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Dorsch, Hering und Sprotte

Dorsch und Hering sowie Sprotten, Plattfische und in kleinem Umfang auch Seelachs zählen zu den Hauptfischarten, die von der Berufsfischerei angelandet werden. Dabei handelt es sich um aus der Nordsee eingewanderte Fischarten, die hier eigene Populationen bilden.

Gefangene Ostsee-Heringe liegen durcheinander. (Rechte: Imago)

Massiv gefährdet: der Ostsee-Hering

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Dorsch

Vor allem der Dorsch - in der Nordsee trägt er den Namen Kabeljau - hat sich in der Ostsee erstaunlich gut dem Brackwassermilieu angepasst. Die Evolution hat dafür gesorgt, dass es heute zwei weitgehend getrennte Dorschpopulationen gibt, die unterschiedliche Laichgebiete haben und sich auch in der Größe geringfügig voneinander unterscheiden. Die eine lebt in der salzhaltigeren westlichen Ostsee, die andere Population in den salzärmeren Regionen östlich von Bornholm. Der östliche Dorschbestand ist heute - nicht zuletzt nach offensichtlich erfolgreich durchgeführten Schonprogrammen - viermal so groß wie der in der westlichen Ostsee. Allerdings ist der Lebensraum des östlichen Dorschbestandes auch achtmal größer als der in der westlichen Ostsee.

Mehrere Dorsche schwimmen in einem Aquarium. (Rechte: picture-alliance/ dpa)

In der Nordsee als "Kabeljau" bekannt: der Dorsch

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Während die Fangquoten beim östlichen Bestand um 15 Prozent angehoben werden konnten, ist der westliche Bestand so massiv gefährdet, dass nun eine drastische Kürzung von 15 Prozent festgelegt wurde. Damit soll sich der Dorschbestand erholen können, der nicht zuletzt auch deshalb gefährdet ist, weil sich das Milieu für den Dorschnachwuchs deutlich verschlechtert hat. Die Hauptlaichgründe des westlichen Dorschs befinden sich im tiefen Gewässer des Bornholmer Beckens. Hier hat die Wasserqualität der Ostsee derart abgenommen, dass dem heranwachsenden Dorschbestand der Lebensraum drastisch eingeschränkt wurde. Der Dorschlaich benötigt für den Aufwuchs ein konstant temperiertes und sauerstoffhaltiges Salzwassermilieu. Das gibt es in dieser Region nur in einer gewissen Wassertiefe. Stand dem Dorsch vor etwa 20 Jahren in dieser Region noch eine Wassersäule von 40 bis 80 Metern für den Nachwuchs zur Verfügung, so ist diese an manchen Orten auf nur noch einen Meter geschrumpft.

Hering

Auch Heringe gelten in der Ostsee als bestandsgefährdet. Beim Hering wurden die Fangquoten sogar um 39 Prozent gesenkt, ein Zeichen dafür, wie angespannt die Lage hier ist. Der Hering ist möglicherweise ein Opfer der Klimaveränderungen, denn Fischer beobachten, dass er häufig immer früher sein traditionelles Laichgebiet im Greifswalder Bodden aufsucht. Noch allerdings rätseln die Experten, warum der Ostseeherings-Bestand so massiv gefährdet ist.

Sprotte

Nur Sprotten gibt es in der westlichen Ostsee in Hülle und Fülle. Hier hat sich der Bestand in den vergangenen Jahren explosionsartig vermehrt. Es gibt zwar eine kleine Fangflotte für Sprotten, die im Wesentlichen die Fischmehlindustrie beliefert, aber die niedrigen Preise decken kaum noch die Betriebskosten der Fischer. Ein Grund für die drastische Zunahme des Sprottenbestandes dürfte zum einen in dem reichlich vorhandenen Nahrungsaufkommen zu suchen sein. Zum anderen aber auch in der Abnahme des Dorschbestandes, dem natürlichen Fressfeind der Sprotte. Hier zeigt sich wieder einmal, welche Folgen es hat, wenn der ökologische Kreislauf eines Habitats durch natürliche oder menschgemachte Faktoren gestört ist.

Ulrich Neumann, Stand vom 01.06.2009

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