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Ein Morgen mit WDR 2

Sie begleiten täglich Millionen von Menschen in und durch den Tag, dürfen Morgenmuffel bereits kurz nach dem Aufstehen ansprechen und während des Autofahrens ohne Probleme dazwischen quatschen – Radiomoderatoren. Beim Frühstück, am Arbeitsplatz und auf der Autobahn bekommen die Hörer schnell die nötigen Infos und Musik für zwischendurch. Planet Wissen hat die Macher des WDR 2-Morgenmagazins begleitet und ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

Mikrofon mit WDR2-Logo (Rechte: WDR/Imago)

WDR 2 – nah dran und aktuell

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Das Morgenmagazin – Primetime im Radio

Freitagmorgen, kurz vor sieben: Neben der Kaffeemaschine wird in vielen Haushalten NRWs auch das Radio eingeschaltet. WDR 2-Hörern ist die Stimme von Katrin Schmick bestens vertraut. Die Moderatorin des heutigen Morgenmagazins freut sich immer wieder, mit so vielen Menschen den Tag beginnen zu dürfen. "Es haben schon Leute zu mir gesagt: Ich bin heute mit dir aufgewacht oder ich stand mit dir unter der Dusche. Diese enge Hörerbindung finde ich toll." Dafür nimmt sie es auch in Kauf, mitten in der Nacht aufstehen zu müssen.

WDR-Funkhaus (Rechte: WDR/Imago)

Am Kölner Wallraffplatz entsteht das WDR 2 Morgenmagazin

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Denn im WDR-Funkhaus am Kölner Wallraffplatz läuft die Kaffeemaschine schon seit vier Uhr. Eine Stunde vor Beginn der Sendung gehen Katrin Schmick und der verantwortliche Redakteur Martin Mausbach die Sendung noch einmal durch. Was gibt es Neues? Was muss noch geändert werden? Aktualität ist im Radio oberste Pflicht, ganz besonders im Morgenmagazin. "Diese Sendung läuft zur Primetime", erklärt Martin Mausbach. "So viele Hörer wie morgens zwischen fünf und neun Uhr haben wir in keiner anderen Sendung. Das sind immerhin knapp zwei Millionen und damit setzt das Morgenmagazin die Duftmarke für den ganzen Tag."

Im schalldichten Studio setzt sich Katrin Schmick die Kopfhörer auf, bringt das Mikrofon in die richtige Position, und um kurz nach fünf leuchtet zum ersten Mal die rote Lampe: Achtung, Live-Sendung! Martin Mausbach sitzt mit dem Techniker der Sendung im Tonregieraum nebenan. Hier steht das Mischpult mit vielen Reglern und noch mehr Knöpfen. Getrennt sind die Räume durch eine riesige, ebenfalls schalldichte Glasscheibe. So kann Katrin Schmick dem Techniker per Handzeichen signalisieren, wann ihre Moderation endet und die Musik oder ein Beitrag eingespielt werden kann.

Martin Mausbach an seinem Computer (Rechte: WDR/Schneider)

Martin Mausbach ist bei WDR 2 Redakteur

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Aktuell, schnell und kompakt

Wichtiger Bestandteil jeder Sendung ist das Topthema, ein aktuelles politisches oder gesellschaftliches Ereignis, das in der gesamten Woche mehrmals in jeder Sendung vorkommt. In dieser Woche sind es die Entwicklungen rund um die Zwickauer Neonazi-Zelle. Heute findet dazu eine Konferenz mit den Innenministern der Bundesländer in Berlin statt. Darüber spricht Katrin Schmick mit NRW-Innenminister Ralf Jäger.

Da der Minister einen engen Zeitplan hat, wird das Interview noch vor seinem Abflug nach Berlin per Telefon aufgezeichnet. Dazu wechselt Katrin Schmick, während in der Live-Sendung die Nachrichten gesprochen werden, schnell das Studio. Nach einem kurzen Vorgespräch mit dem Minister leuchtet auch hier die rote Lampe: Achtung, Aufnahme! Das Interview wird gespeichert und von Martin Mausbach mit einem Schnittprogramm am Computer nachbearbeitet. Währenddessen steht Katrin Schmick schon wieder im Live-Studio und gibt den Hörern einen aktuellen Überblick der Verkehrslage in NRW.

