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Die Queen und die Politik

Die meisten Briten lieben ihre Queen - da besteht kein Zweifel, trotzdem glauben viele Untertanen nicht mehr daran, dass sich die Monarchie noch Jahrhunderte lang halten wird. Schuld daran sind auch die Skandale im britischen Königshaus. Doch bislang halten die Briten zu ihren Royals - ernsthafte Kritiker gibt es nur wenige. Die Queen ist für die Briten vor allem eine Institution: Politisch hat sie - zumindest offiziell - keine Macht.

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Die Queen in der Politik (3'05'')
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Von Herrschern zu Repräsentanten

Die Queen ist - zumindest rein formal - das britische Staatsoberhaupt. Doch in der Praxis hat sie wenig politische Macht. Im Gegensatz zu ihren Vorfahren, die noch über ein ganzes Weltreich herrschten. Doch seit 1688 ist England eine konstitutionelle Monarchie, das heißt, die Rechte der Monarchen sind von der Verfassung eingeschränkt. Die politische Macht hat das demokratisch gewählte Parlament.

Queen Elizabeth hält im hellen Kostüm eine Rede. (Rechte: dpa/Sven Simon)

Die Queen im November 2004 im Düsseldorfer Landtag

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Trotzdem ist der Einfluss Queen Elizabeths nicht zu unterschätzen. Sie wird vom Kabinett regelmäßig über die tagespolitischen Ereignisse informiert. Das ist kein Pflichttermin, sondern echtes Interesse. Das bestätigten fast alle Premierminister, die zu Elizabeths Zeit amtierten. Neben den regelmäßigen Treffen mit dem jeweiligen Regierungschef empfängt die Queen außerdem hohe Beamte und Staatsgäste und ernennt - auf Rat des Premierministers - Mitglieder des Kabinetts.

Zumindest theoretisch könnte die Königin auch Premierminister entlassen oder Bischöfe und Richter einsetzen, doch praktisch würde sie so etwas nicht tun. Letzteres übernimmt in der Regel der Premier- beziehungsweise der Justizminister. Zur Hauptaufgabe der Queen gehört das Repräsentieren. Die Königin und ihre Familie weihen zum Beispiel Kindergärten und Schulen ein, besuchen Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen.

Immer auf Tour

Die Queen ist nicht nur das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs. Sie ist auch Oberhaupt des Commonwealth, einer Staatenverbindung, zu der sich ehemalige britische Kolonien zusammengeschlossen haben. Doch auch hier ändern sich die Zeiten. Es ist wahrscheinlich, dass Elizabeth II. in einigen Ländern des Commonwealth das letzte königliche Staatsoberhaupt sein wird. Dann würde zum Beispiel in Australien aus der konstitutionellen Monarchie eine Republik. Fest steht, dass der Queen die Beziehungen zu den ehemaligen britischen Kolonien sehr wichtig sind. Fast alle Länder der Staatengemeinschaft hat Elizabeth II. besucht, und zu vielen Staatschefs pflegt sie gute Kontakte.

Vorderseite von Buckingham Palace. (Rechte: dpa/empics)

Der Buckingham-Palast steht bei London-Urlaubern hoch im Kurs

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Die Zukunft der Monarchie

Wenn es darum geht, ob die Monarchie fortbestehen soll, scheiden sich die Geister. Doch es spricht einiges dafür. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Monarchie für die Briten ein Zeichen von Kontinuität ist, und das ist gerade in Krisenzeiten nicht zu unterschätzen. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Skandale des britischen Königshauses sich immer nur zeitweise negativ auf die Beliebtheit der Royals auswirken und die meisten "Untertanen" ihrer Königin gegenüber absolut loyal sind. Mehr als drei Viertel geben regelmäßig bei Umfragen an, dass sie die Monarchie einer Republik vorziehen.

Dass die Queen und ihre Familie jedes Jahr viel Geld kosten, scheint die Briten dabei wenig zu stören. 2008 waren das - nur für den Unterhalt der Royals - umgerechnet 49 Millionen Euro. Aber das ist nur die eine Seite, denn die königliche Familie bringt auch Geld in die Staatskasse. Allein 20 Prozent aller Touristen kommen vor allem wegen der königlichen Familie nach London, das bringt Einnahmen von mehr als 330 Millionen Euro.

Christiane Tovar, Stand vom 23.11.2009
Sendung: Das britische Königshaus - Im Einsatz für die Krone, 23.11.2009

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Bildcollage zum Thema Großbritannien (Rechte: dpa)

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