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Sehenswertes und Kurioses

Ein verwunschener Wald aus Lorbeerbäumen, die farbenprächtigsten Karnevalsfeiern Europas und ein Hafen, der einst zu den wichtigsten der Welt gehörte - das sind nur einige Highlights auf den Kanaren. Planet Wissen hat diese und andere faszinierende Sehenswürdigkeiten der sieben Inseln zusammengestellt.

Ein Baum mit breitem verwittertem Stamm, dessen grüne Krone nach rechts gebogen ist und bis auf den Boden reicht. (Rechte: Turespaña)

Wahrzeichen von El Hierro: ein Wacholderbaum

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Gran Canaria: Cueva Pintada in Gáldar

Wer sich für vorspanische Geschichte interessiert, ist in der Cueva Pintada auf Gran Canaria richtig. Die "bemalte Höhle" gehört zu den bedeutendsten Fundstellen der Kanaren. Sie heißt deshalb so, weil die Höhlenwände mit geometrischen Mustern bemalt sind. Entdeckt wurde sie 1873. Es vergingen fast 100 Jahre bis zur Konservierung der Wandbilder, die vermutlich aus der Zeit zwischen dem 6. und dem 16. Jahrhundert stammen.

Zwei Besucher stehen an einer Brüstung und blicken in eine Höhle hinab. Unten ist eine Ausgrabungsstätte mit hellbraunen Steinen zu sehen. (Rechte: Turespaña)

Einst Wohnzimmer der Guanchen?

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Um die Malereien zu schützen, war die Höhle nicht immer für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit Juni 2006 ist die Cueva Pintada wieder für Besucher geöffnet. Vielleicht haben die ja eine Idee, wozu die Höhle ursprünglich gedacht war. Denn noch sind sich die Archäologen nicht einig, ob sie als Grab- oder Kultstätte diente oder einfach nur das Wohnzimmer einer Guanchenfamilie war.

Blick auf eine vorgelagerte Insel mit hellem Sand und einem Vulkan. (Rechte: dpa)

Die Isla Graciosa - ein Ziel für Ruhesuchende

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Lanzarote: Isla Graciosa

Sie liegt nur einen Kilometer vor der Küste von Lanzarote und ist die kleinste bewohnte Insel des Archipels. Doch auf einer Fläche von 27 Quadratkilometern hat die Isla Graciosa, was übersetzt soviel heißt wie "die Anmutige", viel zu bieten: Tagestouristen besuchen sie vor allem wegen der kilometerlangen Strände, die von goldfarbenen Sanddünen gesäumt sind. Auch Taucher kommen gerne nach La Graciosa, um die Unterwasserwelt vor der Küste zu erforschen. Im Innern der anmutigen Insel erheben sich mehrere Vulkankrater. Trotz der faszinierenden Landschaft ist La Graciosa keine klassische Touristeninsel. Es gibt hier so gut wie keine Infrastruktur, sondern lediglich ein paar Pensionen und Restaurants, dafür aber viel Ruhe.

Schwarzweiß-Fotografie von Miguel de Unamuno, die ihn von vorne zeigt. Er hat weiße Haare, einen Bart und eine runde Brille. (Rechte: AKG)

Miguel de Unamuno - rebellischer Dramatiker

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Fuerteventura: Casa Museo Unamuno

In Puerto des Rosario, dem Hafenstädtchen und Verwaltungszentrum an der Ostküste von Fuerteventura, können Literaturliebhaber auf den Spuren von Miguel de Unamuno wandeln. Hier lebte der Schriftsteller, der auch der "Philosoph von Salamanca" genannt wird, in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Dramatiker starb 1936 im Alter von 72 Jahren. 1924 wurde er auf die Insel verbannt, weil er den Diktator Primo de Rivera mehrfach angegriffen hatte. Zuvor war er Rektor der Universität von Salamanca. Das Haus, in dem Miguel de Unamuno damals auf Fuerteventura lebte, ist heute ein Museum. Hier kann man sich ein Bild vom Alltag des Schriftstellers machen.

