Senderverbände. In der European Broadcasting Union (EBU) sind öffentlich-rechtliche Sender aus 63 Mitgliedsstaaten vertreten, die über einen Verteiler ihre Nachrichten und die dazugehörigen Bilder den Redaktionen anderer Länder per Satellit zur Verfügung stellen und umgekehrt auch empfangen können. Für die ARD sind die Bilder aus der EBU ebenso wichtig, wie das Material der Nachrichtenagenturen. 50 Prozent ihres Fremdmaterials stammen aus dem Senderverband. Auch eine Reihe privater Fernsehanbieter hat sich zu einem eigenen Verband, der European News Exchange (ENEX), zusammengeschlossen.

Blick zwischen zwei Fernsehkameras auf den Politiker Wolfgang Clemens hinter drei Mikrophonen. (Rechte: dpa)

In Deutschland haben die Redaktionen eigene Reporter

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Nachrichten aus Deutschland

Für die Berichterstattung aus Deutschland spielen die großen Bildagenturen, sowie EBU und ENEX eine untergeordnete Rolle. Die Landesstudios der einzelnen Landesrundfunkanstalten der ARD sind flächendeckend über Deutschland verteilt. Innerhalb kürzester Zeit können die Journalisten Informationen und Bilder für alle ARD-Sendungen liefern. So hat zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen der Westdeutsche Rundfunk elf Landesstudios. Die privaten Sender versuchen, wegen der hohen Kosten, die Anzahl ihrer Landesstudios gering zu halten. Wenn sie aktuelle Bilder brauchen, sind sie deshalb häufig auf unabhängige Produktionsfirmen angewiesen. Die Größe dieser Firmen reicht vom Ein-Mann-Betrieb bis hin zu einem mittelständischen Unternehmen. Einige von ihnen sind so professionalisiert, dass sie regelmäßig im Auftrag der öffentlich-rechtlichen oder privaten Sender arbeiten, andere sind darauf angewiesen, ihr Bildmaterial den Sendern anzubieten und zu hoffen, dass einer oder mehrere es kaufen.

Götz Bolten, Stand vom 01.06.2009

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