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Kulturelle Schätze

Nach Griechenland und Italien finden sich in Bulgarien die meisten antiken Überreste und Denkmäler. Thraker und Römer, Byzantiner und die Bulgaren des ersten Bulgarischen Reiches haben im ganzen Land Zeugnisse hinterlassen. Inzwischen besitzt Bulgarien neun Stätten des Weltkulturerbes. Wir stellen Ihnen einige der schönsten Sehenswürdigkeiten vor.

Reich ausgemalter Innenraum einer Kirche. (Rechte: Mauritius)

Die kleine Kirche im Rilakloster gehört zum Weltkulturerbe

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Römisches Bad in Varna

Mitten in der lebendigen Stadt Varna, Zentrum der nördlichen Schwarzmeerküste, liegen die Ruinen der römischen Thermen. Auf 7000 Quadratmetern haben es sich die Römer in Odessa, so hieß Varna damals, gut gehen lassen. Massive Mauern, Rohre und Badeöfen haben 1800 Jahre Geschichte überstanden. Es gab Auskleide-, Gymnastik- und Baderäume mit heißem und kaltem Wasser sowie Fußbodenheizung! Die Wände waren mit Marmor und Mosaiken verkleidet. Und in der 840 Quadratmeter großen Halle debattierten und flanierten die Römer. Die Therme zählte damals zu den größten des ganzen Imperiums. In Bulgarien ist sie neben dem Amphitheater von Plovdiv der beeindruckendste Fund aus der Zeit römischer Herrschaft.

Stilisierte Marmorfigur mit Goldplättchen. (Rechte: AKG)

Dieser Grabschmuck stammt aus dem 4. Jahrhundert vor Christus

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Tal der thrakischen Könige

Ein reich ausgestattetes Königsgrab wurde Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in Mittelbulgarien bei Kazanlak entdeckt. Drei Kammern mit goldenen Trinkgefäßen, einer Rüstung und Wandgemälde sind zu sehen. Leider kann das eigentliche Weltkulturerbe nicht besichtigt werden, zu gefährdet sind die Wandmalereien aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Touristen müssen sich mit einer originalgetreuen Nachbildung zufrieden geben. Reiter und Wagen sind erstaunlich differenziert dargestellt und zeigen - im Unterschied zur zeitgleichen hellenistischen Malerei - die multikulturelle Herkunft der Soldaten.

Ebenso interessant ist die Grabkammer von Sveschtari nördlich von Isperich aus dem gleichen Jahrhundert und ebenfalls Weltkulturerbe. Dort zieren zehn Frauenskulpturen die Wände der Grabkammer. Es ist unklar, ob es sich um Göttinnen oder Ehefrauen des Beerdigten handelt. Ein Wandgemälde mit dem Herrscher zu Pferde ist im Stil den Malereien von Kazanlak ähnlich.

Ein stark verwittertes Relief von einem Reiter mit Hund und erlegtem Löwen. (Rechte: AKG)

Der steinerne Reiter von Madara, Mittelalter

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Der steinerne Reiter von Madara

20 Meter über dem Boden des Dorfes Madara bei Varna reiten Pferd und Reiter in fast natürlicher Größe für die Ewigkeit. Von einem Hund werden sie begleitet, ein vom Speer durchbohrter Löwe liegt an ihrer Seite. Wer war dieser Reiter? Die Archäologen glauben, dass es der Khan Tervel (700-721) ist, der sich im 8. Jahrhundert gegen Byzanz und für eine Festigung des ersten Bulgarischen Reiches eingesetzt hat. Dieses einzige frühmittelalterliche Monumentalrelief in Europa hat unter Wind und Wetter schwer gelitten. Richtig gut erkennt man die Tiergruppe erst mit dem Fernglas.

