• Zum Inhalt springen
  • Zur Hauptnavigation springen
  • Zur Themennavigation springen
  • Zum Suchfeld springen
Logo von Planet Wissen

Planet Wissen
Norderney

  • Hilfe
  • Kontakt
  • WDR
  • SWR
  • BR Alpha

Themennavigation

  • Natur Technik
  • Politik Geschichte
  • Kultur Medien
  • Länder Leute
  • Sport Freizeit
  • Alltag Gesundheit

Suche

Hauptnavigation

  • Startseite
  • Sendungskalender
  • Wissen interaktiv
  • Bildergalerien
  • Podcast
  • Kontakt
  • Newsletter
  • Hilfe
  • Impressum

Navigationspfad

Sie befinden sich hier:

  • Planet Wissen
  • Länder & Leute
  • Nordsee
  • Ostfriesische Inseln
  • Norderney

Norderney - mondänes Seebad mit stolzer Vergangenheit

Als "Norder neye Oog" - "Nordens neue Insel" - wurde Norderney im 16. Jahrhundert erstmals als eigenständige Insel erwähnt. Schon bald erkannten die Besucher die Vorzüge der Insel und bereits 1800 wurde aus dem beschaulichen Fischerdorf Norderney das erste Seebad in Deutschland. Das gute Heilklima lockte Könige und Kaiser in das Staatsbad - noble Zeiten brachen für die Nordseeinsel an. Heute ist Norderney die städtischste aller ostfriesischen Inselgemeinden. Ihr mondänes Flair hat sich die Insel bewahrt.

Gemaltes Plakat, das für das 'Königliche Nordseebad Norderney' Werbung macht. Im Vordergrund des Bildes sind zwei junge Mädchen im roten und blauen Kleid zu sehen, die auf einem Badekarren stehen. Im Hintergrund sieht man Badegäste im Meer. (Rechte: AKG)

Norderney lockt seit dem 19. Jahrhundert Badegäste an

Vergrößern

Mehr zum Artikel

Ostfriesische Inseln
Norderney
Krimi-Schauplatz Insel
Wissensfrage
Reizklima
Ostfriesische Bräuche

Vom Fischerdorf zur "Königin der Nordsee"

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts lebten die Norderneyer vom Fischfang und von der Schifffahrt mehr schlecht als recht. Als immer mehr Ärzte, vor allem englische, die Heilkraft des Meeres und der Nordseeluft erkannten, wollten auch die Deutschen ein Seebad gründen. Der flache Strand Norderneys und die Nähe der Insel zum Festland machten sie zum idealen Ort dafür. Im Jahre 1799 begannen die Arbeiten am ersten Kurhaus. Das hölzerne, strohgedeckte Gebäude wurde Conversationshaus genannt und hatte bereits einen kleinen Kursaal und eine Billardstube. Auch Badekarren wurden nach dem Vorbild der englischen Badekutschen bestellt, die Insulaner bauten ihre Häuser für den Fremdenverkehr um. Im Sommer 1800 wurde das Seebad offiziell eröffnet.

250 Kurgäste konnte die Insel bereits im ersten Jahr verzeichnen. Und allmählich merkten die Seefahrer und Fischer auf Norderney, dass es sich vom Tourismus ganz gut leben lässt. Einigen Norderneyern allerdings widerstrebte die Entwicklung, so dass sie sich laut Berichten "theils aus Muthwillen, theils aus Bosheit an den Gebäuden der Seebade-Anstalt vergriffen, Steine auf die Dächer geworfen und alles mit Kreide bemalt haben". Der Beliebtheit der Insel tat das keinen Abbruch: Bald strömte auch der baltische Adel auf die "Königin der Nordsee".

Sechs Jahre später kam der Badebetrieb zunächst zum Stillstand: Napoleon siegte 1806 über die Preußen, Ostfriesland wurde Teil des Königreiches Holland. 1811 wurde Norderney von französischen Soldaten besetzt. Östlich des Ortes erbauten sie eine Schanze zur Abwehr englischer Landungsunternehmen.

Das alte Foto zeigt den früheren Damenstrand Norderneys. Er ist voll gestellt mit alten Strandkörben aus Bast; es sind viele Frauen in langen Kleidern und Kinder mit Kleidern beziehungsweise Matrosenanzügen zu sehen. (Rechte: AKG)

Am Damenstrand waren Herren verboten

Vergrößern

Die Insel boomt

Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts lebten die Norderneyer vom Fischfang und von der Schifffahrt mehr schlecht als recht. Als immer mehr Ärzte, vor allem englische, die Heilkraft des Meeres und der Nordseeluft erkannten, wollten auch die Deutschen ein Seebad gründen. Der flache Strand Norderneys und die Nähe der Insel zum Festland machten sie zum idealen Ort dafür. Im Jahre 1799 begannen die Arbeiten am ersten Kurhaus. Das hölzerne, strohgedeckte Gebäude wurde Conversationshaus genannt und hatte bereits einen kleinen Kursaal und eine Billardstube. Auch Badekarren wurden nach dem Vorbild der englischen Badekutschen bestellt, die Insulaner bauten ihre Häuser für den Fremdenverkehr um. Im Sommer 1800 wurde das Seebad offiziell eröffnet.

250 Kurgäste konnte die Insel bereits im ersten Jahr verzeichnen. Und allmählich merkten die Seefahrer und Fischer auf Norderney, dass es sich vom Tourismus ganz gut leben lässt. Einigen Norderneyern allerdings widerstrebte die Entwicklung, so dass sie sich laut Berichten "theils aus Muthwillen, theils aus Bosheit an den Gebäuden der Seebade-Anstalt vergriffen, Steine auf die Dächer geworfen und alles mit Kreide bemalt haben". Der Beliebtheit der Insel tat das keinen Abbruch: Bald strömte auch der baltische Adel auf die "Königin der Nordsee".

