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Rat & Tat: Klettertipps

Beim Klettern spürt man den ganzen Körper. Alle Muskeln, von den Fingerspitzen bis zu den Füßen, werden beansprucht. Doch nicht nur Kraft und Ausdauer sind wichtig. Ohne Beweglichkeit, Technik und gute Nerven kommt man am Fels nicht weit. Um sicher hinauf und vor allem wieder herunter zu kommen, braucht man eine gewisse Grundausrüstung und muss die wichtigsten Techniken beherrschen. Planet Wissen zeigt Ihnen, was Sie vor der ersten Klettertour wissen sollten.

Ein angeseilter Kletterer springt über einen Abgrund. (Rechte: Mauritius)

Nur nicht übermütig werden

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Grundausrüstung

Zur Basisausrüstung für Kletter-Anfänger gehören ein Seil mit Seilsack, Gurt, Karabiner, Kletterschuhe und Helm. Erst wenn man sich zutraut, eine Tour auch im Vorstieg (das heißt, der Kletterer wird mit dem Seil von unten gesichert, klettert also voraus) zu begehen, kommen Abseilachter, Bandschlingen, Expressen (zwei Karabinerhaken, die durch eine Schlinge verbunden sind) und eventuell Sicherungsmaterial wie Keile oder Friends (spezielle Klemmgeräte) hinzu.

Am Gürtel eines Kletterers hängen viele große Karabinerhaken. (Rechte: WDR)

Karabiner gehören zur Grundausstattung

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Das Seil sollte mindestens 50 Meter lang sein (besser sind 60 Meter) und einen Durchmesser von etwa 10,5 Millimetern haben. Dünnere Seil verschleißen zu schnell und sind für Klettereinsteiger nicht geeignet. Für jeden Kletterer unverzichtbar ist der Hüftgurt. Man benötigt ihn sowohl zum Klettern als auch zum Sichern eines Kletterpartners. Beim Kauf sollte man sich ruhig richtig reinhängen, denn die Beinschlaufen können bei falscher Passform ganz schön scheuern.

Eine wichtige Investition: die Kletterschuhe. Grundsätzlich gibt es Modelle mit harter und weicher Sohle. Die harte Sohle ist eher für Anfänger geeignet, da so weniger Kraft auf die Füße übertragen werden muss, um sich am Fels zu halten. Der Anfängerschuh sollte bequem, aber nicht zu eng sitzen. Aufgestellte Zehen im Schuh verursachen unnötig Schmerzen. Nur Profis wählen die Schuhe extra eng, um eine maximale Kraftübertragung zu garantieren.

Ein Kletterer greift mit einer Hand in einen Sack Magnesia. (Rechte: WDR)

Magnesia ist nicht überall erlaubt

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Kletter-Latein

Rotpunkt
Freies Durchsteigen einer bekannten Route, also ohne Sturz und ohne an den Sicherungspunkten auszuruhen. Erstmals eingeführt wurde der Begriff von Profikletterer Kurt Albert beim Klettern im Frankenjura.

Pinkpoint
Fast identisch mit Rotpunkt, aber hier befinden sich die Expressen bereits in den Haken. Das ist ein deutlicher Vorteil, vor allem bei stark überhängendem Gelände.

Onsight
Rotpunkt-Begehung einer völlig neuen Route. Streng genommen darf der Kletterer nicht einmal einen anderen vorher bei der Begehung der Tour beobachten.

Toprope
Hierbei wird das Seil am letzten oberen Sicherungshaken eingehängt, sodass beide Seilenden nach unten hängen. Der Sichernde kann seinen Partner demnach von unten sichern, im Gegensatz zum klassischen Nachstieg, bei dem der sichernde Seilpartner am Standplatz über dem Nachsteiger steht und von oben sichert. Toprope ist eine beliebte Technik in Klettergärten und eignet sich für Routen, die nicht länger als 25 Meter sind. Sie bietet einige Vorteile gegenüber dem Nachstieg. So kann der Kletternde von unten viel besser beobachtet werden.

Chalk
Das weiße Pulver (Magnesiumhydroxidcarbonat-Hydrat) bindet den Handschweiß und wird daher gerne von Sport- und Wettkampfkletterern eingesetzt. In manchen Natur-Klettergebieten ist der Einsatz von Magnesia jedoch verboten, um den Fels zu schonen.

Eine Kletterin seilt sich von einem Felsen ab. (Rechte: WDR)

Manchmal hilft nur Abseilen

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Routenbewertung

Wie schwierig eine Route ist, wird subjektiv empfunden. Der Erstbegeher jeder Tour gibt seiner Route nicht nur einen Namen, sondern verteilt auch die Wertung. Für das Freiklettern existiert eine Skala der Internationalen Alpinistenvereinigung (UIAA), die in römischen Ziffern von Stufe eins bis elf geht. Jede Zahl wird zusätzlich mit einem Plus oder Minus versehen. Ein Plus heißt, dass sich die Route an der oberen Grenze der jeweiligen Schwierigkeitsstufe bewegt. Ein Minus ordnet dem entsprechend eine Route in den unteren Bereich einer Schwierigkeitsstufe ein. III- bezeichnet demnach zum Beispiel eine leicht geneigte Wand mit großen Griff- und Trittmöglichkeiten. Die schwierigsten Freikletterrouten, die extrem kleingriffig und stark überhängend sind, werden mit dem 11. Grad bewertet. Neben der UIAA-Skala gibt es noch weitere Bewertungsskalen, etwa in den USA oder Frankreich.

Bettina Wiegand, Stand vom 06.10.2010

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Bildcollage zum Thema Bergwelten (Rechte: dpa)

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