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Die Geschichte Kaliforniens

Kalifornien ist ein echter Schmelztiegel. Waren es zunächst die Spanier und Mexikaner, die das Land für sich beanspruchten, kamen später viele Europäer und Asiaten hinzu. Gründe gab es immer schon genug: den Goldrausch, die Zitrusplantagen, das Öl oder heute das Silicon Valley. Entstanden ist ein buntes Gemisch der Kulturen, das Kalifornien auch heute noch zu etwas sehr Speziellem macht.

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Schwarzenegger und Kalifornien (1'45'')
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Die Spanier erheben erste Ansprüche

Auf der Suche nach Gold und Gewürzen landete der portugiesische Entdecker Juan Cabrillo, der für die spanische Krone segelte, 1542 an der Küste des heutigen Kaliforniens (in der Bucht von San Diego). Er beanspruchte die Island of California für sich. Schon seit 1493 unterhielten die Spanier viele Missionen im damaligen Mexiko, um die Kolonisation dieser Gebiete voranzutreiben. Es dauerte aber bis zum Ende des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) bis zum nächsten Vorstoß in Richtung Kalifornien. Neben der Kolonisierung wurden zwischen 1774 und1791 zusätzlich Siedlungen durch spanische Missionare gegründet. Die Missionen waren unmittelbar an der Zurückdrängung und Dezimierung der eingeborenen Bevölkerung Kaliforniens beteiligt.

Gemaelde von 1917: Hernando Cortez vor Kaiser Montezuma von Mexico (1519 in Tenochtitlan) (Rechte: AKG)

1821 befreite sich Mexiko von Spanien

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Kalifornien als mexikanische Provinz

Nach dem elf Jahre dauernden mexikanischen Unabhängigkeitskrieg (1810-1821) hatte sich Mexiko erfolgreich von Spanien befreit. Daraufhin wurde Kalifornien mexikanische Provinz. Um die kalifornische Bevölkerung zu kontrollieren, setzte auch die mexikanische Regierung zunächst auf das Missionssystem. Um diese Missionen herum bildeten sich später die kalifornischen Großstädte Los Angeles und San Francisco. Daher auch der religiöse Ursprung ihrer Namen (Los Angeles für die Jungfrau Maria, San Francisco geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück).

Kalifornien wird Bundesstaat der USA

Ab 1844 beanspruchte James K. Polk, Präsident der USA, Texas und Kalifornien für sich, was zwangsläufig zu Auseinandersetzungen mit Mexiko führte. Durch eine Revolte amerikanischer Siedler im Sacramento Valley wurde im Juni 1846 die Kalifornische Republik ausgerufen. Man bat die Vereinigten Staaten um Schutz vor Mexiko. Die Unabhängigkeit war allerdings nach 24 Tagen schon wieder vorbei, als Kalifornien auf Anweisung aus Washington den Vereinigten Staaten von Amerika zugeordnet wurde - 1848 wurde die Abtretung Oberkaliforniens vertraglich festgeschrieben.

Goldnuggets (Rechte: Mauritius)

Das Gold lockte viele Menschen an

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Der Goldrausch und seine Folgen

Ein Ereignis änderte alles: Am 24. Januar 1848 entdeckte James W. Marshall beim Errichten einer Mühle ein paar Stückchen Gold im Fluss. Innerhalb eines Jahres kamen mehr als 50.000 Menschen aus Mexiko, Chile, China, aber vor allem aus Europa nach Kalifornien. 1852 lebten 16- mal so viele Menschen in Kalifornien wie 1848. Bei guter Ausbeute verdiente man beim mühseligen Goldauswaschen zwar bis zu 20-mal mehr als ein Arbeiter an der Ostküste. Bei dem völlig überteuerten Leben in den Goldgräberstädten blieb davon meist aber nicht viel übrig. So kostete ein Ei etwa einen Dollar (in Relation wären das heute zirka 20 Dollar), eine Zeitung zehn Dollar.

Das schnelle Ende des Goldrauschs

Unter dem Goldrausch litten vor allem auch die Indianer - die Hälfte starb mangels körpereigener Abwehrkräfte an den eingeschleppten Krankheiten der Weißen. Der Goldrausch ebbte schnell wieder ab. Es war nicht mehr profitabel, von Hand Gold zu waschen, außerdem gab es durch Goldfunde in Colorado und Alaska zu große Konkurrenz. Der Goldrausch hatte dennoch großen Einfluss auf die Geschichte der USA. Nach dem Anschluss Kaliforniens an die Vereinigten Staaten wurde dort die Sklaverei verboten, was den Streit zwischen Norden und Süden weiter verschärfte. Das wiederum führte zum amerikanischen Bürgerkrieg - Kalifornien schlug sich offiziell auf die Seite der Nordstaaten.

