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Reiseland Marokko

Auch wenn Marokko sich erst in den letzten Jahren zu einem boomenden Pauschalreiseziel entwickelte, so ist das nordafrikanische Land bei Individualreisenden schon seit Jahrzehnten ein begehrtes Ziel. Mit seinen beeindruckenden Gebirgslandschaften reizt das Landesinnere zu Erkundungstouren. Die langen Sandstrände Agadirs locken sonnenhungrige Europäer an die Atlantikküste. Und wer noch mehr vom Leben und der Kultur Marokkos mitbekommen möchte, den zieht es in die uralten Städte mit ihren Palästen und Moscheen.

Hotelanlage mit Swimmingpool und Palmen. (Rechte: IMAGO)

Hier lasssen Touristen die Seele baumeln

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Sonne tanken in Agadir

Für viele Pauschaltouristen ist Agadir mit den vielen Hotels und der ewig scheinenden Sonne am blauen Himmel der erste Berührungspunkt mit Marokko. An der Atlantikküste gelegen, reizt die Stadt vor allem mit ihren langen Sandstränden. Ein bis zwei Wochen Badeurlaub, vielleicht noch ein Ausflug ins Landesinnere, so verbringen viele Europäer gern ihren Urlaub. So manchen packt hier aber auch das Interesse, mehr von seinem Urlaubsland zu sehen, die Kultur ein bisschen besser kennenzulernen. Dieser Drang lässt sich von Agadir aus durch verschiedene Ein- bis Zweitagesausflüge stillen.

Karte von Marokko, auf der die größten Städte des Landes eingezeichnet sind. (Rechte: WDR)

Die beliebtesten Reiseziele in Marokko

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Nur etwa 20 Kilometer von der Stadt entfernt liegt das idyllische Fischerdorf Taghazout. Im Gegensatz zu Agadir, das 1960 bei einem Erdbeben zerstört und später in moderner Bauweise wieder aufgebaut wurde, ist Taghazout noch in seinem ursprünglich marokkanischen Charakter erhalten. Verwinkelte Gassen, kleine Häuschen und bunt bemalte Fischerboote zeichnen das Bild eines ursprünglichen Marokko, in dem es noch mehr um Fischfang als um Tourismus geht. Unvergesslich bleibt mit Sicherheit ein gemütliches Abendessen mit frisch gefangenem Fisch und der Aussicht auf die im Meer untergehende Sonne. Weitere sehenswerte Ausflugziele sind Taroudannt, Tafraout und Marrakesch.

Die Moschee Hassan II. in Casablanca ist ein großer heller Bau im orientalischen Stil. Besonders imposant ist das 210 Meter hohe Minarett. (Rechte: dpa)

Die Moschee Hassan II. darf auch von Touristen besucht werden

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Casablanca

Der Mythos lebt! Auch 60 Jahre nach dem legendären Hollywood-Klassiker mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart bleibt der Name der größten Stadt Marokkos untrennbar mit dem gleichnamigen Film verbunden. Und noch immer können eingefleischte Filmfans sich in "Rick’s Café" einen Drink bestellen und dabei das Flair der 1940er Jahre genießen. Natürlich ist das Café nur eine findige Marketingidee und die schöne Ilsa Lund wird wohl auch nicht vorbeischauen, aber Hollywood ist ja auch nur eine Traumfabrik.

Passend zu seinem Filmimage ist Casablanca auch in seinem Erscheinungsbild durch die französische Architektur der 30er und 40er Jahre geprägt. Zwischen den kolonialen Stadthäusern und modernen Hochhäusern finden sich nur noch wenige alte Bauwerke. Als moderne Großstadt wirkt Casablanca im Vergleich zu den anderen Städten Marokkos vergleichsweise weltoffen und aufgeräumt. Seinen Gästen bietet es eine unerschöpfliche Vielzahl an Restaurants, Bars, Diskotheken und anderen modernen Arten des Zeitvertreibs. In den Souks, Märkten für Lebensmittel, Handwerk oder Kleidung, kann der Besucher sowohl Souvenirs als auch Dinge des täglichen Leben auf marokkanische Art und Weise erwerben. Aber Vorsicht - feilschen will gelernt sein! Eine jüngere Attraktion Casablancas ist die Moschee Hassan II., die 1993 am Geburtstag des Propheten Mohammed eröffnet wurde. Nach der Moschee von Mekka ist sie die größte Moschee der Welt und bietet 100.000 Gläubigen Platz.

