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Was verbirgt sich hinter den sogenannten "Big Five"?

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Jeder Nationalpark in Südafrika kann sich glücklich schätzen, wenn er die "Big Five" im Angebot hat: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Sie sind groß, wild und versprechen ein wenig Nervenkitzel. Die Touristen reißen sich darum, ein Foto von den Publikumsmagneten der Parks zu schießen. Der Begriff stammt jedoch aus einer Zeit, als noch mit ganz anderer Munition geschossen wurde. Für die Großwildjäger des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren diese fünf Tiere am schwersten zu jagen. Als die Jagd auf Wildtiere noch nicht von Jeeps oder Helikoptern aus unternommen wurde, war sie ein gefährliches Unterfangen. Dennoch wollte jeder Jäger gerne eine oder mehrere Trophäen von der Jagd mit nach Hause bringen. Bei den Elefanten waren es die Stoßzähne, bei den Nashörnern das Horn, bei den Büffeln der Kopf samt der großen Hörner. Die Felle von Löwe und Leopard sollten möglichst mit Kopf vollständig erhalten bleiben. Der Trophäensucht der Großwildjäger fielen Hunderttausende Tiere in ganz Afrika zum Opfer. Doch auch mancher Jäger musste die gefährliche Pirsch mit dem Tod bezahlen.

Mehrere Büffel in der Savanne schauen in die Kamera. (Rechte: Mauritius)

Wehe, wenn sie wütend werden

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Heute werden nur noch Fotos von den "Big Five" geschossen. Die Nationalparks werben in großangelegten Aktionen damit, dass man bei ihnen die fünf beliebtesten Großwildarten beobachten kann. Sie sind zu einer Art Fotosafari-Mythos geworden. Waren die "Big Five" bis vor kurzem nur in wenigen Parks, wie zum Beispiel dem Krüger-Park oder dem "Hluhluwe-Umfolozi-Park", zu sehen, so rüsten mittlerweile auch kleinere Parks ihren Tierbestand auf, um dem Konkurrenzdruck standzuhalten.

Ganz im Gegensatz zu den "Big Five" stehen die so genannten "Little Five". Findige Naturkundler führen mittlerweile schon Safaris zu den kleinen Namensvettern durch: Elefantenspitzmaus, Nashornkäfer, Büffelweber (eine Vogelart), Ameisenlöwe und Leopardenschildkröte. Sie sind zwar weitaus weniger spektakulär als die großen Wildtiere, aber auch deutlich schwerer aufzuspüren. Zudem sind sie weniger geschützt, manche von ihnen gehören sogar zu den bedrohten Tierarten. Die Namensgebung "Little Five" wurde erfunden, um auch weniger bekannten, oftmals vergessenen Tierarten ein Forum zu schaffen.

Sonnenuntergang hinter afrikanischen Bäumen. (Rechte: Mauritius)

Immer noch intakt: das Hluhluwe-Schutzgebiet

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Welches war das erste Schutzgebiet für Tiere in Südafrika?

Es wird oft angenommen, dass die Einrichtung des "Sabie Garne Reserve", des ältesten Teils des Krüger-Nationalparks, im Jahre 1898 den Beginn der Schutzgebiete für Wildtiere auf südafrikanischem Boden darstellt. Doch schon ein paar Jahre früher wurden zwei andere Gebiete als Schutzareale ausgewiesen: 1895 der "Hluhluwe-Park" und 1897 der "Umfolozi-Park". Sie liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander im Osten Südafrikas, etwa 280 Kilometer von Durban entfernt. Beide Parks wurden insbesondere zum Schutz der Breitmaulnashörner gegründet, von denen es 1892 in dieser Region nur noch ganze elf Exemplare gab. Das Gebiet der beiden Parks hat eine lange Tradition als Jagdrevier. Im frühen 19. Jahrhundert gehörte es dem Zulukönig Shaka, der mit seinen Leuten intensiv der Jagd nachging. Wirklich gefährdet waren die Nashörner jedoch erst, als weiße Siedler in die Gegend kamen. In der Folge schossen Großwildjäger und Farmer alle Wildtiere gnadenlos ab, die ihrem Grund und Boden zu nahe kamen.

Lange Zeit gab es heftigen Widerstand gegen die Parks, da die Tsetse-Fliege in ihnen wütete und auch das Vieh der umliegenden Farmer gefährdete. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Tsetse-Fliege durch das Insektizid DDT in dieser Gegend ausgerottet werden. Mit Gründung der "KwaZulu-Natal Wildlife Organisation" 1952 war das Fortbestehen der beiden Parks gesichert. 1989 wurden die Parks dann durch einen Korridor verbunden, seitdem heißt der Park offiziell "Hluhluwe-Umfolozi Game Reserve". Er ist kein staatlicher Nationalpark, sondern ein von einer privaten Stiftung betriebener Provinzpark.

Ein Breitmaulnashorn grast mit seinem Jungen in der Savanne. (Rechte: Mauritius)

Ihr Bestand hat sich wieder erholt

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Berühmtheit erlangte der Park im Jahre 1961 durch die "Operation Rhino". Der Bestand der Breitmaulnashörner hatte sich auch lange nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch nicht erholt. Aus diesem Grund wurde die größte "Tierverschiebung" der Welt ins Leben gerufen. In den folgenden Jahren siedelte man Tausende von Breitmaulnashörnern aus anderen Gegenden des südlichen Afrikas in den Nationalparks an. Einen Großteil der Tiere bekam dabei der "Hluhluwe-Umfolozi-Park", der ja eigens zum Schutz der Nashörner gegründet worden war. Die Aktion hatte Erfolg, mittlerweile leben wieder knapp 1800 der Giganten im "Hluhluwe-Umfolozi-Park". Dies ist die größte zusammenhängende Nashorn-Population der Welt. 1994 konnte das Breitmaulnashorn sogar von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten genommen werden. Mittlerweile sind es schon so viele geworden, dass auf Auktionen Nashörner - wie auch weitere Tiere des Parks - meistbietend an andere Schutzgebiete oder Zoos versteigert werden. Der "Hluhluwe-Umfolozi-Park" hat neben den Nashörnern noch eine Fülle von anderen Großwildarten zu bieten. Er ist zwar zwanzig Mal kleiner als der Krüger-Park, kann jedoch eine ähnlich hohe Artenvielfalt aufweisen. Und ganz nebenbei: Auch hier kann man die "Big Five" aus nächster Nähe bewundern.

Tobias Aufmkolk, Stand vom 11.06.2010

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