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Rat & Tat

Immer mehr Menschen wollen heutzutage den mittelalterlichen Weg zum Apostelgrab des Jakobus in den äußersten Norden des galizischen Spaniens nach Santiago de Compostela gehen. Der "Camino", wie man den Jakobsweg auch nennt, erlebt eine Renaissance.

Ein Foto von Santiago de Compostela, die Kirchtürme schauen hinter Hausdächern hervor. (Rechte: SWR)

Santiago de Compostela

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Nicht zuletzt der Buchmarkt und das Internet zeugen von diesem neu erwachten Interesse für diesen Weg. Eine Menge guter Reiseführer und Tagebuchaufzeichnungen von Menschen, die den Weg gegangen sind, bieten jedem umfassende Informationen über das, was man über den "Camino" wissen muss. Angefangen bei Packlisten für den Rucksack über detaillierte Wegbeschreibungen bis hin zu umfangreichen Informationen über die Pilgerhospize auf dem Weg.

Wer den Jakobusweg gehen möchte, muss sich zunächst entscheiden, wie viel Zeit er für den Weg haben wird, welchen Weg er gehen und wie er jenen zurücklegen möchte: Lassen es die Zeit und die körperliche Verfassung zu, kann man auch in Deutschland fast von überall direkt vor der Haustür starten. Die Pilgerfahrt nach Santiago kennt drei Formen des Pilgerns: zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Pferd. Man bekommt eine Pilgerurkunde in der Apostelstadt, wenn man mindestens die letzten 100 Kilometer vor Santiago zu Fuß gegangen oder die letzten 200 Kilometer geradelt ist.

Die Pilgerbrücke bei Puente La Reina. (Rechte: AKG)

Die Pilgerbrücke bei Puente La Reina

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Der "Camino de Santiago"

Die bekannteste und meist gegangene und gefahrene Route im Norden Spaniens ist der "camino francés", der bei Roncesvalles und Somport die Pyrenäen überquert und sich bei Puente la Reina zur großen Pilgerstraße durch Nordspanien vereinigt. Der "Camino" führt durch die unterschiedlichsten Landschaften: steile Bergpässe, karge und trockene Hochebenen und drückende Tieflandregionen. Die ursprünglichen Wegstrecken und Maultierpfade, die ihren eigenen Reiz haben, werden leider zunehmend durch breite Staubstraßen ersetzt. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Pilgerweg weiterhin sehr beschwerlich und streckenweise auch gefährlich ist. Jedes Jahr gibt es Tote und Verletzte.

Ein Pilgerausweis wird abgestempelt. (Rechte: SWR)

Ein ganz wichtiges Dokument: Der PIlgerausweis.

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Die Ausrüstung

Die Frage, die sich jeder Pilger beim Packen seines Rucksacks stellen sollte, ist nicht: "Was nehme ich mit?", sondern: "Was lasse ich zuhause?" Empfohlen wird, dass der Rucksack nicht mehr als 10 Prozent des Körpergewichts haben soll, und bei Frauen nicht mehr als 8 Kilo, bei Männern nicht mehr als 10 Kilo wiegen sollte.
Angefangen beim Rucksack sollte jedes Stück, das mitgenommen wird, auch auf sein Gewicht hin überprüft werden. Empfohlen wird Kleidung aus Mikrofaser, die leicht gewaschen und wieder getrocknet werden kann. In guten Reiseführern und auf zahlreichen Internetseiten findet man sehr gute Listen über all das, was man unbedingt auf die beschwerliche Reise mitnehmen sollte. Als besonderen Tipp findet man immer wieder den Hinweis auf Fußcreme, die zuverlässig Blasen an den Füßen verhindern soll (zum Beispiel Melkfett) und Oropax, damit man in den Massenlagern der Pilgerhospize nachts auch zum Schlafen kommt.

Ganz wichtig für die Reise ist der Pilgerausweis, ohne den man keinen Zutritt zu den Pilgerhospizen entlang des Pilgerweges hat. Diesen bekommt man zum Beispiel bei den zahlreichen Jakobusgesellschaften in Deutschland. In den einzelnen Hospizen wird der Ausweis gestempelt. Wer am Ende seiner Reise in Santiago de Compostela eine Pilgerurkunde haben möchte, muss den Pilgerausweis vorlegen.

Die Pilgerhospize

Der Pilgerausweis berechtigt zur Übernachtung in der Pilgerherberge für eine Nacht. Ausnahmen gibt es nur bei Krankheit oder bei höherer Gewalt – wie zum Beispiel Unwetter. Die Hospize auf dem "Camino" unterscheiden sich deutlich: Die Spannbreite geht vom relativ komfortablen Mehrbettzimmer über Matratzenlager bis hin zu einem harten Schlafplatz auf dem Steinboden. Die sanitären Anlagen sind meist sehr einfach, und häufig gibt es keine Möglichkeit zu kochen. Die Übernachtungen kosten nur wenig, und in Galizien sind sie sogar kostenlos.

Und noch was....

Wer seine Pilgerreise nicht alleine machen möchte, hat die Möglichkeit, sich an deutsche Jakobuspilgergesellschaften zu wenden. Dort werden immer wieder Gruppen-Pilgerreisen angeboten. Wer aber lieber nur zu Zweit oder zu Dritt gehen möchte, kann auch über das Internet passende Weggefährten finden.

Cordula Weinzierl, Stand vom 24.11.2010

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Bildcollage zum Thema Weltreligionen (Rechte: SWR)

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