Sechs Jahre später kam der Badebetrieb zunächst zum Stillstand: Napoleon siegte 1806 über die Preußen, Ostfriesland wurde Teil des Königreiches Holland. 1811 wurde Norderney von französischen Soldaten besetzt. Östlich des Ortes erbauten sie eine Schanze zur Abwehr englischer Landungsunternehmen.

Das Gemälde zeigt den Strand Norderneys von der Georgshöhe aus. Links im Bild sind einige Gebäude, unter anderem ein Pavillon, in der Mitte spazieren einige Fußgänger die Promenade entlang, rechts sind Meer und Strand zu sehen. (Rechte: AKG)

Hier spazierte mancher Promi

Vergrößern

Die Prominenz gibt sich die Ehre

"Gar besonders wunderbar wird mir zu Mute, wenn ich allein in der Dämmerung am Strand wandle - hinter mir flache Dünen, vor mir das wogende, unermessliche Meer. … Die hohe Einfachheit der Natur, wie sie mich hier umgibt, zähmt und erhebt mich zu gleicher Zeit, und zwar in stärkerem Grade als jemals eine andere erhabene Umgebung." Der deutsche Dichter Heinrich Heine vermochte die Vorzüge eines Inselaufenthaltes 1826 sicher besser zu schildern als die meisten anderen Urlauber. Die Insulaner kamen in seinen Augen allerdings nicht ganz so gut weg: "Gleiche Geisteshöhe oder, besser gesagt, Geistesniedrigkeit", urteilte er über sie und berichtete von einem Tee, "der sich von gekochtem Seewasser nur durch den Namen unterscheidet." Die Insulaner haben Heine diese Worte allerdings nicht nachgetragen - vieles erinnert auf der Insel bis heute an den Dichter. Die "Marienhöhe", ein Aussichtspunkt am Weststrand, wurde zum "heiligen Berg" der Heine-Verehrung erklärt. Laut Hinweisschild soll er hier sein Lied "Am Meer" geschrieben haben, das Franz Schubert vertonte.

Im "Amtsblatt für Ostfriesland" konnte man schon Anfang des 19. Jahrhunderts nachlesen, welche prominenten Gäste sonst noch auf Norderney Quartier bezogen hatten - bis heute sind die Norderneyer stolz darauf: Neben Heine gehörten Wilhelm von Humboldt, die königliche Familie von Hannover und Reichskanzler Gustav Stresemann zu den Besuchern. 1844 besuchte Otto von Bismarck Norderney - dem ersten deutschen Reichskanzler hat offenbar nicht nur das Reizklima gut gefallen: "Hier liege ich", schrieb er, "vor aller Welt verborgen; ich blicke auf die schäumende See hinaus - und davor auf eines der hinreißendsten Weibsbilder". Auch Theodor Fontane stellte der Insel und ihrer Bevölkerung ein gutes Zeugnis aus, die hohen Preise monierte er allerdings ebenso wie so mancher heutige Inselbesucher. Die "eingeborene Bevölkerung" beschrieb er als "kräftige, tüchtige, urgermanische Menschen". Und weiter: "Dass sie sich ihre Luft etc. gut bezahlen lassen, kann ich ihnen nicht verdenken, alles wonach Anfrage ist, das steigt im Preise, aber sie fordern nur viel, sie betrügen nicht."

Das Bild zeigt eine Gruppe junger Leute am Strand, die Beachvolleyball spielen. Im Hintergrund ist die Strandpromenade zu sehen, an der mehrere elegante Villen stehen. (Rechte: Mauritius)

Junges Strandleben und alte Gebäude

Vergrößern

Touristenmagnet bis heute

Mehr als 200 Jahre Badeleben haben Norderney geprägt. Viele Gründerzeitfassaden und alte Denkmäler vergegenwärtigen das Lebensgefühl vergangener Epochen. Wer die anderen Ostfriesischen Inseln kennt, staunt über die Urbanität Norderneys. Hinter den historischen Fassaden verbergen sich oft exquisite Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Heute werden bis zu drei Millionen Übernachtungen jährlich registriert. Die zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln ist mit fast 6000 Einwohnern die bevölkerungsreichste, mehr als 22.000 Urlauberbetten machen sie zum größten Seebad an der niedersächsischen Küste.

Norderney hat es geschafft, der kulturelle Mittelpunkt der Ostfriesischen Inseln zu bleiben. Täglich finden Konzerte auf dem Kurplatz oder im Kurgarten statt, viele hochkarätige Symphonieorchester haben bereits auf der Insel Station gemacht. Auch Musical- und Tanzunterhaltung steht oft auf dem ganzjährigen Programm. Wer seiner Spielleidenschaft frönen will, kann dies nach wie vor im alten Kurhaus von 1881.

Britta Schwanenberg, Annette Holtmeyer, Stand vom 01.06.2009

Mehr zum Thema

Bildcollage zum Thema Nordsee (Rechte: frei)

Nordsee


  • Wattenmeer
  • Halligen
  • Helgoland
  • Meereswellen
  • Elbe

Wissen interaktiv

Bildcollage zum Thema Experiment Nordsee (Rechte: WDR)

Nordsee

nach oben

  • Seite empfehlen
  • Seite drucken
  • Impressum

URL dieser Seite: http://www.planet-wissen.de/laender_leute/nordsee/ostfriesische_inseln/norderney.jsp

© WDR / SWR / BR-alpha 2012

WDR, SWR und BR-alpha sind nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.