"Wenn die Hörer sich morgens für den Tag präparieren, wollen sie schnell und kompakt über die aktuellen Ereignisse informiert werden", sagt Martin Mausbach. Als Redakteur ist er für die Inhalte des Morgenmagazins verantwortlich. Gemeinsam mit einer Kollegin plant er bereits ab Donnerstagvormittag die Themen der Freitagssendung. Neben Nachrichten, Wetter und Staumeldungen, die immer zur vollen und zur halben Stunde laufen, gilt es, die restlichen Sendeminuten mit Themen zu füllen. Dabei müssen die Redakteure überlegen, was ihre Hörer interessiert und an welcher Stelle welches Thema am besten aufgehoben ist.

Katrin Schmick im Hörfunkstudio (Rechte: WDR/Schneider)

Ruhig, auch wenn es hektisch wird: Katrin Schmick

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Sendung nach Plan – das ist nicht immer so

Wichtig ist vor allem, dass der Hörer am Morgen nicht von einer Stimmungs- oder Themenlage erdrückt wird. Übertriebene Heiterkeit ist genauso fehl am Platz wie eine durchgehend bedrückende Stimmung. Mitunter entscheidet das Bauch- und Fingerspitzengefühl darüber, ob es ein Thema in die Sendung schafft oder nicht. Heute morgen fliegt ein Beitrag über den gerade angelaufenen "Twighlight"-Kinofilm aus dem Sendeplan. "Der passt heute nicht", entscheidet Martin Mausbach. "Außerdem haben wir in den letzten Tagen schon einiges dazu gemacht."

Die Sendepläne funktionieren allerdings nur, solange keine überraschenden Zwischenfälle passieren. Bei wichtigen, leider meist negativen Ereignissen muss blitzschnell reagiert werden. "Die Aktualität ist das, was den Reiz des Moderierens ausmacht", sagt Katrin Schmick. "Ich kann mich noch gut an die Sendung nach dem Tod von Michael Jackson erinnern. Er ist in der Nacht gestorben und am nächsten Morgen habe ich moderiert. Da konnten wir das geplante Konzept in die Tonne kloppen." In solchen Situationen wird es hektisch, die Korrespondenten in den betreffenden Ländern werden kontaktiert, Gesprächspartner organisiert, Fakten bestätigt oder dementiert – und vor dem Mikrofon wird improvisiert.

Die heutige Sendung läuft nach Plan. Das Interview mit Innenminister Jäger wird um kurz nach sieben gesendet. "In dieser Zeit hören die meisten Menschen am Tag Radio", sagt Martin Mausbach. Einen Studiogast gibt es heute auch. Passend zum "bundesweiten Vorlesetag" ist Reinhard Becker im Studio, Moderator und Mitglied des WDR-Sprecherensembles. Er gibt Tipps zur richtigen Präsentation von Texten. Nebenbei erleichtert er der Katrin Schmick die Arbeit und liest für sie die Verkehrsnachrichten.

Den richtigen Ton treffen

Unterhaltung, Information und Musik müssen den Nerv der Hörer treffen. Die sind bei WDR 2 im Durchschnitt 46 Jahre alt und mögen Pop- und Rocksongs. "Die Musik im Radio soll auf positive Art unterhalten", sagt Marcel Hamacher aus der WDR 2 Musikredaktion. "Es ist wichtig, auf den Musikfluss zu achten, also nicht drei Balladen hintereinander zu spielen." Die Musik muss auch zu den Wortbeiträgen passen. Nach einem sehr ernsten oder traurigen Thema darf kein fröhlicher Titel laufen, allerdings auch nicht zu lange betroffen machende Musik.

Ähnlich wie bei der Musik ist es auch bei der Moderation nicht immer einfach, den richtigen Ton zu treffen. Katrin Schmick hat dafür einige Tricks parat: "Wichtig ist, dass man ganz normales Vokabular benutzt. Köln ist und bleibt Köln und wird in der Moderation nicht zur Domstadt. Und ein 'äh' zwischendurch stört auch niemanden. Ich stelle mir beim Moderieren jemanden vor, den ich anspreche. Eine Person, die mir sympathisch ist. Und eine gute Vorbereitung auf die Sendung ist wichtig. Nur so kann man sich in der Livesituation auch vom Manuskript lösen." Das besteht bei Katrin Schmick aus etwa 20 Seiten pro Sendung und wandert am Freitagmorgen um neun Uhr in den Papierkorb. Feierabend am Vormittag. Das Sendestudio wird den Machern der "Westzeit" überlassen, und in den Redaktionsräumen beginnt bereits jetzt die Vorbereitung für das nächste Morgenmagazin.

Daniel Schneider, Stand vom 20.11.2011

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Collage aus Bildmotiven zum Thema Fernsehgeschichte. (Rechte: NDR)

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