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Jahr für Jahr pilgern auch Kunsthistoriker aus aller Welt zu den Externsteinen - was macht diesen Ort für sie so anziehend?

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Eines der bedeutendsten mittelalterlichen Werke findet sich direkt neben dem Eingang zur Hauptgrotte unter freiem Himmel an den Externsteinen: das Kreuzabnahmerelief. Mit einem Ausmaß von 4,80 mal 3,70 Metern ist es das größte im gesamten nordwesteuropäischen Raum. Einige Fachleute datieren das Relief auf das neunte Jahrhundert. Das wäre die Zeit nach den Sachsenkriegen, als die Franken das Christentum nach Westfalen brachten. Doch die meisten siedeln das Relief in der Zeit zwischen 1130 und 1150 an.

Das Kreuzabnahmerelief an der Steinwand der Externsteine: Dargestellt ist eine Szene, in der Christi Leichnam vom Kreuz abgenommen wird. Der untere Teil des Reliefs ist deutlich schlechter erhalten. Man erahnt die Gestalt zweier Menschen und die eines drachenartigen Wesens. (Rechte: WDR/Teves)

Heiden oder Adam und Eva?

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Dargestellt wird die Abnahme Jesu Christi vom Kreuz. Nikodemus, ein Oberster der Juden, steht auf einem gebeugten Baum, hat den Leichnam vom Kreuz gelöst und übergibt ihn Josef von Arimathia. Links daneben ist Maria, die Mutter Gottes abgebildet. Sie hält liebevoll den Kopf ihres toten Sohnes. Die Figur rechts stellt den Jünger Johannes dar, der das Buch der Offenbarung in seiner Hand hält. Im oberen Teil des Reliefs ist - neben Sonne und Mond - Gottvater als Halbfigur dargestellt. Mit seiner rechten Hand weist er auf das Geschehen unter ihm, in seiner linken Hand hält er die Siegesfahne.

Im untersten Teil des Reliefs umschlingt ein drachenartiges Wesen zwei Menschen. Besonders dieser Teil ruft verschiedene Interpretationen hervor: Einige Experten sehen in den dargestellten Menschen Adam und Eva. Sie interpretieren das Relief folgendermaßen: Der Kreuzestod Jesu überwindet die Erbsünde Adams und Evas; Gott Vater gibt von oben seinen Segen. Andere sehen in den Gestalten zwei Heiden. Für sie symbolisiert das Relief den Sieg des Christentums über das Heidentum - einen konkreten historischen Vorgang also. Während der obere Teil des Reliefs sehr gut erhalten ist, gibt der verwitterte untere Teil Anlass zu Spekulationen. Woher kommt die unterschiedlich starke Abnutzung? Auch der stilistische Unterschied zwischen diesen Teilen ist auffällig. Handelt es sich hierbei um ein bewusst gewähltes künstlerisches Mittel, oder ist der untere Teil des Reliefs tatsächlich älter als der Rest? Genauso umstritten ist die Darstellung des Stuhles. Vertreter der heidnischen These sehen hierin Irmisul, eine heilige Säule des Germanenkultes.

Kerstin Dreher, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Magische Orte - Planet Wissen bei den Externsteinen, 25.08.2006

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