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Dschingis Khan, der "ozeangleiche Herrscher"

Für die einen ist er der Nationalheld, für die anderen ein grausamer Barbar. Während über 70 Jahren Sozialismus in der Mongolei war schon das Nennen seines Namens strafbar. Jetzt ziert sein Konterfei wieder Geldscheine, Restaurants oder Etiketten von Bierflaschen: Dschingis Khan, der "ozeangleiche Herrscher" des mongolischen Weltreichs, ist heute so präsent wie lange nicht mehr.

Gemälde von Dschingis Khan (Rechte: AFP)

Dschingis Khan

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Klug und charismatisch

Im Jahr 1162 wird Dschingis Khan unter dem Namen Temujin als Sohn einer Nomadenfamilie geboren. Schon früh versammelt der kluge und charismatische Mann so viele Freunde und Gefolgsleute um sich, dass er andere Nomadenstämme gewaltsam unterwerfen kann. Unter seiner Führung einigen sich die Sippen, seine Gefolgsleute überzeugt er durch Skrupellosigkeit und taktisches Geschick. Als Temujin 44 Jahre alt ist, erheben ihn die mongolischen Stammesfürsten zum Herrscher aller Mongolen. Unter der weißen Standarte verleihen sie ihm den Titel Dschingis Khan – "ozeangleicher Herrscher".

Ein Bild von Dschingis Khan auf dem Etikett einer Wodka Flasche (Rechte: AFP)

Held der Mongolei

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Europa in Angst und Schrecken

Dschingis Khan schafft ein schlagkräftiges Heer mit hervorragenden Reitern, ausgezeichneten Bogenschützen und militärisch geschickten Führern. Blitzartig fällt er mit seiner Reiterarmee in China ein und schlägt durch schnelle Angriffe und wendige Manöver die schwer gerüsteten Heere Nordchinas. Von seinem Sohn Jöji und General Jebe unterstützt wendet er sich nach Westen und verwüstet dort blühende Städte wie Buchara und Samarkand südwestlich des Aralsees. Seine anderen Söhne schwenken nach Norden, überqueren den Kaukasus und schlagen die Russen bei Kiew. Die ersten Meldungen über die grausamen mongolischen Reiterhorden dringen nach Europa und versetzen seine Bewohner in Angst und Schrecken.

Seine brutalen Feldzüge machen Dschingis Khan berühmt, gleichzeitig werden sie ihm zum Verhängnis: 1227 stürzt er vom Pferd und wird schwer verletzt. Im Alter von 65 Jahren stirbt er, vermutlich an den Folgen innerer Blutungen.

Das Mongolenreich des Dschingis Khan hat etwa 200 Jahre Bestand. Seine größte Ausdehnung erhält es unter Dschingis Khans Enkel, dem Khubilai Khan. Im 13. Jahrhundert reicht es vom Pazifik bis nach Ungarn, seine Hauptstadt ist ab dem Jahr 1235 Karakorum, danach Peking. Denn der Khubilai Khan unterwirft ganz China seiner Herrschaft und begründet dort die Yuan-Dynastie, die bis 1368 fortbesteht In Karakorum, der Hauptstadt von 1235-1268 und danach wieder ab 1368 forschen heute Wissenschaftler aus aller Welt nach der Kultur der Mongolen und den Errungenschaften ihres riesigen Weltreichs. Eines blieb jedoch bis heute unentdeckt: das Grab des legendären Mongolenherrschers Dschingis Khan.

Claudia Heidenfelder, Stand vom 01.06.2009
Sendung: Mongolei - Zwischen Steppe und Stadt, 03.07.2007

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