Menschen auf den Straßen von Meknès. Im Hintergrund sind Säulen und Bögen alter arabischer Stadthäuser zu sehen. (Rechte: WDR)

Unterwegs in der Medina von Meknès

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Die vier Königsstädte

Kultur pur bieten die vier Königsstädte Fès, Meknès, Marrakesch und Rabat. Sie alle können mit einer Vielzahl prächtiger Moscheen und Herrscherpaläste aufwarten. Marokkos älteste Königsstadt ist das bereits im 9. Jahrhundert gegründete Fès. Die Medina (Altstadt) gehört heute zum Unseco-Weltkulturerbe. Das wohl wichtigste Bauwerk der Stadt ist die tausendjährige Karawijin-Moschee, in der über 20.000 Gläubige Platz finden. Als weitere Königsstädte folgten im 11. Jahrhundert Marrakesch und später Meknès. Auch sie gehören heute zum Unesco-Weltkulturerbe. Meknès ist allerdings nicht nur dank seiner Architektur berühmt, sondern wird auch wegen des milden Klimas und der guten Weine gepriesen. Auch wenn der Koran Alkoholkonsum eigentlich verbietet, verkaufen die Einheimischen ihre guten Tropfen gern an Ausländer und genießen sie zuweilen auch selbst.

Der 1586 in Rabat errichtete Verdala-Palast ist eine trutzige Festung mit einem Turm an jeder der vier Ecken. Der helle Palast hebt sich imposant von den Bäumen um ihn herum ab. (Rechte: WDR)

Der Verdala-Palast wurde 1586 in Rabat errichtet

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In Marrakesch - der Perle des Südens - pulsiert das kulturelle Leben des Landes am heftigsten. Hier trifft tausendjährige Architektur auf Globetrotter und Jetsetter. Seit 1912 residiert der marokkanische König in Rabat, das im Gegensatz zu seinen Vorgängern an der Küste liegt. Wenn auch die jüngste Königsstadt, so hat die Region um Rabat doch eine lange Geschichte. Sowohl Knochenfunde aus der Frühzeit des Menschen als auch Überreste der Karthager und Römer zeugen von der langen Besiedelung. Die wichtigsten historischen Funde können im Archäologischen Museum der Stadt bestaunt werden.

Kamelkarawane wird durch Berber durch die Wüste geführt. (Rechte: dpa)

Auch Güter werden noch mit Kamelen transportiert

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Mit dem Kamel durch die Sahara

Ein neuer Reisetrend in Marokko sind Kameltouren durch den kargen Süden des Landes. Auf dem Rücken der Wüstenschiffe vergessen gestresste Europäer ihre Sorgen und tauchen ein in den Rhythmus der Karawane. Auf dem Rücken der Kamele können sie die eindrucksvolle Wüstenlandschaft Marokkos auf ursprüngliche Art und Weise genießen. Durch steinige Ebenen und bergige Einöden hindurch zu lebensspendenden Oasen und Palmenhainen geht die Entdeckungsreise. Das Wüstenpanorama mit mächtigen Sanddünen und glitzernden Bergkuppen im Hintergrund fängt die Blicke der Reisenden am Tag genauso wie der sternenübersäte Himmel bei Nacht.

Ein Kerngebiet solcher Kameltouren liegt im Hohen Atlas, dem Gebirgszug im Süden des Landes. Von einem Tagesausflug bis zur 14-tägigen Rundreise ist alles möglich. Besonders beliebt ist die sogenannte Straße der Kasbahs, die das Dades-Tal hinaufführt. Hier findet sich eine Vielzahl der berberischen Schutzburgen (Kasbahs) und Dörfer (Ksars) mit ihrer typischen Lehmarchitektur. Ein Einblick in das Leben und die Küche der Einheimischen darf bei dieser Reise natürlich nicht fehlen.

Katrin Tonndorf, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Marokko - Von Königsstädten, alten Bräuchen und aktuellen Konflikten, 06.08.2009

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