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Mallorquinische Gärten

Zypressen, Palmen und Buchsbäume wachsen in Mallorcas großen arabischen Lustgärten. So riecht man in der im 12. Jahrhundert von den Mauren angelegten Prachtanlage Alfàbia den Duft von Rosen und Zitronenbäumchen. Der Besucher des Herrenhauses wandelt unter berankten Laubengängen und erfreut sich an üppiger Vegetation, an Wasserkanälen, Brunnen und Teichen. In der mallorquinischen Gartenkunst zeigt sich aber auch der Einfluss aus dem europäischen Ausland. Im Laufe der Zeit ergänzten den maurischen Stil Elemente der italienischen Renaissance, später dann englische Einflüsse wie grüner Rasen und bunte Beete. Es entstanden Garten-Mischformen, aber auch wild-exotische Gärten, an denen sich Pflanzenfreunde bis heute erfreuen können.

Vor und an einem Haus schmücken in einer steigenden Gasse Grünpflanzen in Tontöpfen die Fassade. (Rechte: dpa)

"Vorgärten" auf mallorquinische Art

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Blühende Gartenanlagen versus karge Topfpflanzen

Die üppigen Gartenanlagen sind aber nicht typisch mallorquinisch. Allein die Tatsache, dass sie täglich gewässert werden müssen, widerspricht der idealen Form eines mediterranen Gartens. Auf Mallorca herrscht in den Sommermonaten chronischer Wassermangel. Die scheinbar natürliche Blütenpracht der mallorquinischen Gärten ist nicht von Natur aus gegeben. Ursprünglich bestehen Gärten oder Höfe von Privathäusern auf Mallorca meist nicht aus viel mehr als ein paar Topfpflanzen im Hof.

Nahaufnahme einer Kaktee. (Rechte: dpa)

Kakteen kommen mit wenig Wasser aus

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Der neue mallorquinische Garten

Seit rund 20 Jahren haben die Hauseigentümer Mallorcas entdeckt, dass auch mit trockenresistenten Pflanzen schöne Gärten entstehen können. Der mallorquinische Gartenstil, wenn man ihn denn so nennen kann, basiert also auf Pflanzen, die ohne viel Wasser überleben. Genügsamkeit ist gefragt, alles andere wäre Wasserverschwendung. Aus der Not wird die Tugend. Der mediterrane Garten basiert auf Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen, wie Anemonen, Mastixsträucher oder Zypressen. Danach sind der Kreativität des Gärtners keine Grenzen mehr gesetzt. In zahlreichen privaten Gärten finden sich Obst-, Mandel- oder Ölbäume. Elemente der arabischen Gartenkunst, exotische Pflanzen oder Kakteenvariationen ergänzen diese. Was die Wasserzufuhr betrifft, so benötigen große, gekonnt angelegte Parks oft nicht viel mehr als die ursprünglich wenigen Pflanzen im Topf.

Andrea Schultens, Stand vom 01.06.2009

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