Aber ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, denn Madara liegt in einer herrlichen Berglandschaft, und der Reiter ist nur ein Teil der Ausgrabungen, die hier zu sehen sind. Sie reichen bis in das 4. Jahrhundert vor Christus, in die Zeit der Thraker zurück, die damals hier siedelten. In einer Höhle gibt es kultisch verehrte Bildnisse dreier Nymphen. In der Nähe wurden Überbleibsel einer römischen Villa freigelegt. Und über dem Relief bauten die bulgarischen Khane eine Festung zum Schutz der damaligen Hauptstädte Pliska und Preslav. Sie wurde 1388 von den Osmanen zerstört. Bei den Ruinen hat man einen herrlichen Ausblick auf die Donautiefebene. Im 12. Jahrhundert siedelten sich Mönche in den Felsen an.

Byzantinisches Kloster vor grünen Bergen. (Rechte: dpa)

Batschkovo-Kloster in den Rhodopen

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Batschkovo-Kloster

Neben dem prächtigen und viel besuchten Rila-Kloster bei Sofia wallfahren Bulgaren und Roma sehr gern zum Batschkovo-Kloster bei Plovdiv. Es liegt inmitten der Rhodopen, einer zauberhaften Bergwelt. An diesem Ort der Einkehr gründeten zwei Feldherren, die in byzantinischen Diensten standen, 1083 das Kloster. Das hat alle Brände überstanden und war nicht einen einzigen Tag geschlossen. Die Kirche "Heiliger Erzengel" ist der älteste Teil. Im Gewölbe darunter ist eine Wandmalerei aus dem Jahre 1841 erhalten.

Die Mönche leben im Westflügel. Dort gibt es auch Gästezimmer, die man vor Ort reservieren kann. Wenn die Touristen am Abend fort sind, kehrt wohl tuende Stille ein und man kann einen kleinen Einblick in das klösterliche Leben gewinnen. Beeindruckend ist auch das Refektorium, der alte Speisesaal mit dem langen Marmortisch von 1601. Von den dunklen Wänden heben sich in leuchtenden Farben Bildnisse von Philosophen der Antike und des Stammbaums von Abraham bis Christus ab. Das runde Ziegeldach der Mariä-Himmelfahrt-Kirche überragt den gesamten Komplex. Die Ikone der Gottesmutter aus dem Jahr 1311 am Eingang ist das wichtigste Heiligtum des Klosters. Am zweiten Ostertag wird sie in einer Prozession zum Gottesdienst in die Erzengelkapelle getragen.

Festung auf einem Hügel, darüber die Kirche. (Rechte: dpa)

Die Festung Zarewez und die Patriarchenkirche von Veliko Tarnovo

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Mittelalterliches Städtchen Veliko Tarnovo

In engen Gassen schmiegen sich die alten Häuser an den Berg hoch über dem Flüsschen Jantra. Das Architekturensemble stammt in seiner Anlage noch aus dem Mittelalter, wurde aber von den Osmanen überrannt und von einem Erdbeben erschüttert. Heute überwiegt der Stil der so genannten Wiedergeburt, der wieder erlangten bulgarischen Unabhängigkeit Ende des 19. Jahrhunderts.

Gegründet wurde Veliko Tarnovo im 12. Jahrhundert und 1187 zur Hauptstadt ernannt, als die Brüder Peter und Assen Byzanz besiegten. Peter ließ sich zum ersten Zar des zweiten Bulgarischen Reiches krönen. Nach dem Einfall der Türken kam die Stadt erst im 18. und 19. Jahrhundert zu neuerlicher Blüte. Handel und Handwerk knüpften Kontakte bis nach London, Leipzig und Budapest. Damals entstanden die Villen der Renaissance. Die Bulgaren wollten ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, politisch und religiös. In der Peter-und-Paul-Kirche in Tarnovo wurde 1867 die Unabhängigkeitserklärung der bulgarischen Kirche zelebriert. Nach der Befreiung von den Osmanen mit Hilfe russischer Soldaten 1877 wurde in Tarnovo die Verfassung verabschiedet, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten in Europa zählte. Heute wird das Stadtbild von den Studenten der zweitgrößten Universität des Landes geprägt. Viele sprechen Deutsch und Englisch. Gemeinsam mit den Touristen bevölkern sie Cafés und Diskotheken.

Andrea Reischies, Stand vom 01.06.2009

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Bildcollage zum Thema Bulgarien (Rechte: dpa)

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