Was ist im Bergbau ein "Alter Mann"?
Wenn ein Bergwerk geschlossen wird, dann werden aus Sicherheitsgründen alle abgebauten Strecken aufgefüllt, besonders gestützt und gesichert. Trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen lässt sich jedoch nicht immer verhindern, dass es an der Oberfläche eines alten, nicht mehr benutzten Stollens zu Bergschäden kommt: etwa gebrochene Fahrbahndecken, Risse in den Mauern, Bodensenkungen - und oft auch große Einstürze. Das kann immer dann passieren, wenn ein stillgelegter Stollen nicht fachgerecht aufgefüllt wurde.
Solch ein Stollen, der immer noch Gefahren birgt, wird in der Bergmanns-Sprache als "Alter Mann" bezeichnet. Die aufgegebenen und nicht mehr befahrenen Strecken unter Tage werden üblicherweise mit zwei in Form eines Andreaskreuzes aufgestellten Stangen oder Pfosten verschlossen. Derartig gekennzeichnete Strecken dürfen von keinem Bergmann mehr befahren werden. Falls es doch geschieht, kann es zu verheerenden Grubenunglücken gekommen.
Claudia Kracht, Stand vom 19.01.2012
Sendung: Abenteuer Bergwerk - Harte Arbeit unter Tage, 20.01.2012