Photographie, um 1900: Zug der Northern Pacific Railway Co (Rechte: AKG)

Die Eisenbahn forcierte die Zuwanderung

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Die Transkontinentale Eisenbahn

Die Fertigstellung der transkontinentalen Eisenbahn (1896) hatte eine noch stärkere Zuwanderungsbewegung Richtung Kalifornien zur Folge. Anstatt sechs Monate dauerte die Reise von Chicago nach San Francisco nur noch sechs Tage. Hunderttausende Amerikaner zog es in den Westen. Grund dafür war die Fruchtbarkeit des Landes: Zitrusfrüchte, besonders Orangen, wurden großflächig angebaut. Noch heute bilden Orangen die landwirtschaftliche Grundlage Kaliforniens.

Die Säulen der Wirtschaft: Öl, Autos, Landwirtschaft

Seit 1920 war es vor allem das Öl, das die wirtschaftliche Rolle des früheren Goldbooms übernahm. Die Funde in der Nähe von Los Angeles brachten Wohlstand und machten Kalifornien und die USA insgesamt zum Autoland. Zweiter großer Wirtschaftszweig wurde zu dieser Zeit die Filmindustrie mit Firmen wie Warner Brothers, Universal Pictures und Metro-Goldwyn-Mayer. Hollywood - und damit Los Angeles - wurde zur wichtigsten Filmstadt überhaupt.

Surfer in Santa Cruz (Rechte: Mauritius)

Surferparadies Kalifornien

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Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen

Der Zweite Weltkrieg verschaffte Kalifornien neue Wirtschaftskraft, da vor allem Kampfschiffe produziert wurden. Die Produktionsleistung verdoppelte sich, die Löhne stiegen um das Dreifache. So zog es weitere Arbeitskräfte in den Westen. Nach dem Krieg war es der Immobilienhandel, der die Landwirtschaft, aber auch die Ölförderung als wichtigsten Wirtschaftszweig ablöste. Der Babyboom nach dem Krieg ließ die Bevölkerungszahl von Kalifornien bis 1970 auf 20 Millionen ansteigen. In den Sechzigern wurde die Hippiekultur immer stärker und das sonnige Lebensgefühl drückte sich vor allem in der Surfkultur aus. Aber nicht alles ist eitel Sonnenschein: Immer wieder gab es in Kalifornien Rassenunruhen, zu den heftigsten kam es im August 1965 in Los Angeles, als in sechs Tagen 32 Menschen starben.

Firmenlogo des amerikanischen Software-Unternehmens Hewlett Packard. (Rechte: dpa)

Hewlett Packard gehört zu den großen Firmen in Silicon Valley

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Der kalifornische Traum: Wirtschaft und Umwelt nicht als Gegensätze

Um 1950 begann eine neue wirtschaftliche Entwicklung: die der Hochtechnologiebranche. Sie führte zur Entstehung des Silicon Valley – hier ansässige Firmen waren maßgeblich an der Entwicklung und Verbreitung des PCs beteiligt. Zu ihnen zählen Apple, Sun, Intel und Hewlett Packard. Eine Krise erlebte diese Branche durch das Platzen der Internet-Blase 2001.
Die negativen Auswirkungen hat Kalifornien mittlerweile überstanden. Kalifornien rühmt sich teilweise zu Recht damit, Hochtechnologie und Umweltschutz miteinander zu vereinigen. Dafür verantwortlich ist auch der seit 2003 amtierende Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der sich den Einklang einer starken Wirtschaft mit dem Umwelt-Gedanken als höchstes Ziel gesetzt hat. Die Klimaproblematik ist durch die ständige Smog-Situation in den großen Metropolen ohnehin allgegenwärtig.

Pleite, aber mächtig

Die Finanzkrise hat Kalifornien wegen der Bedeutung des Immobilienmarktes und der vielen Technologiefirmen seit 2007 besonders hart getroffen. Das aktuelle Milliardenloch (seit Juli 2009) soll durch einen neuen Haushalt, der Einsparungen in vielen Bereichen vorsieht, zumindest teilweise ausgeglichen werden. Voraussetzung zum Gelingen dieser Aufgabe ist jedoch ein baldiges Ende der Krise. Bei allen Problemen darf man aber eins nicht vergessen: Wäre Kalifornien ein eigenständiger Staat, so wäre es auch heute noch die achtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt!

Marcel Schuler, Stand vom 03.09.2010
Sendung: Mythos Kalifornien - Von Goldrausch bis Schwarzenegger, 03.09.2010

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Bildcollage zum Thema USA. (Rechte: .)

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