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München - Zwischen Renaissance und Wolkenkratzern

Weißwürste, Oktoberfest, Fußball - all das verbindet man mit Bayerns Hauptstadt München. Die Metropole an der Isar ist reich an Kultur und zugleich Entstehungsort von Hightech-Bauten der Superlative. Renaissance und Wolkenkratzer, Pina Colada und Weißbier. Klassik und Rock. Münchens heutige Architektur- und Kulturszene zeigt, dass das Eine das Andere nicht ausschließen muss. 2008 feiert die Stadt ihren 850. Geburtstag.

Das Bild zeigt München von oben. Kirchtürme, aber auch Baukräne ragen über die Stadt. Links drängt sich ein Hochhaus mit verglaster Fassade in den Blick des Betrachters. Im Hintergrund sind die Alpen zu sehen. (Rechte: ddp)

Das moderne München

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Fast auf Augenhöhe mit den Alpen

Um München herum sprießen Wolkenkratzer aus dem Boden. Seit den 70er Jahren überragen der Olympiaturm und das berühmte BMW-Gebäude die Stadt. Aber das war erst der Anfang. Der "Munich City Tower" und das zylinderförmige Daimler-Chrysler-Gebäude kamen dazu. Einst war das Hypo-Haus der Hypo-Vereinsbank mit seinen 114 Metern das höchste Bürohaus der Stadt, doch neue Hochhausbauten stellten es in den Schatten. Jüngstes Projekt ist München Uptown in der Nähe des Olympiaparks. Dabei handelt es sich um ein Gelände mit Campusgebäuden, Wohn- und vor allem Bürogebäuden. Mit 38 Etagen und 146 Metern Höhe ist das Uptown-Hochhaus das höchste Bürogebäude der bayerischen Metropole. Ein Bau der Superlative, der an der Wolkendecke kratzt. Seit Mitte 2006 ist der Neubau restlos vermietet. Uptown München liegt entlang dem Mittleren Ring, einer der Hauptverkehrsadern Münchens. Dort findet sich die Grenze zur historischen Altstadt und das heißt: auch die Hochhausgrenze. Denn die Innenstadt ist für Wolkenkratzer tabu.

as Foto zeigt die BMW-Zentrale in München. Das Hochhaus besteht aus vier zylinderförmigen Gebäuden, die quadratisch angeordnet sind. Auf dem Dach des Turmes glänzt das BMW-Firmenlogo in Blauweiß. (Rechte: WDR)

Der BMW-Turm

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Blühende Wirtschaft

München ist Deutschlands Stadt mit der höchsten Wirtschaftskraft und der niedrigsten Arbeitslosenquote. Und München scheint ein Magnet für Unternehmen zu sein: Firmen wie Apple, Siemens, Escada, E-on und Amazon.de haben hier ihre Zentrale. Die Stadt hat als Firmenstandort Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben viele Unternehmen ihre Zentrale aus Berlin oder Ostdeutschland hierher verlegt. Besonders bekannt ist München für den Sitz der Automarke "Bayerische Motoren Werke" (BMW). Seit 1951 produziert das Unternehmen hier Autos, Motorräder und Flugzeugmotoren. Die Geschichte der BMW-Fahrzeuge lässt sich seit über 30 Jahren im Münchener BMW-Museum nachvollziehen, wo Modelle vom Fahrrad über die Isetta bis zur Weltrekordmaschine zu sehen sind. Neben der Elektrotechnik- und Softwareindustrie sowie dem Fahrzeug- und Maschinenbau ist die Medienbranche in München stark vertreten. Europaweit haben hier die meisten Verlage ihren Sitz. Buchhäuser wie Piper, C. H. Beck und Langenscheidt blicken in München auf eine lange Tradition zurück. Nicht nur wegen seiner Verlage, auch dank Sendern wie Pro 7, RTL 2 oder DSF und Einrichtungen wie der "Hochschule für Fernsehen und Film" gilt München als eine der wichtigsten deutschen Medienstädte.

