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Malediven

Schon bald könnten sie für immer im Meer versinken, die traumhaften Inseln der Malediven. Durch den Klimawandel und den steigenden Meeresspiegel sind sie vom Untergang extrem bedroht. Und schon heute erleben die Inselbewohner, wie das Wasser unaufhörlich steigt.

Selbstgebaute Deiche werden überschwemmt. (Rechte: mauritius images)

Das Land wird durch den Anstieg des Meeresspiegels stark bedroht

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Ein Präsident auf Tauchstation

Die Malediven sind das am niedrigsten gelegene Land der Erde: Ihre höchste Erhebung misst gerade mal 2,4 Meter. Die geringe Höhe über dem Meeresspiegel ist gleichzeitig ihr größtes Problem: Denn wenn der Meeresspiegel aufgrund der Erderwärmung weiterhin steigt, wird die Inselgruppe bis zum Jahr 2100 zum größten Teil überflutet sein. Das befürchten nicht nur Wissenschaftler, sondern auch der Präsident des Inselstaates, Mohamed Nasheed. Medienwirksam gingen er und seine Minister deshalb im Oktober 2009 auf Tauchstation und hielten auf dem Meeresgrund eine Klimakonferenz ab. Mit dieser Aktion gelang es Nasheed, die Welt auf die bedrohliche Lage der Malediven aufmerksam zu machen.

Paradies vor dem Untergang?

Wissenschaftler wie der Biologe und Korallenriffforscher Helmut Schuhmacher bestätigen, dass der Klimawandel eine ernste Gefahr für die Inseln darstellt. Seiner Ansicht nach wird der Meeresspiegel in Zukunft noch schneller steigen, als er das im Moment schon tut. Durch die klimabedingte Zunahme an Stürmen und Sturmfluten sind die Inseln in ständiger Gefahr überflutet zu werden. Hinzu kommt, dass bei steigendem Meeresspiegel die Süßwasserlinsen auf den Inseln versalzen. Und wenn die Versorgung mit Trinkwasser zusammenbricht, sind die Inseln nicht mehr bewohnbar.

Ausbleichende und absterbende Steinkorallen. (Rechte: imago/imagebroker)

Korallenbleiche trat bereits in den 1970er Jahren auf.

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Bedeutung der Riffe

Was die Inseln retten könnte, sind ihre Korallenriffe. Denn die Riffe fungieren als Wellenbrecher und könnten sogar mit einem nur leicht steigenden Meeresspiegel mitwachsen. So waren die Verheerungen durch den Tsunami 2004 dort am geringsten, wo intakte Korallenriffe und Mangrovengürtel einen Schutzwall vor den Fluten bildeten. Das Problem ist nur: Die schützenden Korallenriffe sind selbst vom Klimawandel bedroht und zum großen Teil schon stark geschädigt. Dazu hat vor allem die Korallenbleiche beigetragen, auch "Coral Bleaching" genannt. Die Korallenbleiche ist eine schwere Erkrankung der Korallenstöcke, die aus der Meereserwärmung resultiert. Wegen ihres weiträumigen Auftretens wird diese Krankheit als globale Bedrohung der Riffe angesehen.

Pool und Strandbar auf Malediveninsel. (Rechte: INTERFOTO)

Die meisten Hotels sind Resorts und gehören zu den Besten weltweit

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Tourismus - Hoffnung oder Risiko?

Präsident Mohamed Nasheed hat Pläne geschmiedet, die sein Volk vor dem Untergang bewahren sollen: Er will Land in Indien oder auf Sri Lanka zukaufen. Dorthin könnten die Einwohner umsiedeln, sollte das Untergangsszenario wahr werden. Das Geld für den Landkauf will er den wachsenden Einnahmen aus dem Tourismus entnehmen. Der ist einerseits die größte Einnahmequelle des Inselreiches. Andererseits bringt der Tourismus auch viele Probleme mit sich: Eine wachsende Zahl von Urlaubsflügen erhöht die umweltschädlichen CO2-Emissionen. Die zahlreichen Hotelketten produzieren Unmengen von Müll, die irgendwo entsorgt werden müssen. Auch werden von manchen Hotelbetreibern ganze Inseln umgemodelt, um den hohen Ansprüchen der Touristen gerecht zu werden. "Landscaping" nennt sich das Vorgehen, bei dem tonnenweise Sand auf den Inseln verschoben wird - ein enormer Eingriff in den Naturhaushalt. Und auch Taucher, die sich unvorsichtig in den Riffen bewegen, belasten das sensible Ökosystem der Inseln.

Das Atoll Male des Inselstaates Malediven. (Rechte: WDR)

Atoll leitet sich vom maledivischen atolhu ab und bedeutet ringförmiges Korallenriff, das eine Lagune umschließt.

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Rettung in Sicht?

Was könnte die Malediven vor dem Untergang bewahren? In erster Linie müssten die Erderwärmung gestoppt und der CO2-Ausstoß gebremst werden. Um das zu bewirken, sind vor allem die Industrienationen gefragt. Damit zusammenhängend sollte alles getan werden, um die Korallenriffe zu retten. Denn nur intakte Riffe sind in der Lage, die Malediven vor den Fluten zu schützen. Und schließlich machen gerade diese das Wesen und die unvergleichliche Schönheit des Inselreiches aus.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 16.03.2011
Sendung: In­seln in Not - Traum­pa­ra­die­sen droht der Un­ter­gang, 16.03.2011

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