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Porzellan, Papier, Schießpulver, Rad - was stammt nicht aus China?

Die chinesische Hochkultur war den Europäern viele Jahrhunderte lang zumindest ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen. Es ist nicht einmal genau bekannt, welche Erfindungen überhaupt zuerst in China gemacht wurden, denn die Kaiser des „Reiches der Mitte“ hatten kein Interesse am Austausch mit dem „Rest der Welt“. Zumindest drei der folgenden Erfindungen gelten als chinesische Originale, die von dort aus die Kontinente eroberten. Welche der vier stammt nicht aus China?

Porzellankanne mit Malereien darauf. (Rechte: akg-images)

Eine Erfindung aus China

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Porzellan

Keramik ist ein Jahrtausende alter Werkstoff auf allen Kontinenten, aber das weiße, gesinterte und hart gebrannte Porzellan wurde höchstwahrscheinlich im 6. Jahrhundert in China erstmals hergestellt. In Versen Des Dichters Tu Fu (712-770) findet sich eine Beschreibung. Die schneeweiße, klingende Keramik soll aus der Provinz Szechwan (Sichuan) gekommen sein. Den Weg nach Europa fand sie erst im späten 13. Jahrhundert als unbezahlbare Kostbarkeit. Die Chinesen hielten das Herstellungsverfahren geheim; Anfang des 18. Jahrhundert entdeckten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttger das Verfahren in Dresden für den sächsischen Königshof neu.

Papier

Bevor sie das Papier erfanden, schrieben die Chinesen auf Seidenbänder – ein teures Material. Irgendwann wurde bei der Seidengewinnung aus dem Kokon der Seidenraupen die Idee geboren, Faserabfälle aus der Kochlösung herauszuschöpfen, zu pressen, zu trocknen und als Bögen zu nutzen. Ein wirklich haltbares Papier entstand, als zusätzlich Hanffasern hinzugefügt wurden. Sie waren billig und gaben den Bögen Festigkeit.

Das bisher älteste gefundene Papier stammt aus Gräbern der frühen Han-Dynastie (180-50 v.Chr.). 105 n.Chr. beschrieb der chinesische Minister Cai Lun ein Herstellungsverfahren. Er verwandte Fasern aus dem Bast des Maulbeerbaums, aus Hanfabfällen, alten Fischernetzen und Hadern, zerstampfte sie in Steinmörsern, löste sie in Wasser zu einem Brei und schöpfte daraus schichtweise mit Sieben die späteren Bögen. Gepresst, getrocknet und geglättet ergaben sie schon damals nicht nur den wichtigsten Schriftträger, sondern auch ein beliebtes Dekorationsmaterial. Erst Jahrhunderte später gelangte das Wissen um die Papierherstellung durch Kaufleute zunächst in die arabische Welt und schließlich auch nach Europa. In Bagdad errichtete man die erste Papiermühle um 795, in Spanien um 1100.

Schießpulver

Ob es wirklich die Chinesen waren, die schon vor über tausend Jahren als erste eine Mischung aus Salpeter, Holzkohle und Schwefel als Sprengstoff, Feuerwerk und Raketentreibstoff entzündeten, ist heute nicht mehr zu beweisen, es spricht vieles dafür. Sicher ist, dass die Europäer erst im 14. Jahrhundert dazu kamen und dass der „Mönch Berthold Schwarz“, nach dem der brisante Stoff angeblich „Schwarzpulver“ genannt wurde, ins Reich der Legende gehört.

Rad

Vielleicht taucht bei Ausgrabungen in China eines Tages ein Rad auf, das älter als 6000 Jahre ist – bis dahin gilt, dass diese wahrhaft bahnbrechende Erfindung des Menschen vermutlich im Zweistromland gemacht wurde. Die älteste bekannte Darstellung eines Rades stammt nämlich von dort. Sehr wahrscheinlich waren aber in ganz Vorderasien schon seit sehr langer Zeit Räder im Gebrauch – als Baumscheiben zunächst, später durch Achsen verbunden -, weil sich die Erfahrung, dass Rollwiderstand normalerweise leichter zu überwinden ist als Gleitwiderstand, schnell als nützlich erwies. Was das Rad betrifft, dürfen die Chinesen jedenfalls nicht die Urheberschaft beanspruchen.

Immo Sennewald, Stand vom 01.06.2009

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Bildcollage zum Thema China (Rechte: dpa/SWR)

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