Olympiapark - Sport, Kultur, Wohnen

Seit den Olympischen Spielen 1972 ragt der Olympiaturm über München und den Olympiapark. Der 290 Meter hohe Turm steht nicht leer. Wer oben den Aufzug verlässt, betritt Münchens Rockmuseum. Auf der 400 Quadratmeter großen Aussichtsplattform wurde 2004 das Projekt "Rockmuseum Munich" etabliert. Zu sehen sind signierte Gitarren von Rocklegenden wie den Rolling Stones, Kiss oder Queen. Goldene Schallplatten fehlen ebenso wenig wie die Kleidungsstücke berühmter Musiker. Mit dem "Tollwood-Festival" zieht seit 1988 jeden Sommer ein weiteres Stück Kultur in den Olympiapark ein. 950.000 Besucher kommen dann zu rund 350 Musikshows und Theaterproduktionen. Neben Kultur und Unterhaltung geht es im Olympiapark aber noch immer auch um Sport. Seit den Olympischen Spielen 1972 fanden 30 Welt-, zwölf Europa- und 91 deutsche Meisterschaften auf dem ehemaligen Olympiagelände statt. Zur Leichtathletik-Europameisterschaft 2002 beherbergten die Bungalows auf dem Gelände noch einmal Sportler. Heute bietet das Olympische Dorf Wohnraum für circa 6000 Menschen. Die Bungalows im Süden des Parks werden als Studentenwohnheime genutzt. Bis 2010 werden die Bungalows nach und nach abgerissen und denkmalgerecht neu aufgebaut.

Das Bild zeigt einen Transvestiten in einem gelben Kleid. Auf dem Kleid kleben bunte Strohhalme, die auch den Kopf des verkleideten Mannes zieren. Er trägt weiße Pumps, die ihn sehr groß erscheinen lassen. Rechts von ihm posiert auf den Knien ein anderer Mann, der dunkel gekleidet ist. Im Hintergrund ist die Theatinerkirche zu sehen. (Rechte: WDR/dpa)

Schwulen- und Lesbenszene in der Isarvorstadt

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Szeneviertel gestern und heute

Als berühmt-berüchtigtes Szeneviertel galt lange Münchens Stadtteil Schwabing. Die Anziehungskraft des Viertels gleicht einem Mythos. Schon Künstler und Literaten wie Franz Marc oder Heinrich und Thomas Mann zog der Stadtteil magisch an. Die Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" schuf hier erste Werke. Heute wird es ruhiger um das ehemalige Studenten- und Künstlerviertel. Zu Schwabing gehört auch der südliche Teil der Leopoldstraße zwischen Siegestor und Münchener Freiheit, die als Flaniermeile sehr beliebt ist. Bürgerhäuser, Stadtvillen und Jugendstil-Fassaden prägen das Bild des Stadtteils.

Sehr angesagt ist die Isarvorstadt. Dort reihen sich das Schlachthofviertel, das Glockenbachviertel und das Gärtnerplatzviertel aneinander. Das Glockenbachviertel ist der Stadtteil Münchens, der am dichtesten besiedelt ist. Das Viertel hat sich in den letzten Jahren von einem Wohn- und Gewerbegebiet zu einem beliebten Wohnviertel entwickelt. Besonders attraktiv wirkt es durch seinen gepflegten Altbaubestand. Im Glockenbachviertel und im Gärtnerplatzviertel haben sich viele Kneipen und Restaurants angesammelt. Drinnen und draußen wird hier getrunken, gegessen und gefeiert. Besonders bekannt ist das Viertel nicht zuletzt für die Münchener Schwulen- und Lesbenszene, die sich dort angesiedelt hat. In den 80er Jahren zogen viele Künstler, Designer und Starfriseure ins Glockenbachviertel und machten die Isarvorstadt so zum neuen Szeneviertel Münchens.

Nina von der Bey, Stand vom 01.06.2009
Sendung: My­thos Mün­chen - Von Gla­mour, Grant und Ge­müt­lich­keit, 10.05.2010

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Typische Berghütte im Allgäu (Rechte: Interfoto)

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