• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Ein Leben für den Trödel: Albert Maier

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Kultur & Medien
  • Sammeln
  • Flohmärkte
  • Ein Leben für den Trödel: Albert Maier

Ein Leben für den Trödel: Albert Maier

Bei ihm dreht sich alles um den Trödel. Albert Maier ist Antiquitätenhändler und Sachverständiger aus Leidenschaft. Der gebürtige Schwabe betreibt seit 1976 seinen Antiquitätenladen in Ellwangen im Osten Baden-Württembergs. Das hindert ihn allerdings nicht daran, so oft wie möglich seine Wochenenden auf dem Flohmarkt zu verbringen, vorzugsweise auf seinem Lieblingsmarkt in Ludwigsburg.

Porträt von Albert Maier. (Rechte: WDR/Thomas Welters)

Albert Maier: Antiquitätenhändler und Kunstsachverständiger

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Flohmärkte
Videos
Geschichte der Flohmärkte
Bekannte Märkte
Albert Maier
Ein Leben für den Trödel
Literatur & Co
Link-Tipps

Autodidakt aus Leidenschaft

Bei einem Trödel - und Kunstexperten würde man vermuten, dass Albert Maier eine Ausbildung im Kunsthandel genossen hat. Doch weit gefehlt: Schon als Jugendlicher interessierte er sich für die Adelshäuser im süddeutschen Raum und war begeistert von deren außergewöhnlichen Antiquitäten. Die Idee mit dem Antikhandel kam allerdings später: "Als ich noch Jura in München studiert habe, kam ich zufällig an dem alten Gefängnis in Aalen vorbei und dort lagen acht alte, schöne Gefängnistüren auf einem Haufen." Die hatten es dem Antikfan angetan und so fragte er den örtlichen Polizeidirektor, ob er die Türen übernehmen könne. Er restaurierte sie und verkaufte sie in München erfolgreich weiter. Das war sozusagen die Initialzündung für den Antikhandel.

Richtig auf den "Flohmarkt-Geschmack" kam Albert Maier während eines Praktikums beim Gerichtsvollzieher in München. Dort wurden wertvolle Sachen wie Wanduhren und Antikmöbel gepfändet. Einige der Studenten kauften die Sachen auf und boten sie auf dem Flohmarkt an. Das machte Albert Maier neugierig. Er beschloss nach dem ersten Staatsexamen Mitte der 70er Jahre, sein Juristendasein an den Nagel zu hängen und sich hauptberuflich dem Kunst- und Antikhandel zu widmen. Seitdem ist der Autodidakt nicht nur für das Fernsehen ein gefragter Experte.

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.macromedia.com/go/getflashplayer_de

Ramsch oder Schatz? (5'00'')
Zur Video-Großansicht

Der Trödelmarkt als Lebensphilosophie

Für Albert Maier ist Flohmarkt so etwas wie "antikes Gambling", zu Deutsch: "Spielen". Am Anfang weiß man nicht, ob man etwas Wertvolles oder vielleicht nur Schrott gekauft hat. Und obwohl der Experte schon so viele Jahre im Geschäft ist, packen ihn auf dem Flohmarkt immer noch die Aufregung und das Jagdfieber. Der Flohmarkt ist für ihn eine richtige "Lebensphilosophie". Dann kann es auch mal passieren, dass einem Profi wie ihm ein gutes Stück vor der Nase weggeschnappt wird. Denn nach Schätzung von Albert Maier ist jeder Zehnte auf dem Flohmarkt ein Profi, und die wissen genau, was bestimmte Sachen wert sind. Natürlich sind nicht alle Märkte gleich: Spezielle Veranstaltungen wie Antikmärkte haben meist ein hochwertigeres Angebot als "gewöhnliche" Trödelmärkte, aber auch ihren Preis.
Trotzdem kann man nach Einschätzung Albert Maiers noch tolle Schnäppchen auf dem traditionellen Flohmarkt machen. Wie ein Mann aus Lörrach, der einst zu Schätzexperte Maier kam. Der Mann zeigte ihm einen Teller aus St. Petersburger Porzellan, den er für sechs Euro auf einem Flohmarkt gekauft hatte. Dem Antiquitätenhändler blieb fast das Herz stehen. Er erkannte sofort, dass der Teller aus dem Service des Zaren Nikolaus II. stammte und Zigtausende Euro wert war. Der Mann versteigerte den Teller später auf einer Auktion für sage und schreibe 72.000 Euro.

