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Die Geschichte der Industrialisierung der Schwäbischen Alb

Die Schwäbische Alb ist bis heute in ihrer Gesamtheit ein eher ländlich geprägter Raum geblieben. Dennoch gab es Zentren der Industrieansiedlung, die während der letzten 200 Jahre als Innovationszentren galten und bis heute fortwirken.

Zeichnung: Rheinbrücke bei Waldshut, Baden, erbaut 1857 - 1859 (Rechte: Interfoto)

"Uff der Schwäb’sche Eisabahna"

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Eisenbahn

Mit dem Bau der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein wichtiger Grundstein für die Industrialisierung der Alb gelegt. Diese betraf jedoch nur Gegenden, bei denen ein Anschluss als lohnenswert erachtet wurde. Somit kam es zu einer ungleichen Industrialisierung und einer unterschiedlichen Verstädterung der Alb. Das Volkslied "Uff der Schwäb’sche Eisabahna" drückt diese Diskrepanz zwischen Moderne und bäuerlicher Welt deutlich aus. Der Eisenbahnbau ermöglichte bei Bedarf eine Zuführung von Arbeitskräften aus den Städten und gleichzeitig eine Verbindung der entlegenen Produktionsstätten mit den Metropolen.

Ein Weberei-Saal um 1857 (Rechte: WDR)

Ein Weberei-Saal.um 1857

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Textilindustrie

In ganz Laichingen ratterten und wackelten in den Häusern die Webstühle und plötzlich kamen Industrielle wie die Weberei Pichler aus Stuttgart (1876) dazu. Sie produzierten Tischwäsche, sodass so dass Arbeitsplätze entstanden und endlich auch die Armut weniger wurde. Zeitgleich brachte auch der Baumwollboom mechanische Webstühle auf die Alb und führte zur Gründung größerer Baumwollmanufakturen zum Beispiel in Heidenheim. In Albstadt entwickelte sich die Trikotindustrie, die schon bald bis ins Ausland lieferte. In Wechselwirkung entstand die Papierindustrie, die für die Textilindustrie produzierte. Bis heute kommen exquisite Unterhosen von der Alb und Marken wie "mey" oder "nina von c." stehen für einen Wirtschaftszweig, der für den Standort Deutschland einzigartig und wichtig ist.

Eisenindustrie

Schon früh spielte Eisenverhüttung eine besondere Rolle auf der Schwäbischen Alb. Anfang des 19. Jahrhunderts war zum Beispiel das Hüttenwerk Königsbronn an der Brenz mit seinem Hochofen und der Gießerei ein Vorzeigeunternehmen in der Verarbeitung von Bohnerzen. Aber auch metallverarbeitende Firmen wie "WMF" spielten eine wichtige Rolle. "WMF" war zunächst für den Bau der Geislinger Steige gegründet, bevor es nach dem Ersten Weltkrieg mit Besteckherstellung seine heutige Bekanntheit erlangte. Vielerorts entwickelten sich Industrieen wie Feinmechanik in Balingen (Waagen von Bizerba), und bis heute befinden sich in Tuttlingen die Industrie für chirurgische Instrumente und medizinische Geräte, in Heidenheim eine Zweigstelle der Firma "Siemens" und die Papierherstellerfirma "Voith", in Reutlingen die Metalltuchindustrie, in Herbrechtingen die Firma "Osram", in Giengen/Brenz die Firma "Bosch" sowie die "Zeiss-Werke" in Oberkochen.

Armut und Tüftlergeist

Klima, Boden, Wasser und Wind hatten es den Menschen hier immer schon schwerer gemacht das Land zu bewirtschaften als beispielsweise den Menschen aus dem nahen Neckarraum. Die aufkommende Industrialisierung im 19. Jahrhundert bot willkommene Chancen und oft funktionierte auch das Motto "Not macht erfinderisch". Viele schwäbische Tüftler und Erfindungen stammen von der Schwäbischen Alb. Die Winter waren lang und so wundert es nicht, dass bei den Menschen die nötige Konzentration da war, um etwas zu entwickeln.

Almut Röhrl, Stand vom 02.09.2010
Sendung: Naturland Schwäbische Alb - Von Steinzeitschätzen, Ritterburgen und Wacholderheiden, 02.09.2010

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Bildcollage zum Thema Mittelgebirge (Rechte: SWR)

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