Eine Frau mit Federschmuck auf dem Kopf und einem glitzernden Bikinioberteil feiert auf der Straße. (Rechte: Turespaña)

Fast wie in Rio

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Teneriffa: Karneval in Santa Cruz

Neben den Naturschönheiten, zum Beispiel im Parque Nacional del Teide, Spaniens größtem Nationalpark, hat Teneriffa noch weitere Höhepunkte zu bieten. Dazu gehört auch der Karneval, der alljährlich auf den Kanaren gefeiert wird. Zentrum des Spektakels, das durchaus mit den Feierlichkeiten in Rio de Janeiro verglichen werden kann, ist Santa Cruz auf Teneriffa. Während der Umzüge wird die Stadt tagelang zum Schauplatz einer farbenprächtigen Fiesta. Der Karneval beginnt mit der Wahl der Königin und endet mit einer Prozession, bei der eine riesige Sardine aus Pappmaché angezündet wird und in einem Feuerwerk aufgeht. Wenn der Karneval in Santa Cruz vorüber ist, beginnen die Feierlichkeiten nacheinander auf Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura.

Ein Baum mit knorrigem Stamm, der sich nach rechts neigt, an einem Waldweg. (Rechte: Mauritius)

Der Nationalpark Garajonay ist sagenumwoben

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La Gomera: Parque Nacional de Garajonay

Zu den besonderen Attraktionen der Insel gehört der Parque Nacional de Garajonay. 1986 hat die UNESCO das Gebiet, das etwa zehn Prozent der rund 380 Quadratkilometer großen Insel einnimmt, zum Weltnaturerbe erklärt. Die Wälder im Herzen des Nationalparks gehören zu den ältesten der Welt. Wer zwischen den verwunschenen Lorbeerbäumen umherwandert, bekommt einen Eindruck davon, wie ein mediterraner Wald vor der letzten Eiszeit ausgesehen haben könnte. Der Legende nach soll der Park, der nach dem Berg Garajonay benannt ist, seinen Namen von der schönen Prinzessin Gara und dem Bauernjungen Jonay haben. Die beiden durften wegen des Standesunterschiedes kein Liebespaar sein. Um zusammen in den Tod zu gehen, stießen sie sich im Hochland von Gomera gemeinsam eine an beiden Seiten angespitzte Lanze aus Lorbeerholz in den Leib.

Im Vordergrund ist eine Landschaft mit zwei großen Steinen sichtbar, im Hintergrund ragt die Spitze eines Leuchtturms hervor. Zudem sieht man blaues Meer und Himmel. (Rechte: Cabildo El Hierro/Fotograf: David Olivera)

Hier war früher das Ende der Welt

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El Hierro: Faro de Orchilla

Die westlichste Insel der Kanaren galt in der Antike als das Ende der Welt. 200 Jahre lang, bis 1883, verlief hier im Südwesten El Hierros der Nullmeridian. Als sichtbares Zeichen wurde der Leuchtturm Faro de Orchilla gebaut, der sich auch heute noch an der Küste der Insel inmitten der unwirklichen und einsamen Lava-Landschaft erhebt. Wanderer schätzen die Ruhe, die hier herrscht, und den Blick von der Küste über den scheinbar endlosen Atlantik. Wer den Leuchtturm besucht, kann sich außerdem noch ein Souvenir mit nach Hause nehmen - in der Touristeninformation von Valverde werden Urkunden ausgestellt, die den Besuch des einstigen Nullmeridians bestätigen.

Zwischen zwei Häusern steht ein großes Holzsegelschiff mit zwei Masten. Im Vordergrund sind Autos zu sehen. (Rechte: Mauritius)

Eine Nachbildung der Santa Maria in Santa Cruz de la Palma

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Santa Cruz de la Palma

Wie auch die meisten anderen Kanareninseln besticht La Palma durch seine einzigartige Landschaft. Hier ist es La Caldera de Taburiente, einer der größten Vulkankrater der Welt, der die Naturliebhaber anzieht. Doch die fünftgrößte Insel des Archipels hat noch mehr zu bieten. Zum Beispiel die Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma, eine Bilderbuchstadt im Kolonialstil mit kopfsteingepflasterten Gassen, Kirchen, Klöstern und einer Küstenpromenade. Besonders sehenswert ist die im Renaissancestil erbaute Plaza de España. Für viele ist das 18.000 Einwohner-Städtchen, das am Hang eines Vulkankraters gelegen ist, eines der schönsten auf den Kanaren. Der Hafen war im 16. Jahrhundert nach Sevilla und Antwerpen einer der bedeutendsten auf der ganzen Welt. Noch heute befindet sich hier das kanarische Zentrum des Schiffsbaus.

Christiane Tovar, Stand vom 01.09.2009

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