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Ausflugstipp: die Sternwarte bei Nizza

Eine Reise an die Côte d'Azur mit Zwischenstopp auf den Mont Gros, von dort erfolgt die Weiterreise in das Universum zu den Sternen. Von der Plattform der ältesten Bergsternwarte Europas aus kann der Besucher aber auch die nähere Umgebung erkunden. Imposante Ausblicke bieten sich in alle Himmelsrichtungen: zu den Seealpen und zu den Buchten des Mittelmeeres. Einen kleinen Eindruck davon erhält man schon über die Webcam, die dort installiert ist.

Der aufgehende Vollmond. (Rechte: ddp/Philipp Guelland)

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Seealpen, Meer und Sterne

Eine der schönsten Aussichten hat man vom 372 Meter hohen Mont Gros. Er liegt zwölf Kilometer von Nizza entfernt und ist über die Küstenstraße "Grande Corniche" zu erreichen. Schaut man vom Bergplateau aus in Richtung Süden, sieht man Nizza und Meeresbuchten, in Richtung Norden die Schneegipfel der Seealpen.

Auf dem Plateau, dem sogenannten Calern, steht außerdem Europas älteste Bergsternwarte. Sie war 1879 die erste, die dauerhaft betrieben wurde. Sternwarten, sogenannte Observatorien, gab es im 19. Jahrhundert zwar schon in einigen europäischen Städten wie Wien und Potsdam, doch keine außerhalb der Stadt, oben auf einem Berg. Eine ähnliche existierte damals nur in Kalifornien: das Lick-Observatorium auf dem Mount Hamilton. Was es an anderen Sternwarten auch noch nicht gab: die Himmelskörper wurden kontinuierlich beobachtet. Auch das war in dieser Zeit noch ungewöhnlich. Drei neue Grundregeln haben die Erbauer hier beachtet: Erstens sollte sich das Observatorium in einer erheblichen Entfernung zur Stadt befinden, wo die Luft klarer war und die Umgebung nachts dunkler. Zweitens sollte es eine erhöhte Lage haben, zum Beispiel auf einem Berg. Und drittens sollte für jedes Instrument ein eigenes Gebäude errichtet werden. Anfangs gab es acht Gebäude auf dem Calern, heute sind es mehr als 20.

Herausragend ist von all den Gebäuden der alte Kuppelbau. Die schwere Kuppel aus Metall war mit ihren 26 Metern Durchmesser die größte in Europa. Ursprünglich ruhte sie nicht wie heute auf Rollen, sondern hing in einer ringförmigen Rille, die mit Wasser gefüllt war. Die Konstrukteure dieses gigantischen Bauwerks waren der Architekt der Pariser Oper, Charles Garnier und der Erbauer des Eiffelturms, Gustave Eiffel. Die Baukosten deckte ein Pariser Bankier durch eine großzügige Geldspende.

Erst 1969 wurde das Observatorium offiziell der Universität Nizza angeschlossen und erhielt später ein internationales Rechenzentrum. Eine zweistündige Führung gibt es seitdem jeden Mittwoch und Samstag.

Bärbel Heidenreich, Stand vom 17.09.2009

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Bildcollage zum Thema Frankreich. (Rechte: WDR)

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