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Elizabeth I. und das Goldene Zeitalter

Sie gehörte zu den bedeutendsten Herrscherinnen des britischen Empire: Elizabeth I. Ihre Ära, in der auch William Shakespeare geboren wurde, ging als das "Goldene Zeitalter" in die Geschichte Großbritanniens ein. Elizabeth, die 45 Jahre regierte, baute unter anderem die bis dahin kampfkräftigste englische Flotte auf. Sie besiegte sogar die spanische Armada. Damit wurde England für mehrere Jahrhunderte zur stärksten europäischen Seemacht. Elizabeth I. war aber auch innenpolitisch erfolgreich. So legte sie die Religionskonflikte bei, die ihre Vorgängerin Maria I. hinterlassen hatte.

Zeitgenössisches Porträt von Elizabeth I. (Rechte: AKG)

Elizabeth I. war eine ruhmreiche Königin

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Ein "Bastard" auf dem Thron

Als Elizabeth als zweite Tochter von Heinrich VIII. am 7. September 1533 geboren wurde, glaubte niemand daran, dass sie einmal Königin von England werden würde. Sie galt als "Bastard". Ihr Vater war nicht offiziell von seiner ersten Frau Katharina von Aragon geschieden, als er Elizabeths Mutter, die Hofdame Anne Boleyn, heiratete. Drei Jahre später ließ Heinrich VIII. Boleyn köpfen, weil sie keinen männlichen Thronfolger geboren hatte. Nach dem Tod ihres Vaters zog die 15-jährige Elizabeth an den Hof von Catherine Parr, der sechsten Ehefrau von Heinrich VIII.

Zeitgenössisches Porträt von Anne Boleyn. (Rechte: imagestate/HI)

Anne Boleyn wurde 1536 hingerichtet

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1558 folgte Elizabeth auf den Thron, nachdem ihr Halbbruder Edward VI. und ihrer Halbschwester Maria I. gestorben waren. Dass Elizabeth auf Platz drei der Thronfolge aufgerückt war, hatte sie vor allem Catherine Parr zu verdanken, die sich auch für die gute Ausbildung der späteren Königin eingesetzt hatte.

Unter der Regentschaft von Maria I. war es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den protestantischen Anhängern der anglikanischen Kirche und den Katholiken gekommen. Während Elizabeths katholische Vorgängerin Maria die Protestanten rigoros verfolgt hatte, um den Katholizismus nach England zurückzubringen, stand Elizabeth auf der Seite der anglikanischen Kirche. Ihr Vater hatte die "Kirche von England" gegründet, nachdem die katholische Kirche der Scheidung von seiner ersten Frau Katharina von Aragon nicht zugestimmt hatte. Elizabeths Plan ging auf: Ein Jahr nach ihrer Thronbesteigung wurde die anglikanische Kirche offiziell zur Staatskirche. Trotzdem versuchte Elizabeth die Katholiken nicht ganz auszuschließen, indem sie zum Beispiel einige katholische Bräuche und Rituale weiter bestehen ließ.

Eingang von Schloss Windsor mit zwei Türmen. (Rechte: dpa)

Auf Schloss Windsor verbrachte Elizabeth I. viel Zeit

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England blüht auf

Zu den größten Erfolgen von Elizabeth I. gehörte der Ausbau Englands zur Seemacht. 1588 besiegten Elizabeths Schiffe im Ärmelkanal in einer legendären Schlacht sogar die zahlenmäßig überlegene spanische Armada. Elizabeth, die sich Zeit ihres Lebens mit guten Beratern umgab, legte außerdem den Grundstein für das britische Empire. Unter ihrer Herrschaft wurden der Sklavenhandel zwischen Afrika und Westindien organisiert und die ersten Handelsgesellschaften gegründet. Im 17. Jahrhundert begann dann unter Elizabeths Nachfolgern die Zeit der Kolonialisierung, in deren Folge unter anderem Teile von Nordamerika und Indien zu englischen Kolonien wurden.

Zu Elizabeths innenpolitischen Verdiensten gehörten die verbesserte Ausbildung von Handwerkern sowie die Festschreibung von Löhnen und Preissenkungen. Unter ihrer Regentschaft wurde England zu einem reichen Land mit niedrigen Steuern. Elizabeth I. förderte außerdem die Kultur. Sie besuchte die Stücke des jungen Dramatikers William Shakespeare und hatte ein eigenes Orchester sowie eine eigene Theatertruppe.

Zeitgenössisches Porträt von Maria Stuart. (Rechte: AKG)

Maria Stuart wollte Elizabeth I. stürzen

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Eine Dynastie verschwindet

Die "jungfräuliche Königin", wie sie sich wegen ihrer selbsterwählten Ehelosigkeit nannte, hatte auch Feinde. Zu ihren größten Rivalinnen gehörte die schottische Königin Maria Stuart. Sie war eine Großnichte Heinrichs VIII. und wurde als Katholikin unter anderem von Spaniens König Phillip II. unterstützt. Maria Stuart, die im englischen Exil lebte, wurde von Elizabeth wie eine Gefangene behandelt und 1587 hingerichtet. Sie hatte immer wieder versucht, die englische Königin durch Verschwörungen vom Thron zu stürzen.

1603 starb Elizabeth I. im Alter von 70 Jahren. Sie hinterließ ein florierendes Land, aber keinen Thronerben. Ihr Nachfolger wurde James VI. Der Sohn von Maria Stuart und Elizabeths Großneffe war damit nicht nur König von England, er behielt auch seinen Titel als schottischer König. Elizabeths Tod zog auch einen Dynastiewechsel nach sich. Mit James VI. war jetzt das Haus Stuart an der Macht.

Christiane Tovar, Stand vom 23.11.2009

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Bildcollage zum Thema Großbritannien (Rechte: dpa)

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