Albert Maier schaut sich eine Taschenuhr mit der Lupe an. (Rechte: SWR)

Albert Maier bei einer Schätzaktion für den SWR

Vergrößern

Deutsche Dachböden - eine unermessliche Schatzkammer

Wenn Albert Maier sich nicht auf einem Trödelmarkt befindet, dann fährt er quer durchs Land und durchstöbert deutsche Dachböden. Haushaltsauflösungen sind ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Und ein spannender dazu: Denn Maier schätzt, dass auf deutschen Dachböden noch ungeheure Schätze schlummern. Vor Jahren fand er selbst bei Privatleuten ein Kandinsky-Bild, eine seiner wertvollsten Gemälde-Entdeckungen. Vielen Leuten sei gar nicht bewusst, welch schöne Dinge dort im Verborgenen lägen, so der Kunstkenner. Aber natürlich sei auch oft das Gegenteil der Fall und viel Kitsch und Ramsch dabei. Einen Großteil seiner Ware bezieht Maier aus Wohnungsauflösungen. Die alten Dinge verkauft er dann in seinem Laden oder auf dem Trödelmarkt.

Leider habe sich im Kunsthandel die Lage für Händler drastisch verschlechtert, so der Experte. Der Grund dafür seien die Internet-Börsen. Die Leute gehen nicht mehr so gerne auf Antikmärkte, sondern ersteigern lieber von zu Hause aus. Das vereinfacht die Suche, wenn man spezielle Dinge im Auge hat. Viele von Maiers Kollegen sind mittlerweile als Profihändler im Netz unterwegs, doch für Maier ist das nichts. Er zieht den realen Trödelmarkt vor, wo man die Dinge direkt begutachten und in die Hand nehmen kann. Die Zukunft schätzt der Antikhändler trotz immer noch gut besuchter Trödelmärkte pessimistisch ein: "Ich persönlich sehe für die Zukunft der Flohmärkte etwas schwarz, insbesondere für die Antikmärkte, da die jungen Leute einfach nicht mehr so viel sammeln. Da bricht ein großer Markt weg."

Verschiedene Keramikfiguren auf einem Flohmarktstand. (Rechte: IMAGO/F. Berger)

Begeisterung für schöne Dinge

Vergrößern

Schaschlik von Meißner Porzellan

Albert Maier beschreibt sich selbst als einen Sammler, der keine spezielle Sache sammelt. "Mich begeistern einfach schöne Dinge, an denen ich Freude habe, wie eine schöne Dose oder eine schöne kleine Bronzefigur oder kleine Schmuckstücke." Das Objekt der Begierde muss dem Antikkenner einfach gefallen und etwas außergewöhnlich sein. Und da er kein spezielles Sammelgebiet hat, fällt es Albert Maier auch nicht schwer, sich wieder von Dingen zu trennen, die er ersteigert hat. Im Gegenteil: Es gibt für ihn kein größeres Vergnügen, als auf dem Flohmarkt zu verkaufen: "Der Kontakt mit den Leuten ist etwas Fantastisches - es hat etwas Bohèmienhaftes! Man kann vom Meißner-Teller sein Schaschlik essen und lernt dabei interessante Leute kennen. Das ist doch was!"

Sandra Kampmann, Stand vom 11.01.2012

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Sammeln. (Rechte: WDR)

Sammeln


  • Sammler
  • Museen

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/sammeln/flohmarkt/albert_maier.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.